Projekt

SOS-Dose kann im Notfall Leben retten

In der Tür des Kühlschranks sollte die Dose deponiert werden. Dann ist sie – mit entsprechendem Aufkleber auf der Kühlschranktür – von dem Rettungsdienst schnell zu finden.
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In der Tür des Kühlschranks sollte die Dose deponiert werden. Dann ist sie – mit entsprechendem Aufkleber auf der Kühlschranktür – von dem Rettungsdienst schnell zu finden.

Caritas und St. Lukas Klinik verteilen die SOS-Dosen. Sie sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Von Simone Theyßen-Speich

Zwölf Zentimeter hoch und sechs Zentimeter im Durchmesser misst die rot-weiße Kunststoffdose. Außen prangt „Rettung aus der Dose – SOS“ in großen Lettern. Denn ihr Inhalt kann im Notfall Leben retten. Am Donnerstag stellten der Caritasverband Wuppertal / Solingen und die Kplus Gruppe das gemeinsame neue Projekt vor.

„Die simplen Ideen sind oft die besten“, brachte Rainer Keßler, zuständiger Referatsleiter beim Caritasverband, die Sache auf den Punkt. Die Dose enthält nämlich ein Infoblatt, auf dem alle persönlichen Informationen, die bei einem medizinischen Notfall wichtig sein können, hinterlegt sind. „Dann soll die Dose gut sichtbar im Kühlschrank deponiert werden. Küche und Kühlschrank sind nämlich in jeder Wohnung schnell vom Rettungsdienst zu finden“, erklärt Keßler. Diese Infos digital abzuspeichern, etwa auf dem Handy oder der Krankenversicherungskarte, funktioniere keinesfalls so schnell und effektiv.

Haben die Idee gemeinsam auf den Weg gebracht: (v.l.) Johannes Wecker, Cerstin Tschirner und Franziskus von Ballestrem von der Kplus Gruppe sowie Dr. Christoph Humburg, Susanne Bossy und Rainer Keßler vom Caritasverband.

Auf dem Blatt, das in der Dose deponiert wird, sollen neben den persönlichen Daten Hinweise auf den Hausarzt und eine mögliche Pflege oder Betreuung angegeben sein. „Ganz wichtig als Hinweise für uns im Krankenhaus sind die Informationen über Krankheiten und Medikamenteneinnahme. Das kann lebenswichtige Zeit sparen“, betont Johannes Wecker, Krankenhaus-Direktor der St. Lukas Klinik.

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Die Patienten können auch einen Hinweis auf dem Flyer hinterlassen, wo die Medikamente in der Wohnung aufbewahrt sind, damit der Rettungsdienst sie findet, wenn die Patienten nicht mehr ansprechbar sind. Auch sie sollen, ebenso wie die Notfalldose, mit in die Klinik genommen werden. Auch Hinweise auf Notfallmappe, Patientenverfügung und Impfpass können hinterlassen werden.

Hinweis auf zu informierende Angehörige ist wichtig

Zudem soll aufgeschrieben werden, wer als Angehöriger im Notfall zu informieren ist, und ob es Haustiere in der Wohnung gibt, um die sich jemand kümmern muss. „Wichtig ist, dass diese Informationen immer aktuell sind. Gerne kann man bei uns auch ein neues Infoblatt zum Ausfüllen bekommen oder es sich von der Caritas-Homepage ausdrucken, wenn sich Dinge geändert haben“, erklärt die Caritas-Pressereferentin Susanne Bossy. Damit die Ersthelfer wissen, dass es solch eine SOS-Rettungsdose in der Küche gibt, sollte ein kleiner roter Aufkleber auf der Kühlschranktür platziert werden. Ein zweiter Aufkleber, der ebenfalls der Dose beigelegt ist, soll von innen in die Wohnungstür geklebt werden. Der Aufkleber sollte nicht von außen an der Tür platziert werden, um keinen Hinweis auf eine alleinstehende oder hilfsbedürftige Person zu geben.

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HIER GIBT ES DOSEN

EINRICHTUNGEN Die Dose gibt es in folgenden Einrichtungen: Caritas „Pflege und Hilfe zu Hause“, Neuenhofer Straße 127, Caritas Rechtliche Betreuung, Hackhauser Straße 2, St. Lukas Klinik, Patientenaufnahme, Schwanenstraße 132, St. Lukas Pflegeheim, Tagespflegehaus und Altenheim, Bereichsdirektion Senioreneinrichtungen, Langhansstraße 9-11.

ABGABE Die Dose wird an Interessierte kostenlos abgegeben. Auf Wunsch erhalten Betroffene auch Hilfe beim Ausfüllen des Info-Blattes.

Vor zwei Jahren hat die Caritas das Projekt bereits in Wuppertal gestartet. 5000 Dosen wurden seitdem dort verteilt, bei Selbsthilfegruppen, bei der Entlassung von Patienten aus dem Krankenhaus oder in den Caritas-Angeboten. „3000 Dosen haben wir jetzt erstmal für Solingen produzieren lassen“, erklärt Caritasdirektor Dr. Christoph Humburg, der den Schulterschluss mit der Kplus Gruppe besonders betont.

Auch hier sollen Patienten bei der Entlassung solch eine Dose erhalten (» Kasten ). „Auch Menschen, die beispielsweise in unserer Tagespflege oder der Kurzzeitpflege untergebracht waren, können wir mit der Dose über das Angebot informieren“, betont Franziskus von Ballestrem, Bereichsdirektor Senioren in der Kplus Gruppe. Dabei richte sich die SOS-Rettungsdose keinesfalls nur an Senioren, betonen die Initiatoren.

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