Sozialleistungen

Solingerin beklagt ausbleibendes Wohngeld

Ulrike Fromm ist auf ihr monatliches Wohngeld dringend angewiesen. Zuletzt blieb die Zahlung aus. Foto: Christian Beier
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Ulrike Fromm ist auf ihr monatliches Wohngeld dringend angewiesen. Zuletzt blieb die Zahlung aus.

Anträge konnten laut Stadt zuletzt nur verzögert bearbeitet werden

Von Kristin Dowe

Solingen. Eigentlich seien Beschwerden überhaupt nicht ihre Sache, betont Ulrike Fromm, als sie dem Tageblatt ihr Anliegen schildert. Doch ihre aktuelle Situation zwinge sie dazu, die Öffentlichkeit zu suchen. „Ich weiß einfach nicht mehr weiter“, gibt die 68-Jährige offen zu. Bereits im Februar dieses Jahres habe sie bei der Wohngeldstelle der Stadt einen Antrag auf Wohngeld gestellt, um die Leistung für Juli zu erhalten. Sie habe sich bewusst frühzeitig um den Antrag gekümmert, da es in der Vergangenheit schon häufiger mal Zahlungsverzögerungen gegeben habe.

„Ein Sachbearbeiter kontaktierte mich daraufhin und wies mich darauf hin, dass ich meinen Antrag angeblich zu früh gestellt hätte. Er wollte mir die Unterlagen dann noch einmal zurückschicken, was er aber nicht tat.“ Im Mai habe die Wohngeldstelle dann zunächst noch nach Kontoauszügen, im Juni nach einem Nachweis über ihren Rentenbescheid gefragt. Beides hatte Fromm nach eigenen Angaben schon im Februar in mehrfacher Ausführung mitgeschickt. Schließlich sei sie davon ausgegangen, dass ihr Antrag in Bearbeitung sei. Die Zahlung für Juli blieb dennoch aus. Weder telefonisch noch persönlich habe sie auch nach mehrmaligen Versuchen bei der Wohngeldstelle jemanden erreichen können.

Auf die Unterstützung von 178 Euro im Monat ist die alleinstehende Solingerin dringend angewiesen. Früher arbeitete sie als Medizintechnische Assistentin und musste ihren Beruf mit 63 an den Nagel hängen, weil sie an Multipler Sklerose leidet. „Ich lebe von 800 Euro Rente im Monat und muss alles davon bezahlen. Das kann man schon als Altersarmut bezeichnen.“

Stadt Solingen hat Personalkapazitäten in der Wohngeldstelle erhöht

Zu konkreten Fällen gebe die Stadt aus Datenschutzgründen keine Stellungnahme ab, erklärte Rathaussprecher Daniel Hadrys. In der Vergangenheit sei es aber durch personelle Engpässe zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anträgen gekommen, für die man um Verständnis bitte. „Das Arbeitsaufkommen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohngeldstelle ist auch aktuell nach Einführung des Kurzarbeitergeldes und durch die Mehrkosten, die durch die Umlage des CO2-Preises auf Mieterinnen und Mieter entstanden sind, sehr hoch.“

In der Wohngeldstelle seien deshalb strukturelle Veränderungen vorgenommen und Personal aufgestockt worden, um die Bearbeitung der Anträge zu beschleunigen. Grundsätzlich könne ein Antrag tatsächlich, wie im Fall von Ulrike Fromm, auch zu früh gestellt werden. „Für die Bewilligung eines entsprechenden Antrags werden die Wohnkosten und die Einkommensverhältnisse eines festgelegten Zeitraums herangezogen. Anträge, die nicht oder nur zu einem geringen Teil in diesen Zeitraum fallen, können dann vorerst nicht bearbeitet werden“, so Hadrys weiter. Ein positiver Bescheid könne nur erteilt werden, wenn alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht eingereicht wurden.

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