25-jährige Tradition

Solinger schicken Hilfsgüter nach Weißrussland

40 Ehrenamtliche halfen dabei, die Kisten und Säcke aus dem Keller des Humboldtgymnasiums in den Lkw zu laden. Dieser machte sich danach auf eine 1700 Kilometer lange Reise nach Belynitschi. Foto: Michael Strahlen
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40 Ehrenamtliche halfen dabei, die Kisten und Säcke aus dem Keller des Humboldtgymnasiums in den Lkw zu laden. Dieser machte sich danach auf eine 1700 Kilometer lange Reise nach Belynitschi.

Solinger schicken Kleidung und Lebensmittel an bedürftige Familien in Weißrussland

Von Ann-Christin Stosberg

Solingen. Ein morgendliches Sportprogramm für den guten Zweck: Knapp 40 kleine und große Helfer bilden eine Menschenkette und transportieren Dutzende Säcke mit Kleidung und Bananenkisten mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln aus dem Keller des Humboldt-Gymnasiums auf den Schulhof, und später in den Lkw. Das geht in die Arme – teilweise wiegen die Säcke und Pakete bis zu 20 Kilo. Auf dem Schulhof entstehen schnell ein Meer aus Dutzenden blauen Säcken und Türme aus Bananenkisten.

Am Samstagmorgen schicken Solingerinnen und Solinger sowie der Verein Kinder von Tschernobyl/Solinger Hilfe für Minsk wieder Spenden und Hilfsgüter nach Belynitschi, um dort Familien und vor allem Kinder zu unterstützen. Neben Kleidung und Lebensmitteln werden Dinge für den täglichen Bedarf, aber auch Spielzeug, Fahrräder, Rollatoren und Krücken nach Weißrussland geschickt.

Die Aktion hat eine mehr als 25-jährige Tradition, sagt Friedhelm Butz vom Verein. Der 78-Jährige freut sich vor allem über die zahlreichen Helfer. „Wegen der aktuellen Corona-Lage hatten wir schon Sorge, dass nur wenige kommen und anpacken“, meint Friedhelm Butz. Unter den 40 Ehrenamtlichen sind auch einige Schüler des Humboldt-Gymnasiums. „Unser Sportlehrer hat uns motiviert zu helfen“, sagt Alina Meyer (17). Sie besucht die 11. Klasse und findet es gut, dass ihre Schule sich an dem Hilfstransport beteiligt. Im Keller des Humboldt-Gymnasiums werden Kleider- und Sachspenden für den jährlichen Transport gesammelt und gelagert. Auch Alinas Freund Leon Kampl packt mit an. „Das ist selbstverständlich für mich. In der Welt ist gerade so viel los, da ist es super, wenn man so helfen kann“, sagt der 17-Jährige, während der zweite Teil der sportlichen Verlade-Aktion startet.

Spenden gehen an Krankenhaus, Therapiezentrum und Kindergärten

Die Helfer verstauen die Güter in einem großen, weißen Lkw, der die rund 1700 Kilometer lange Reise in den Nordwesten Weißrusslands antritt. Die Spenden gehen an ein Krankenhaus, ein Therapiezentrum sowie ein Familienzentrum und 15 Kindergärten in Belynitschi und Umgebung. Die angespannte politische Lage zwischen Weißrussland und der EU wirkt sich auch auf den Hilfstransport aus. „Der Lkw kommt wohl problemlos ins Land, aber wir können diesmal kein Geld mitschicken. Das wollen die Fahrer nicht“, erklärt Friedhelm Butz. Auch die Pandemie hat Folgen für das Engagement für Belynitschi. „Vergangenes Jahr konnte die Aktion hier an der Schule nicht stattfinden. Abstandhalten und Maskentragen machen die Arbeit nicht einfacher“, sagt Friedhelm Butz. Weil der Zöppkesmarkt wieder ausgefallen ist, war auch der traditionelle Trödel zugunsten Belynitschis nicht machbar.

Wie die Hilfsaktion im kommenden Jahr aussieht, weiß er noch nicht. „Meine Frau und ich gehen stramm auf die 80 zu und möchten uns zurückziehen“, erklärt Butz, der sich nicht mehr zutraut, die schweren Pakte zu lagern und zu tragen. „Es wäre schön, wenn sich dafür weitere Helferinnen und Helfer finden würden“, sagt Friedhelm Butz.

Plätzchenverkauf

Der Verein Kinder von Tschernobyl/Solinger Hilfe für Minsk verkauft Weihnachtsplätzchen zugunsten von Belynitschi. Plätzchen dafür können bis Donnerstag, 25. November, gebacken und gespendet werden.

www.belynitschi-aktuell.de

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