Negativzinsen kommen

Sparkasse bietet Sonderkredite für Hochwasseropfer

Die Baugrube der Stadt-Sparkasse am Neumarkt: Vor dem Frost muss die Bodenplatte gegossen sein, um den Zeitplan einzuhalten. Foto: bjb
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Die Baugrube der Stadt-Sparkasse am Neumarkt: Vor dem Frost muss die Bodenplatte gegossen sein, um den Zeitplan einzuhalten.

Jahresziel von 4 Millionen Euro Gewinn kann wohl wieder erreicht werden.

Solingen. Sonderkredite für alle Solinger, die vom Hochwasser betroffen sind, nicht nur für Kunden: Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der Stadt-Sparkasse, Stefan Grunwald, gestern an. Einzelsummen zwischen 2500 und 50 000 Euro stelle das Kreditinstitut für Geschädigte zur Verfügung. Zunächst sei die Summe gedeckelt auf 10 Millionen Euro. „Je nach Ausmaß der Schäden ist das aber nicht das letzte Wort.“

Die Sparkasse berät zu den Sonderkrediten auch im „Bürger-Bauwagen“ der Stadt, der heute noch in Unterburg steht und morgen und übermorgen im Bereich Rüden im Einsatz sein wird – zusätzlich zu Telefon und E-Mail. Außerdem kündigte die Stadt-Sparkasse eine Spende bis 100 000 Euro für die Gerd-Kaimer-Stiftung an.

Mit den Geschäftszahlen zeigte sich Stefan Grunwald zufrieden. Fast 300 Millionen Euro Kreditzusagen gab die Sparkasse im ersten Halbjahr 2021 – im gesamten Jahr 2020 waren es 467,8 Millionen Euro. „Das Privatkreditgeschäft ist zurückhaltend, die Kredite im Wohnungsbau gehen aber durch die Decke“, so Grunwald. Weit mehr als 200 Millionen Euro entfallen bislang in diesem Jahr auf diesen Bereich.

Vom Sparkassen-Gewinn sollen 1,6 Millionen Euro in den städtischen Haushalt fließen

Das sind auch gute Nachrichten für die Stadtkasse: Ebenso wie 2020 peile die Stadt-Sparkasse wieder einen Gewinn von 4 Millionen Euro an, wovon 1,6 Millionen Euro in den städtischen Haushalt fließen sollen.

Ernst macht das Kreditinstitut bei den Negativzinsen: Bis zum 1. August soll mit allen betroffenen Kunden eine Vereinbarung erzielt werden. 0,5 Prozent „Verwahrentgelt“ werden ab 250 000 Euro fällig, bis zu dieser Obergrenze könne je die Hälfte auf Giro- und Sparkonto verteilt werden. Für Ehepaare gilt die Grenze bis 500 000 Euro. „Unser Ziel ist, mit den Kunden alternative Anlageformen zu finden“, so Grunwald, der von Hunderten Kunden spricht, die betroffen seien. Die Kundeneinlagen bei der Sparkasse seien allein 2021 um weitere 115 Millionen Euro gestiegen. Und die Sparkasse müsse für Geld, das bei der Europäischen Zentralbank geparkt werde, ebenfalls Abschläge hinnehmen.

Stefan Grunwald ist Chef der Stadt-Sparkasse.

Eine Folge der dauerhaft niedrigen Zinsen seien Preissteigerungen bei Wohnraum. Die teils mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter, die derzeit erzielt würden, seien vor fünf Jahren undenkbar gewesen. „Für die Stadt ist das eine gute Entwicklung, das zieht Investoren an“, so Grunwald.

Ein wichtiges Wohnungsprojekt will die Stadt-Sparkasse selbst verfolgen – nach dem Neubau der Hauptgeschäftsstelle am Neumarkt soll anstelle der alten Hauptstelle an der Kölner Straße Wohnraum entstehen. Da gehe es nicht nur um das Gebäude an sich, sondern auch um Parkplätze und weitere Flächen dahinter. „Das wird eine Größenordnung haben, die wir nicht alleine als Investor stemmen werden“, erklärte Grunwald. Derzeit werde mit der Firma, die auch beim Handlungskonzept Wohnen der Stadt beraten habe, analysiert, was der Standort brauche und vertrage: Sozialer Wohnungsbau, Mietwohnungen, Eigentumswohnungen.

An der Kölner Straße soll ein neues Quartier entstehen

Grunwald sieht ein kleines städtisches Quartier in der Entstehung: „Unser Ziel mit diesem Projekt und auch mit dem Bau am Neumarkt ist eine Attraktivierung der Stadt. Diese Verantwortung nehmen wir an und auch gerne wahr.“ Das sei verbunden mit der Hoffnung, dass die Präsenz und der intensive Kundenkontakt, den die Sparkasse auch in der Corona-Krise bewiesen habe, Alleinstellungsmerkmale in einem schwieriger werdenden Markt seien. „Wir wollen ein lebendiger Teil der Gesellschaft und der Wirtschaft sein.“

Am Neumarkt wird derzeit die Baugrube ausgehoben, Ende Oktober soll der Grundstein gelegt werden. Noch vor dem Frost muss die Bodenplatte gegossen sein – sonst werde es schwer, den ambitionierten Zeitplan zu halten. Ende 2023 will die Sparkasse am Neumarkt einziehen.

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