Kosten

Sozialbestattungen: Stadt und Bestatter nähern sich an

Bei Sozialbestattungen trägt die öffentliche Hand lediglich Kosten, die für die Bestattung unbedingt notwendig sind. Symbolfoto: Christian Beier
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Bei Sozialbestattungen trägt die öffentliche Hand lediglich Kosten, die für die Bestattung unbedingt notwendig sind.

Weiterhin trägt die öffentliche Hand die Kosten für eine Beisetzung, wenn die bestattungspflichtige Person dazu nicht in der Lage ist. Vor der Kostenübernahme wird nun aber intensiver geprüft.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Trägt die Stadt die Kosten für eine Sozialbestattung in vollem Umfang? Oder gibt es Hinterbliebene, die für einen Teil aufkommen müssen? Und wer ist dafür verantwortlich, das Geld einzutreiben? Unklarheiten bei diesen Fragen haben vor einigen Monaten dazu geführt, dass sich viele Solinger Beerdigungsinstitute dazu entschieden haben, nur noch in Ausnahmefällen Sozialbestattungen durchzuführen. Nun haben sich Verwaltung und Bestatter angenähert.

Auslöser der Debatte war ein angepasstes Verfahren. Weiterhin trägt die öffentliche Hand die Kosten für eine Beisetzung, wenn die bestattungspflichtige Person dazu nicht in der Lage ist. Vor der Kostenübernahme wird nun aber intensiver geprüft, ob die Bestattung von anderen Hinterbliebenen oder aus dem Erbe gezahlt werden kann. Immer wieder sei es vorgekommen, dass Anträge für Sozialbestattungen trotz anderer Finanzierungsmöglichkeiten und -pflichten eingingen.

Problematisch aus Sicht der Bestatter: Wegen der intensiveren Suche nach möglichen Zahlungspflichtigen warten sie länger auf ihr Geld und bekommen im Zweifelsfall nicht die komplette Summe erstattet. Sie müssten sich an ihren Auftraggeber wenden, dass dieser den fehlenden Betrag aufbringen muss. In der Praxis gestaltet sich das häufig schwierig – die Institute bleiben auf einem Teil der Kosten sitzen.

Sozialbestattungen in Solingen: Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Hinterbliebenen wird überprüft

Eine neuerliche Verfahrensanpassung soll Abhilfe schaffen. Demnach trete die Stadt auf den Plan, wenn „nach Lage der Dinge nicht sofort geklärt werden kann, ob die eigentlich zur Kostenübernahme Verpflichteten tatsächlich zahlen können“. Dann sichere die Verwaltung dem Bestatter die Zahlung zunächst zu, überprüfe jedoch im Anschluss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Hinterbliebenen, die eigentlich zahlen müssen. Wenn sich dabei herausstellt, dass sie dazu tatsächlich nicht in der Lage sind, übernimmt die Stadt die Leistung endgültig. „Der Bestatter erhält damit sehr schnell die sichere Zusage, dass die Rechnung beglichen wird und er sich nicht darum kümmern muss, ausstehende Beträge einzufordern“, heißt es aus dem Rathaus.

„Die Stadt hat sich bemüht“, betont Jan Luchtenberg von der Firma Adolf Fritz Bestattungen. Sein Vater Klaus ist der hiesige Vorsitzende des Bestatterverbandes. Dennoch befürchtet er, dass es immer noch zu Problemen bei der Abrechnung von Sozialbestattungen kommen wird: „Wir lehnen diese Aufträge aber nicht grundsätzlich ab, sondern prüfen im Einzelfall.“ Es werde sich zeigen, wie sich das neue Vorgehen bewährt.

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