Extreme Temperaturen

Grillen bei 50 Grad, frieren im Kühlhaus

Marina Signirino und Rudolf Jacobs (r.) arbeiten zwar beide mit Lebensmitteln, beim Metzgermeister in Gräfrath ist es aber bedeutend kühler als an der Arbeitsfläche der Grillstube in der Innenstadt. Doch auch Jacobs benötigt bei der aktuellen Witterung besondere Vorbereitungen, um aus der Sommerhitze ins Kühlhaus zu wechseln. otos: Michael Schütz
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Marina Signirino und Rudolf Jacobs (Bild unten) arbeiten zwar beide mit Lebensmitteln, beim Metzgermeister in Gräfrath ist es aber bedeutend kühler als an der Arbeitsfläche der Grillstube in der Innenstadt.

Wir stellen einige der heißesten und der kältesten Arbeitsplätze der Stadt vor.

Von Lucas Hackenberg

Solingen. Temperaturen von mehr als 35 Grad bringen die Klingenstadt zum Schwitzen. Nicht alle können dabei Ausflüge an die Badeseen oder in die heimischen Gärten unternehmen, um das Wetter zu genießen. In manchen Branchen wird das Arbeiten bei extremen Temperaturen zur echten Herausforderung. Wir stellen einige der heißesten und der kältesten Arbeitsplätze der Stadt vor.

DWD erwartet 39 Grad für Solingen

Hier ist es besonders heiß

Bei den Dachdeckern der Region gehört es zum Berufsbild dazu, auch bei extremer Hitze der Beschäftigung nachzugehen. Die Abnahme von Leistungsfähigkeit sei hier nahezu unvermeidlich, meint auch Stefan Kranen von der Dachdecker-Firma Bruchhaus. „Man kann natürlich nicht so durchziehen wie sonst. Gerade die Arbeit mit dem Brenner und dem Heißluftfön auf Flachdächern wird da oftmals zur Tortur“, sagt er.

Zum Arbeitsschutz seien die Firmeninhaber von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft dazu angehalten, den Angestellten Sonnencreme und Kopfbedeckungen bereitzustellen. Zudem wird eindringlich empfohlen, nicht mit freiem Oberkörper zu arbeiten, da sonst das Risiko für Hautkrebs im Alter enorm ansteigt.

Mit etwas anderen Problemen hat man hingegen in Innenräumen zu tun. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gabis Grill in der Solinger Innenstadt müssen jedoch ebenso darauf achten, der Hitze bestmöglich zu trotzen. An besonders warmen Tagen verändere sich der Arbeitsalltag daher immens.

Direkt neben dem Grill, wo etwa Hähnchen bei ca. 180 Grad zubereitet werden, kann die Temperatur auf bis zu 50 Grad ansteigen. Deshalb müssten einige Maßnahmen zum Arbeitsschutz implementiert werden. „Das Wichtigste ist die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit während Tagen mit sengender Hitze“, berichtet Inhaberin Gabriela Zolnowski. Zudem müssten deutlich mehr Pausen gemacht werden als sonst. Bei der Häufigkeit von Arbeitsunterbrechungen sollten die Angestellten, gerade während einer Hitzewelle, vollständig auf ihren Körper hören. Die Jalousien in der Küche blieben heruntergefahren und die Fenster würden des öfteren zum Lüften geöffnet, erzählt sie weiter.

Hier ist es auch im Sommer kalt

Angenehm kühle Plätze gibt es im Sommer vor allem dort, wo die Arbeit es verlangt. Dies ist zum Beispiel im Kühlhaus der Metzgerei Jacobs in Solingen der Fall. Bei -1 bis +2 Grad wird ein längerfristiges Arbeiten auch hier unmöglich. Hier ist der Arbeitsschutz vor extremen Temperaturen allerdings besser zu regeln. „Natürlich passen wir gerade im Hochsommer darauf auf, nicht unvorbereitet aus der Hitze ins Kühlhaus zu gehen“, sagt Geschäftsführer Rudolf Jacobs.

Zur Ausstattung gehören insbesondere mit Fell gefütterte Jacken, Ohrenschützer und Mützen. Aufgrund einer nur kurzen Aufenthaltsdauer von durchschnittlich fünf Minuten entstünden aufgrund der Kältebelastung allerdings keine großen Probleme.

Natürlich passen wir gerade im Hochsommer darauf auf, nicht unvorbereitet aus der Hitze ins Kühlhaus zu gehen.

Rudolf Jacobs, Geschäftsführer der gleichnamigen Metzgerei
Auch Jacobs benötigt bei der aktuellen Witterung besondere Vorbereitungen, um aus der Sommerhitze ins Kühlhaus zu wechseln.

Zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter gibt es hierbei auch rechtlich spezielle Vorgaben. Arbeitsrechtlerin Svenja Kahlke-Kreitzberg nennt vor allem die technischen Regeln für Arbeitsstätten als Orientierungspunkt. Der Arbeitgeber müsse eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und den Gesundheitsschutz für die Angestellten in jedem Fall sicherstellen. So sollte der Betrieb selbst unter den extremen Bedingungen diese Woche durchgeführt werden können. Generell bedinge das Arbeiten bei unter 5 oder über 26 Grad erhöhte Vorsicht bezüglich der Arbeitsschutzmaßnahmen.

Gesundheitsschutz

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad führt das Arbeiten an manchen Orten zu einer enormen Beeinträchtigung des Körpers. Im Vordergrund steht der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter im Betrieb. Daher wird der Alltag an besonders heißen Orten auch zulasten der Produktivität verändert. Eine höhere Anzahl an Pausen in von der Hitze geschützten Bereichen muss hierbei gewährleistet werden.

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