27. ST-Osterwanderung

Wandern und rätseln: ST-Osterwanderung führt zu Höfen, Kotten und Mühlen

Ein Fachwerkensemble in der Hofschaft Busch.
+
Ein Fachwerkensemble in der Hofschaft Busch.

Unsere 27. Osterwanderung unterhalb Ketzbergs dauert etwa zwei Stunden und bietet zehn Rätselfragen.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Unsere diesjährige Rundwanderroute führt in ein Stadtgebiet, das vielen Solinger nicht bekannt ist: wir bewegen uns an den Wupperhängen unterhalb Ketzberg und Buscher Feld. In malerischer, von geschwungenen Hügeln geprägter Landschaft finden sich dort die alten Ortschaften Rathland, Altenhof, Külf, Schafenhaus und Fleußmühle.

Alle Folgen der Wanderserie

Unterwegs eröffnen sich eindrucksvolle Fernblicke zu den bewaldeten Bergrücken von Cronenberg und Remscheid sowie nach Ketzberg, Stöckerberg und zur Hasseldelle. Wir starten an der Straße Buscher Feld, folgen dieser bergab zur Hofschaft Busch. Schon 1230 wird der Ort urkundlich als „Bussche“ (Busch, Wald) erwähnt. Mit dem Fachwerkhaus Buscher Feld 24 gelangen wir zum Hofschaftsmuseum „Am Busch“ – sowie zu unserer Frage 1 (siehe unten).

Das Haupthaus, 1752 auf einem älteren Keller erbaut, gehörte einst einer Ackerer-, Schleifer- und Sprengmeisterfamilie. Seit 1992 gibt es als Museum Einblicke ins frühere Bergische Hofschaftsleben. Die Straße führt weiter, in Serpentinen bergab, an den östlichen Höfen vorbei in den Wald. An der Wegkreuzung folgen wir dem Schild nach Rathland. Der Name des kleinen, beschaulichen Orts bezeichnet ein durch Rodung urbar gemachtes Gebiet, also Rodeland. Noch vor der Siedlung, links, eingezäunt an einer Teichanlage, ist ein historischer Brunnen, ein sogenannter „Pött“ erhalten. Hier wartet Frage 2.

Ein Blick zur Kohlfurth (l.) und Richtung Schrodtberg (r.).

1871 lebten in Rathland noch 64 Einwohner in 11 Häusern. Dazu gab es fünf Kotten oder Mühlen und acht landwirtschaftliche Gebäude. Wir durchqueren den Ort, gehen geradeaus auf dem Ketzberger Rücken an Feldern entlang, die eindrucksvolle Ausblicke nach Stöckerberg, der Hasseldelle und den Nachbarstädten freigeben. Wir kommen zur Straße Schafenhaus, gehen ein Stück weit bergab und biegen dann rechts in den Weg zur Hofschaft Altenfeld ein. Schon 1580 hatten dort neben der Landwirtschaft einige Messermacher ihre Betriebe. Auch Schwertschmiede hatten in Altenfeld, wie auch in Busch, Rathland und Külf, ihren Wohnsitz. An der Wegkreuzung unten biegen wir rechts in die Hofschaft ein – und kommen zu Frage 3.

Wir gehen links am Haus 24 vorbei, auf den Feldweg zu. Dieser führt über den geschwungenen Hügel zur Ortschaft Külf. Im Tal links fließt der Külfer Bach. Wir überqueren das Gewässer. Im Ort treffen wir auf das markante historische Fachwerk-Ensemble der ineinander verschachtelten Häuser Külf 21/23/25 – sowie auf Frage 4.

Der Häuserkomplex steht seit 1984 unter Denkmalschutz. In einem Dokument von 1672 taucht der Ort erstmals urkundlich auf, als von einem „Herrn Heinrich Moum mit Wohnort in der Külf“ die Rede ist. In der Karte von Erich P. Ploennies von 1715 ist die Hofstelle „Kölf“ verzeichnet. Um 1830 umfasste die „Hofstadt“ schon acht Wohnhäuser, sieben Kleinfabriken oder Mühlen und acht landwirtschaftliche Gebäude. 71 Einwohner lebten dort, davon „vier katholischen und 67 evangelischen Bekenntnisses“. Wir folgen der Straße bergan, an Haus 15 und 16 vorbei. Rechts im Tal fließt der Rathlander Siefen in den Külfer Bach. Oben bei der Kurve am Waldrand biegen wir links in den Wanderweg ein, folgen diesem ein Stück weit – zu Frage 5.

Die Aussicht von einem Feldweg unterhalb von Bimerich nach Rathland und Untenketzberg.

Eine Sitzbank lädt zur Rast ein – und dies vor einem atemberaubenden Panorama der Landschaft. Man kann nach Ketzberg bis weit in das Tal vor Cronenberg sehen. Der Pfad durch Wiesen und Weiden unterhalb der Kleingartenanlage Bimerich Pfad stößt auf einen breiteren Weg, dem wir bergab folgen. Dort gelangen wir zu Frage 6.

Weiter unten, nach einer Wegkehre treten wir in das Fleußmühler Bachtal ein. Der Teil des Bachlaufs zu unserer Rechten wurde vor Kurzem renaturiert. Kaum sehen wir von ferne das alte Gebäude der Fleußmühle, gilt es, Frage 7 zu beantworten.

Die Fleußmühle wird erstmals 1700 als „Friesen Müllen“ erwähnt. Vermutlich gehörte sie einer Familie Fries. 1773 wird „Johann Fleus“ als Mühlenbetreiber genannt. Eine Akte von 1828 berichtet, dass die Mühle ein oberschlächtiges Wasserrad mit einem Mahlgang für Weizen und Roggen hatte, wobei die Getreidearten nur getrennt gemahlen werden konnten. Seit 1984 ist das liebevoll restaurierte Wohnhaus Fleußmühle 1 als Baudenkmal eingetragen. Heute noch kündet die alte, hölzerne mit dicken Eisennägeln beschlagene Haustüre von der Ursprungsmühle: Frage 8.

Verschiefertes Fachwerkhaus ist ein Solinger Baudenkmal

Vorbei an Rathland kommt man zu dem höher gelegenen kleinen Ort Schafenhaus.

Hinter der kleinen Brücke über den Altenfelder Siefen folgen wir dem Wanderweg geradeaus und bergan. Nach der Wegbiegung geht es, an dem Jägerhochstand vorbei, zu der Straße Schafenhaus. Diese führt uns linksum durch weitläufige Felder. Die Hofschaften Altenhof und Rathland zur Linken, kommt man zu dem höher gelegenen kleinen Ort Schafenhaus – mit Frage 9.

Topografische Karten von 1824 und 1871 verzeichnen den späteren Hof Schafenhaus noch als „Kronenfeld“. 1905 zählt man dort sieben Wohnhäuser mit 59 Einwohnern. Das verschieferte Fachwerkgebäude Schafenhaus 2/4 ist seit 1985 ein Solinger Baudenkmal. Nun geht es bergan – wir kommen zu Frage 10.

Beim Haus Untenketzberg 59 handelt es sich um die 1826, ursprünglich einstöckig mit zwei Klassenräumen, erbaute Ketzberger Volksschule. 1869 setzte man zur Erweiterung – da das einstöckige Haus einen massiven Steinbau nicht tragen konnte – einen leichten Fachwerkbau darauf. 1903/1904 erfolgte der Umbau zum Wohnhaus. Angelangt an der Straße Ringelshäuschen, folgen wir dieser weit hinauf an die Lützowstraße. Sie führt linksum zurück zu unserem Ausgangspunkt bei Buscher Feld.

Tipp: Die Strecke ist Teil unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“. Hier sind die gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät. Außerdem sind unsere ersten 20 Wanderungen sowie weitere 20 für je 7,90 Euro als PDF erhältlich unter:
www.bergisch-bestes.de

Anreise

Mit dem Auto: Von der Schlagbaumer Straße geht schräg gegenüber von der Mercedes-Niederlassung die Alleestraße ab, die in die Lützowstraße mündet. Die dritte Straße rechts ist Buscher Feld. Parken kann man mit etwas Glück an der Lützowstraße oder im Umfeld.

Empfohlen wird die Anfahrt mit dem Bus – ohne Parkplatzsorge: Ab Graf-Wilhelm-Platz verkehrt die Buslinie 695 Richtung Abteiweg. Wir fahren bis zur Haltestelle Buscher Feld, gehen ein Stück weit zurück, bis die Straße Buscher Feld links abzweigt. Die Linie 695 verkehrt wochentags in der Regel alle 30 Minuten, sonn- und feiertags stündlich.

Das sind die Fragen zur Osterwanderung

Frage 1: An der Hauswand hängen drei Bretter: Welches Symbol ist in die Klohäuschen-Tür hineingesägt?

Frage 2: Welche Farbe hat die eiserne Eingangstür zum Rathlander „Pött“?

Frage 3: Mitten im Ort rechts am Weg ist ein bemalter Holzzaun: Wie viele Entenkinder folgen der Mutter?

Frage 4: Wir gehen um die Häuser herum. An Haus 23 „nagte der Zahn der Zeit“, was ist hier auffallend schief?

Frage 5: An einer Eiche steht eine Sprossenleiter. Wo führt sie hin?

Frage 6: Rechts am Weg liegt die Sportanlage für Mountainbiker. Wie heißt sie?

Frage 7: Drei Gullydeckel. Wie breit – mit Rand – ist der Deckel „WG0001 - Nr.1“?

Frage 8: Welche Jahreszahl steht über dem Hauseingang?

Frage 9: Wie viele Haustüren hat die verfallene Häuserruine im Ort?

Frage 10: Welches große Flugfahrzeug ist rechts zwischen Bäumen auf einem Privatgrund zu sehen?

Gewinnspiel

Unter allen Einsendern, die unsere zehn Rätsel richtig gelöst haben, verlosen wir drei wertvolle Preise aus unserem Onlineshop bergisch-bestes.de

Der Hauptpreis: ein farbenfrohes, dreiteiliges Messerset mit Schäl-, Gemüse- und Universalmesser des Solinger Premium-Herstellers Wüsthof.

2. Preis: das „Bergische-Land-Quiz“ im dekorativen schwarzen Schmuckkästchen. Es bietet eine vergnügliche und lehrreiche Reise durch unsere Region.

3. Preis: Teil 1 unserer beliebten Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ im PDF-Format, mit gpx-Daten für Ihre Wanderapp. Alle drei Gewinner erhalten zudem ein Päckchen der kräftigen bergischen Kaffeespezialität Rigano-Kaffee.

Einsendeschluss für den unten stehenden Kupon: bis 20. April, in einer unserer ST-Geschäftsstellen in Mitte, Wald oder Ohligs. Die Gewinner werden unter allen richtigen Einsendungen gezogen und vom ST benachrichtigt.

Der Lösungskupon muss in den ST-Geschäftsstellen abgegeben werden.

Datenschutzhinweis: Wir, die B. Boll Verlag des Solinger Tageblattes GmbH & Co. KG, nutzen und speichern die von Ihnen im Rahmen der Teilnahme angegebenen Daten nur solange und soweit dies für die Durchführung des Gewinnspiels erforderlich ist. Weitere Infos zu unseren Datenschutzbestimmungen, auch zur Geltendmachung Ihrer Rechte auf Auskunft, Löschung und Widerspruch, finden Sie unter: www.solinger-tageblatt.de/datenschutz

Um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, in kleinen Gruppen, möglichst im Familien- oder Freundesverband, zu gehen. Größere Gruppenansammlungen sind zu vermeiden. Die Rundtour lässt sich nicht nur über die belebten Feiertage gehen, sondern jederzeit nach Lust, Laune, Zeit und Wetter. Treffen Sie unterwegs auf andere Spaziergänger, halten Sie Abstand. Zum Wandern heißt es, Zollstock oder Metermaß, Stift und Notizblock nicht vergessen! Anschließend sollte man noch einmal alle Fragen und Antworten kontrollieren, dann den Kupon ausfüllen und ans ST senden. Viel Glück! Und viel Spaß beim Wandern.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

40.000 Euro wert: Täter stehlen 500 Kilo schweren Brunnen
40.000 Euro wert: Täter stehlen 500 Kilo schweren Brunnen
40.000 Euro wert: Täter stehlen 500 Kilo schweren Brunnen
Italienische Windbeutel im Eis sind der Hit
Italienische Windbeutel im Eis sind der Hit
Italienische Windbeutel im Eis sind der Hit
Verkehrschaos nach Unfall in der Kohlfurth
Verkehrschaos nach Unfall in der Kohlfurth
Verkehrschaos nach Unfall in der Kohlfurth
Kritik an Bochum-Fahrten mit ukrainischen Flüchtlingen
Kritik an Bochum-Fahrten mit ukrainischen Flüchtlingen
Kritik an Bochum-Fahrten mit ukrainischen Flüchtlingen

Kommentare