Aktion von Verbraucherzentrale, Stadtwerken und Stadtdienst Gesundheit

Solinger testen drei Wochen lang Wasser aus dem Hahn

Es hat viele Vorteile, Wasser aus dem Hahn zu trinken. Das erfuhren die Teilnehmer einer Aktion der Verbraucherzentrale. Foto: Christian Beier
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Es hat viele Vorteile, Wasser aus dem Hahn zu trinken. Das erfuhren die Teilnehmer einer Aktion der Verbraucherzentrale.

Kranenberger schmeckt, ist günstig und schont die Umwelt. Das anstrengende Schleppen von Wasserkästen bleibt ebenfalls erspart.

Von Susan Jörges

Solingen. Diese Erkenntnis haben die Teilnehmenden der Aktion „Bye bye bottle. Ab jetzt keine Einwegflaschen mehr!“ gewonnen, die für gut drei Wochen von der Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW, den Stadtwerken Solingen und dem Stadtdienst Gesundheit organisiert worden ist. Mit der Aktion wollen die Kooperationspartner auf die Vorteile des Trinkens von Leitungswasser aufmerksam machen.

Mitgemacht haben Familien, Alleinstehende und Paare verschiedenen Alters, die zu Anfang mit einem Starterpaket aus wiederbefüllbaren Trinkflaschen und Rezeptkarten für erfrischende Früchtewasser ausgestattet worden sind.

Margit Bender (72) fiel der Umstieg auf Leitungswasser überraschend leicht. Das Wasser füllt sie in eine Glasflasche und stellt diese meist in den Kühlschrank. Ab und an kommt eine Scheibe Zitrone hinzu, „das gibt dem Wasser eine frische Note.“ Auch Bernd Krebs (80) hat die Aktionswochen erfolgreich ohne Mineralwasserflaschen gemeistert. Er möchte auch weiterhin hauptsächlich Leitungswasser trinken. Die Fahrten zum Getränkemarkt vermisst er nicht.

Julia Ogiermann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, freut sich, dass das Experiment bei allen Teilnehmenden gut angekommen ist. Ihr sind Klimaschutzaspekte und Ressourcenschonung ganz besonders wichtig. Denn im Hinblick auf die Klimabilanz schneidet Flaschenwasser deutlich schlechter ab als die Konkurrenz aus der Leitung: Aufbereitung, Verpackung, Transport und Entsorgung brauchen Energie und produzieren Müll sowie CO2.

Die Quelle ihres Leitungswassers können Solinger bei einem Spaziergang im Bergischen besichtigen: „Das Wasser der Sengbach- und der Dhünntalsperre hat hervorragende Qualität und kann direkt aus dem Hahn getrunken werden“, bekräftigte Stadtwerke-Laborleiter Michael Esser. Günstig ist es ebenfalls. Etwa 0,3 Cent kostet der Liter Trinkwasser in Solingen. Der Liter Mineralwasser in der Kunststoffflasche, meist PET, liegt zwischen 19 und 50 Cent.

Solingen: Auch für Familien ist der Umstieg auf Leitungswasser umsetzbar

Auch für Familien ist der Umstieg auf Leitungswasser umsetzbar. Ogiermann rät zu einem großen Wasserkrug auf dem Esstisch, wahlweise aromatisiert mit Beeren, Zitrone oder Pfefferminze. Eine eigene Trinkflasche, möglichst aus Edelstahl oder Glas, für jedes Kind sei ohnehin in vielen Familien mittlerweile vorhanden.

Vermisst hatten einige Teilnehmende die Kohlensäure, zum Beispiel in Saftschorlen. Ein Trinkwassersprudler wäre dann ein guter Kompromiss, weiß Umweltberaterin Ogiermann. Andere wünschten sich mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen, um Flaschen unterwegs auffüllen zu können.

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