ST vor Ort - die große Stadtteilserie

Gesamtschule Höhscheid wird „erwachsen“

Schulleiter Dirk Braun vor der neuen Mensa am Standort Kanalstraße. Dort sind die Jahrgänge fünf bis sieben der Gesamtschule Höhscheid untergebracht. Foto: Christian Beier
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Schulleiter Dirk Braun vor der neuen Mensa am Standort Kanalstraße. Dort sind die Jahrgänge fünf bis sieben der Gesamtschule Höhscheid untergebracht.

2014 gegründete Schule geht erstmals in die Qualifikationsphase Richtung Abitur

Solingen. Vor sieben Jahren wurde die Gesamtschule Höhscheid als vierte Solinger Gesamtschule gegründet. Mit dem Unterrichtsbeginn heute startet erstmals die Qualifikationsphase, also die Jahrgänge 12 und 13, Richtung Abitur. Untergebracht sind die Jahrgänge der Oberstufe ebenso wie die Klassen acht bis zehn im Gebäude Zweigstraße, das komplett saniert wurde und mit modernen Fachräumen und neuer Sporthalle für die wachsende Schule ausgestattet ist.

Inhaltlich werden die erfolgreiche Arbeit und das Säulenmodell der Unter- und Mittelstufe – mit Lernbüros für die Hauptfächer, viel Projektarbeit in Natur- und Geisteswissenschaften sowie Werkstätten für Kunst, Musik und Sport – auch in der Oberstufe Fortsetzung finden.

„Wir arbeiten mit Individuellen Lernzeiten (ILZ), wobei jedes Fach eine gewisse Zeit über die Woche verteilt zur Verfügung hat“, erklärt Schulleiter Dirk Braun. Ein weiteres Element sei der „Flipped Classroom“, dabei werde der Unterricht quasi umgekehrt. „Normalerweise führt der Lehrer ein Thema ein, das die Schüler dann vertiefen. Wir setzen auf die individuelle Vorbereitung eines Themas durch die Schüler, das dann vor dem Hintergrund des angeeigneten Wissens im Kurs behandelt wird“, so Braun.

Die Sechszügigkeit der Schule ist im Gespräch

Natürlich gibt es auch an der Gesamtschule Höhscheid Leistungskurse (LK), das schreibe die Allgemeine Prüfungsordnung für die Gymnasiale Oberstufe vor. Neben den Leistungskursen Deutsch, Englisch und Mathe sind andere LK-Fächer mit Grundkursen zu sogenannten Projektkursen gekoppelt: Erkunde und Sozialwissenschaften, Sport und Biologie, Kunst und Pädagogik. „Da kann es beispielsweise Thema sein, wie man ein Kunstprojekt auch an jüngere Schüler vermitteln kann“, nennt Dirk Braun ein Beispiel für den fachübergreifenden Ansatz.

Während die Oberstufe dreizügig ist, sind die Jahrgänge fünf bis zehn vierzügig. Derzeit wird am Hauptsitz der Gesamtschule an der Kanalstraße noch umgestaltet, um die Räume optimal zu nutzen. So wird aus dem ehemals großen Lehrerzimmer ein Selbstlernzentrum für die Schüler. Zudem sollen Pausenräume – ruhige ebenso wie solche mit Kickern – und Räume für Projekte geschaffen werden.

Auch die Erweiterung der Schule auf Sechszügigkeit ist aktuell im Gespräch. Der Schulentwicklungsplan sah die Schulerweiterung schon für 2024 vor, bereits in diesem Jahr war Geld für die Planung in den Haushalt eingestellt. „Das hat sich durch die Pandemie aber verschoben“, so Dirk Braun.

Für Sechszügigkeit braucht die Schule einen weiteren Standort

Tatsache ist, dass besonders die Jahrgänge sieben bis neun an den Gesamtschulen sehr voll sind. Sowohl an der Kanal- als auch an der Zweigstraße habe man aber die Gebäudekapazitäten ausgereizt, auch Anbauten sind dort nicht mehr möglich. Der Schulentwicklungsplan sehe deshalb eine Auslagerung von Klassen an die Fritz-Reuter-Straße vor. Ob das möglich ist – auch weil die Schule dann faktisch drei Standorte habe – sei noch offen.

„Natürlich wählen einige Eltern auch bewusst ein kleines, persönliches Schulsystem“, gibt Braun zu bedenken. Den Ratsbeschluss wolle man aber nicht blockieren. „Es geht jetzt vielmehr darum, konstruktiv an der Planung gemeinsam mit der Stadt mitzuarbeiten. „Die Gesamtschulen hatten im Schulleiter-Sprecherrat auch die Idee angebracht, beim Neubau am Vogelsang das dortige Gymnasium und die Realschule zu einer neuen Gesamtschule zusammenzulegen.“ Für eine solche Alternativ-Lösung gebe es derzeit aber wohl keine Mehrheit in der Stadt, so Braun.

Weitere Themen

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Themen: In der Stadtteil-Serie stehen diese Woche weitere Themen an. Unter anderem wird Höhscheids „kleine Schwester“ Widdert besucht. Zudem geht es um die aktuelle Situation von Obenrüdener, Balkhauser und Wipperkotten.

Alle Teile der ST-Stadtteilserie finden Sie hier.

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