Baustelle

Sparkassen-Neubau: Abriss am Neumarkt macht Fortschritte

Bauleiter Peter Breuer (l.) und Martin Idelberger blicken auf die Schuttberge des abgerissenen „Schaufensters“. Fotos: Christian Beier
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Bauleiter Peter Breuer (l.) und Martin Idelberger blicken auf die Schuttberge des abgerissenen „Schaufensters“.

Durch den Neubau der Stadt-Sparkasse verändert die Innenstadt ihr Gesicht.

Von Timo Lemmer

Solingen. Der ehemalige Parkplatz an der Peter-Knecht-Straße gleicht in diesen Tagen einem Schweizer Käse. Zumindest, was die Anzahl der Löcher betrifft: Im Zuge der Baumaßnahmen rund um den Neumarkt, an dem die neue Hauptstelle der Stadt-Sparkasse entsteht, geht es in großen Schritten voran. Neben den auffälligen Abrissarbeiten erfolgen aber auch von außen weniger gut sichtbare Arbeitsschritte – wie eben die Durchlöcherung.

Ingenieur Peter Breuer erklärt: „Aktuell bohren wir Löcher, um für die Blindgängersuche Sonden runterschicken zu können.“ 80 bis 100 Löcher werden es am Ende sein, die dafür sorgen, dass der ehemalige Parkplatz gescannt werden kann. In der Regel wird fünf Meter tief gebohrt. Ein Bereich von fünf Metern Radius kann dann durchleuchtet werden. Dort, wo später Träger platziert werden, wird auch noch einmal tiefer gebohrt.

Der Abschnitt an der Ecke Peter-Knecht-Straße / Am Neumarkt gilt als besonders kritisch. Hier liegen viele Leitungen und Rohre.

Breuer und das Team haben für die Suche anderthalb Monate veranschlagt: „Ein Luftbild von 1953 gibt uns aber das Gefühl, dass wir Glück haben könnten.“ Überraschungen seien indes nie ausgeschlossen. In der Regel finde man aber eher Mauerreste. Ab und an bleiben Passanten am Baustellenzaun stehen, ein älterer Herr hat sogar Tipps für die Blindgängersuche gegeben. Die gründliche Arbeit ersetzt das logischerweise nicht.

Einen anderen Baustellenabschnitt bezeichnet Breuer als den sensibelsten: den Fassadenbereich mit Blick auf den Neumarkt. „Wir fressen uns jetzt Stück für Stück weiter rein“, umschreibt er die Abrissarbeiten. Gas, Wasser, Strom sind längst totgelegt.

„Wir sind voll im Plan. Das ist in diesen Zeiten ja schon eine Herausforderung für sich.“

Martin Idelberger, Sprecher der Stadt-Sparkasse

Vor Überraschungen wie einer zuvor in ihrem Verlauf nicht näher definierten Kaverne (unterirdischer Hohlraum) mit Telekommunikationstechnik von der Peter-Knecht-Straße zur Kölner Straße in fünf Metern Tiefe sei man nie gefeit. „Da haben wir am Neumarkt 15 ein wenig umgeplant, ein Stück vom Keller weggenommen, denn an der Kaverne müssen wir vorbei.“ Die Ecke des Neubaus, auf der zuvor ein Imbiss war, sei die kritischste: „Dort liegen sämtliche Leitungen.“ Hier ist Vorsicht geboten. Deshalb können die Häuser auch nicht einfach abgerissen werden, sondern werden Stück für Stück abgetragen.

Den Baufortschritt mindert die Vorsicht derweil nicht. „Wir sind voll im Plan. Das ist in diesen Zeiten ja schon eine Herausforderung für sich“, sagt Martin Idelberger für die Sparkasse. Der Terminplan, der den Sparkassen-Umzug ab Ende November 2023 vorsieht, sei ohnehin äußerst ambitioniert, sagt Breuer. Er meint aber auch: Das muss so sein. Entsprechend fokussiert laufen die Arbeitsschritte ab. Im Januar begannen die ersten, zumeist nicht sichtbaren Arbeiten, ehe seit Mitte März die Innenstadt ihr Gesicht deutlich verändert. Im Juni soll die Baugrube ausgehoben werden. Die Teilbaugenehmigung dafür erwarte man kurzfristig, so Bauleiter Breuer. Entsprechende Firmen müssten sich zudem ab August einrichten, damit „wir in der ersten vollen September-Woche mit dem Betonieren beginnen können“.

Die neue Hauptzentrale der Sparkasse entsteht für rund 45 Millionen Euro. Weitere 35 Millionen Euro fließen in eine Tiefgarage und den weiteren Wohnkomplex. Der neue Komplex wird zudem 26 Wohnungen, Büroräume sowie die integrierte Max-Leven-Gedenkstätte beinhalten. Bis dahin werden auch „mindestens zwei Kräne“ auf der Baustelle aktiv sein: „Das Grundstück hat 5200 Quadratmeter, die wir auch bebauen. Mit einem Kran geht das nicht.“ Wenn die Baustelle zur Gebäudeerrichtung steht, wird der gesamte Baustellenbetrieb über einen dauerhaft bewachten Eingang abgewickelt. Auf die Rohbauphase soll ab der späteren Jahresmitte 2022 die Ausbauphase folgen.

Diese Woche kommt dann auch ein Experte, um den bald zu fällenden Baum zu begutachten: Enthält der keinen Nistplatz, wird zügig gefällt. Breuer: „Wir sorgen aber für viel Ersatzpflanzung. Auch die Dächer werden begrünt. Damit halten wir auch bei Starkregen viel Wasser zurück.“

Solingen: Viele Händler haben neue Bleiben gefunden

Die meisten Geschäfte und Restaurants, die aus dem Baugebiet weichen musste, haben Lösungen gefunden. Ein türkischer Anbieter habe nach Höhscheid gehen wollen, weiß Bauleiter Peter Breuer, einen Asia-Markt hat es einige Meter weiter an den Ufergarten gezogen. Der Betreiber eines griechischen Imbisses hat aus Altersgründen keinen anderen Standort gesucht, der Eck-Imbiss ist ein paar Meter weiter am Neumarkt – ebenso das Restaurant Fasil. Womöglich gleich auf drei Standorte baut bald Pizza Pazza, wie Jannis Lambropoulos erzählt: „Wir haben uns ein bisschen aufgeteilt. Auf der Wupperstraße haben wir unsere Lieferzentrale, wo auch abgeholt werden kann. Dazu eröffnen wir am 4. Mai auf der Gasstraße unser Restaurant mit Außengastronomie.“ Neben dem Bürgerbüro der Stadt hat Pizza Pazza ein leeres Ladenlokal erworben und umgebaut. Die Pläne, ins ehemalige Tedi-Ladenlokal in den Clemens-Galerien zu ziehen, liegen aber nicht auf Eis: „Das ist weiter in Planung.“

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