Amphibienwanderung

Stadt hält Straße für wandernde Salamander frei

Der Hohlenpuhler Weg soll im Herbst für Autos und Radfahrer gesperrt werden. Foto: Christian Beier
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Der Hohlenpuhler Weg soll im Herbst für Autos und Radfahrer gesperrt werden.

Kröten, Frösche und andere Lurche suchen sich ständig neue Wege – dies hat unter anderem Folgen für den Hohlenpuhler Weg

Solingen. Auf der Suche nach Nahrung und Winterquartieren überqueren etliche Feuersalamander im Herbst den Hohlenpuhler Weg. Dabei werden sie immer wieder von Autos und Fahrrädern überfahren. Auf diese Beobachtung, die Spaziergänger gemeldet hatten, reagiert die Stadtverwaltung jetzt. Die Straße zwischen Wipperaue und Friedrichstal soll auch im Herbst – statt bisher nur im Frühjahr – für den Verkehr gesperrt werden. Solche Änderungen beim Amphibienschutz seien regelmäßig nötig, weil die Tiere ihre Wanderwege immer wieder verändern können, erklärt Stadtsprecher Thomas Kraft.

Der Artenschutz erfolgt durch den Schutz der Lebensräume. Und diese sind immer in Bewegung.

Thomas Kraft, Sprecher der Stadtverwaltung

Nach seinen Angaben kommt es immer wieder vor, dass Bürger die zuständigen Stellen des Rathauses über Vorkommen von Amphibienarten informieren. Ein weiteres Beispiel dafür sei der Bereich Theegarten. Dort sei auf Anregung von Anwohnern ein etwa 60 Meter langer Schutzzaun mit Fangeimern aufgestellt worden. Dort werden wandernde Erdkröten und Grasfrösche vor dem Tod durch Überfahren geschützt. Bei solchen Aktionen bewähre es sich laut Kraft seit Jahren, dass auch Anwohner helfen. Dies geschehe zum Beispiel auch in der Friedrichsaue oder im Schellberger Bachtal. Bei den Spaziergängern, die von den herbstlichen Salamander-Wanderungen am Hohlenpuhler Weg berichtet hatten, handelt es sich nach Angaben des Rathaussprechers um Anwohner der Friedrichsaue.

Dass sich die Wanderwege von Fröschen, Kröten und Salamandern verändern, hat diverse Gründe. Kraft: „Jede naturnah erstellte Teichanlage kann jederzeit besiedelt werden, weil zum Beispiel Vögel Laichballen übertragen. Zudem ergibt sich häufig die Situation, dass sich Biotope durch Wanderungen verbinden. Es kann also sein, dass von einem Bach auch die Wanderung zu einem Teich einsetzt.“

Fangzäune verursachen zu hohe Kosten

Darum sei es nötig, dass sich die zuständigen Stellen regelmäßig über die örtlichen Lebensraumverhältnisse ein Bild machen, um Veränderungen oder Entwicklungen zu erkennen. Kraft erklärt weiter: „Der Artenschutz erfolgt durch den Schutz der Lebensräume. Und diese sind immer in Bewegung.“

Die besonders geschützten Feuersalamander sind in den Wäldern oberhalb der Wupper zu Hause. Archivfoto: Boris Roessler/dpa

Fangzäune mit Auffangeimern wären theoretisch auch am Hohlenpuhler Weg möglich. Allerdings hätte eine solche Anlage auf einer Länge von eineinhalb Kilometern installiert werden müssen. Dies hätte nach Angaben der Stadtverwaltung hohe Kosten verursacht. Darum schlägt das Rathaus der Politik eine Sperrung auch im Herbst vor. Da die dafür nötigen Schilder bereits vorhanden seien, entstünden dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Die Sperrung soll – je nach Bedarf – für etwa sechs Wochen von der vierten September- bis zur zweiten Novemberwoche gelten. Über diesen Vorschlag entscheidet die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid in der kommenden Woche.

Aus der Bevölkerung wird berichtet, dass auch im Herbst zahlreiche Feuersalamander zu Tode kommen.

Bericht der Stadtverwaltung

Seit 20 Jahren ist der Hohlenpuhler Weg regelmäßig für vier Wochen im Frühjahr gesperrt. In dieser Zeit überqueren Grasfrösche, Erdkröten, Bergmolche und Feuersalamander die Fahrbahn auf der Suche nach Laichplätzen in der Aue der Wupper. Sie kommen zumeist in Massen aus den darüber liegenden Wäldern. Da in diesem Gebiet der Naturschutz Priorität habe, solle vor allem zum Schutz der besonders geschützten, dämmerungs –und nachtaktiven Salamander jetzt auch im Herbst gesperrt werden, erläutert Kraft.

Diese Regelung will der Stadtdienst Natur und Umwelt zunächst auf dieses Jahr beschränken. Im kommenden Herbst wollen die Fachleute dort die weitere Entwicklung am Hohlenpuhler Weg beobachten. Danach wird entschieden, ob es auch in den kommenden Jahren Herbst-Sperrungen geben soll.

Hautpilz

Die in den Wäldern des östlichen Stadtgebiets (unter anderem im Bereich Kohlfurth) aufgetretene tödliche Hautpilzerkrankung bei Salamandern wurde nach Angaben der Stadtverwaltung im Südwesten Solingens (also auch im Bereich Wippe/Friedrichstal) noch nicht beobachtet. Man werde die Entwicklung im Blick behalten.

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