Veranstaltungsstätte

Stadt kauft die Ohligser Festhalle zurück

Der Wildwuchs an der Ohligs Festhalle ist für viele Solinger seit langem ein Ärgernis. Foto: Michael Schütz
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Der Wildwuchs an der Ohligs Festhalle ist für viele Solinger seit langem ein Ärgernis.

Künftig soll eine „gemeinnützige Lösung“ für die Veranstaltungsstätte gefunden werden

Von Kristin Dowe

Solingen. Wilde Müllkippen, Unkraut und von Reparaturarbeiten keine Spur – nachdem sich die Ohligser Festhalle nach der Übernahme eines neuen Investors im vergangenen Jahr zu einem Schandmal in Ohligs entwickelt hatte, zeichnet sich nach Angaben der Stadt nun eine Perspektive für die früher beliebte Veranstaltungsstätte ab: Denn die Verwaltung hat Gebrauch von ihrem Vorkaufsrecht für die Immobilie gemacht, so dass sie sich nun erst mal wieder in kommunaler Hand befindet.

Perspektivisch solle die Halle aber nicht im Eigentum der Stadt bleiben; vielmehr solle im Zuge eines Weiterverkaufs eine „gemeinnützige Lösung“ in Form einer Stiftung gefunden werden, heißt es auf Nachfrage. Aktuell seien die Verantwortlichen noch in Gesprächen, die nächsten Schritte sollen dann in Kürze bekanntgegeben werden.

Joachim Junker, Geschäftsführer der Ohligser Jongens, freut sich über die Nachricht: „Für die Ohligser Vereine ist das eine riesengroße Erleichterung. Die Festhalle war bei ihnen und bei der Solinger Bevölkerung ein Dauerthema, seitdem sie ja quasi komplett brachlag. Das war lange ein trauriger Anblick.“

Wenn eine Lösung in Sicht sei, wolle auch die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs mit anpacken, um der mehr als hundert Jahre alten Festhalle neues Leben einzuhauchen. Der Karnevalsverein hatte in den Vorjahren während der Session dort regelmäßig unter anderem seine große Sitzung gefeiert. Neben den Problemen mit dem Kölner Investor war der Veranstaltungsbetrieb durch die Corona-Pandemie zudem komplett zum Erliegen gekommen.

Die Halle sei ein Schmuckstück

Auch die Ohligser Bezirksbürgermeisterin Gundi Hübel (SPD) begrüßt es, dass es mit der Festhalle nun offenbar aufwärts gehen soll. „Die Ohligser Festhalle ist einer der größten Veranstaltungsorte, die wir in Solingen haben. Sie hat für das Stadtleben eine immense Bedeutung, wenn ich da zum Beispiel an die Konzerte von Wolf Codera denke.“ Zwar sei die Technik veraltet und es müsse entsprechend in das Gebäude investiert werden. „Aber eigentlich ist die Halle ein Schmuckstück.“ Auch in der Bezirksvertretung Ohligs sei die Zukunft der Veranstaltungsstätte immer wieder thematisiert worden. Den Schritt der Stadt, die Festhalle zurückzukaufen, halte sie für eine „vernünftige Grundlage“, damit der Betrieb dort irgendwann wieder starten kann.

Marc Westkämper, Vorsitzender der CDU Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, verwies darauf, dass der Rückkauf der Festhalle zwar ein erfreulicher Schritt, aber nur die „halbe Miete“ sei. Nun gelte es, sie „mit gemeinschaftlichem Engagement wieder aufzupolieren und mit Leben zu füllen“. Man müsse nun Überlegungen anstellen, wie sich interessierte Bürger und Vereine künftig in die Stiftung einbringen können. Die Unterstützung müsse auf eine „breite gesellschaftliche Basis“ gestellt werden.

Für die Solinger Vereine bleibt zu hoffen, dass die wechselhafte Geschichte der traditionsreichen Festhalle dann doch noch ein glückliches Ende nimmt. 2011 hatte die Stadt aufgrund ihrer finanziell desolaten Situation das Gebäude verkaufen müssen – zunächst an die Ohligser Gastronomen André und René Hitzegrad, die sie 2019 an einen Kölner Veranstalter weiterverkauften. Dieser hatte im Zuge der Corona-Krise 2020 eine Duisburger Firma als weiteren Investor mit ins Boot geholt. Den Niedergang des Gebäudes, das später unter dem Namen „Reyna Event Center“ firmierte, konnte dies aber nicht aufhalten. Zu dem Verkaufspreis, der nun durch den Rückkauf floss, machte die Stadt keine Angaben.

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