Nachfolgerin steht in den Startlöchern

Sonja Baumhauer leitet Kulturmanagement in Solingen

Sonja Baumhauer(rechts) bringt Erfahrungen aus Monheim und weiteren Einrichtungen für die Leitung des Kulturmanagements mit. Kulturdezernentin Dagmar Becker will zusammen mit Baumhauer nach Fördermöglichkeiten für den laufenden Kulturbetrieb der Stadt suchen. Foto: Christian Beier
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Sonja Baumhauer (rechts) bringt Erfahrungen aus Monheim und weiteren Einrichtungen für die Leitung des Kulturmanagements mit. Kulturdezernentin Dagmar Becker will zusammen mit Baumhauer nach Fördermöglichkeiten für den laufenden Kulturbetrieb der Stadt suchen.

Die Expertin für kulturelle Bildung und Management tritt am 1. Mai ihre Stelle in Solingen an.

Von Philipp Müller

Gerade erst verabschiedete sich der langjährige Leiter des Kulturmanagements, Hans Knopper, im kleinen Konzertsaal von den Mitarbeitern des Haues und Vertretern aus Politik und Kultur. Mit Sonja Baumhauer steht die Nachfolgerin bereits in den Startlöchern. Die 42-Jährige tritt zum 1. Mai den Dienst im Theater und Konzerthaus an. Sie habe sich gegen 19 Mitbewerber durchgesetzt, berichtet Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) und sei am Ende einstimmig von der fünfköpfigen Findungskommission gewählt und von den politischen Gremien des Stadtrats bestätigt worden.

Baumhauer sieht ihre Aufgabe vor allem darin, das Haus für weitere Zwecke zu öffnen. Aus der Verwaltung der Stadt Monheim, wo sie Leiterin für Kultur und Bildung war, bringe sie dafür einige Ansätze mit, erzählt sie. Aber sie habe ein Grund besonders gereizt, sich für die offene Stelle der Leitung des Solinger Kulturmanagements zu bewerben: „Solingen hat, auch wenn es eine arme Kommune ist, einen sehr guten Ruf, was die Breite des Angebots und die Zahl der Akteure in der Kultur angeht.“ Darauf wolle sie aufbauen.

Dazu erstellt die Stadt – durch die Förderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ermöglicht – in diesem Jahr ein Zukunftskonzept für das Theater und Konzerthaus. Dabei gehe es sowohl um bauliche, vor allem aber auch um die inhaltlichen Fragen, betont Dezernentin Becker.

Solingen: Neue Kulturmanagement-Leiterin nutzt bereits ein Wahl-Abo

Die neue Leiterin ist bereits Nutzerin des Hauses: „Mit ein paar Freundinnen nutze ich das Wahl-Abo.“ Dafür reise sie gerne aus Langenfeld an. Überhaupt ist sie dem Theater und Konzerthaus zugetan: „Ich finde es fantastisch und würde gerne den baulichen Charme aus der Zeit erhalten, zu der es Anfang der 60er Jahre gebaut wurde.“ Sie könne sich aber eine einladendere Öffnung an der Frontseite zur Konrad-Adenauer-Straße hin durchaus vorstellen. Auch mehr Gastronomie sei ihr Wunsch. „Das sind alles Themen, die auch im Konzept besprochen werden können“, ergänzt dazu Dagmar Becker.

Spürbar wird die neue Handschrift von Sonja Baumhauer im Spielplan aber erst in der Saison 2021/2022. Denn schon jetzt seien viele Verträge für die kommende Saison ab September geschlossen worden. Das empfindet sie aber nicht als Makel. Sie kennt das Geschäft, hat als Managerin in Monheim das Ulla-Hahn-Haus verantwortet und sich ihre ersten Sporen in der Filmothek NRW verdient.

Sie werde auch selbst viel bei den Veranstaltungen sein. „Es ist wichtig, zu schauen, wie das Programm bei den Menschen ankommt.“ Zugleich will sie sich in der vorhandenen Kulturszene Solingens bekannt machen. „Was Solingen alles auf die Beine gestellt hat, das ist klasse.“ Damit meint sie kulturelle Angebote außerhalb des Theaters und Konzerthauses. Ohne Ironie, meint sie, dass in einer armen Kommune die Akteure oft dichter zusammenrücken würden als in einer reichen Stadt wie Monheim.

Dagmar Becker wünscht sich, dass Baumhauer auch federführend die Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Kultursekretariat NRW ausbaut. Dieser Institution, über die Fördermittel fließen, war die Stadt erst Ende 2019 wieder beigetreten. Baumhauer sei durch ihre Tätigkeit in Monheim da gut im Thema.

Im Bereich der kulturellen Bildung verweist Sonja Baumhauer auf „viele Modelle, die Solingen beispielhaft entwickelt hat“, die es aber auszubauen gelte. Dies vor allem unter Einbeziehung der Kultureinrichtung. Die Vertreter des Hauses müssten etwa zu den Schülern hin, diese aber auch an die Konrad-Adenauer-Straße einladen, ihnen zeigen, wie so ein Kulturbetrieb funktioniere. Das seien viele Aufgaben, auf die sich aber freue: „Deshalb habe ich mich auch auf die Stelle beworben.“

KULTURMANAGEMENT

AUFGABEN Das Kulturmanagement hat seinen Sitz im Theater und Konzerthaus. Dort wird der jährliche Spielplan erstellt. Vermietungen des Hauses an Dritte gehören zum Geschäft. Zudem koordiniert der Stadtdienst Aufgaben aus dem Bereich der Einwerbung von Drittmitteln für Kultur. Neben der Verwaltung gehört zum Amt die technische Abteilung des Hauses.

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