Es fehlen Schilder und Zugänge

Parkhäuser in Solingen sind nicht barrierefrei

Wolfgang Gerhards (l.) und Kurt Thomas vom ACE messen einen Behindertenparkplatz im Hofgarten aus. Foto: Tolga Kaya (ACE)
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Wolfgang Gerhards (l.) und Kurt Thomas vom ACE messen einen Behindertenparkplatz im Hofgarten aus.

Der ACE-Kreis Bergisch Land hat die Situation an drei Gebäuden untersucht.

Von Kristin Dowe

Solingen. Für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung sieht der Auto Club Europa (ACE) in Bezug auf die Parksituation in Solingen noch einigen Verbesserungsbedarf. So nahmen Mitglieder des ACE-Kreises Bergisch Land speziell die Situation in den größeren Parkhäusern der Klingenstadt unter die Lupe.

„Das Parkhaus der Clemens-Galerien verfügt über keinen wirklich barrierefreien Zugang und die Münzfächer der Parkautomaten sind nicht von einem Rollstuhl aus erreichbar“, kritisiert Wolfgang Gerhards, stellvertretender Vorsitzender des ACE-Kreises Bergisch Land. „Irritierend waren vor allem die Kennzeichnungen der Behindertenparkplätze. Diese waren von Parkplatz zu Parkplatz unterschiedlich, aber fast immer ungenügend.“ Konkret seien die Behindertenparkplätze unzureichend ausgeschildert“, ergänzt Kurt Thomas, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender. Dies sei vor allem in den Parkhäusern am Bachtor-Center und an den Clemens-Galerien der Fall. Barrierefrei ist mehr als rollstuhlgerecht.

Derweil habe das Parkhaus Bachtor-Center nur minimal besser abgeschnitten als das der Clemens-Galerien. Gute Noten vergibt Thomas dagegen für das Parkhaus am Einkaufszentrum Hofgarten: „Man findet gut gekennzeichnete Behindertenparkplätze in ausreichender Zahl, die Türen öffnen automatisch und alle Parkautomaten sind barrierefrei zugänglich.“ Mit seinem Mängelkatalog wolle der ACE nun auf die Verantwortlichen zugehen, „um gemeinsam dafür zu sorgen, dass auch in Solingen Parkhäuser und Parkflächen barrierefrei genutzt werden können“, so Gerhards.

Beirat wünscht sich barrierefreie Parkplätze bei Sparkassen-Neubau in Solingen

Menschen mit mobilen Einschränkungen haben es laut ACE noch immer deutlich schwerer, Verkehrswege sicher zu nutzen, wenngleich die Nutzung des ÖPNV bis zum 1. Januar 2022 vollständig barrierefrei sein muss. Von diesem Ziel sind nach Angaben des Clubs aber noch viele Städte in Deutschland weit entfernt. Zu häufig finde man noch Treppen ohne Rampen, fehlende oder defekte Aufzüge oder zu enge und nicht barrierefreie Parkplätze. Auch Solingen steht mit dem barrierefreien Umbau der Haltepunkte an den Haltestellen noch vor einer jahrzehntelangen Aufgabe, hieß es zuletzt bei der Stadt.

Auch der städtische Beirat für Menschen mit Behinderung habe die Parkplatz-Problematik etwa in Bezug auf den Sparkassen-Neubau im Blick, versichert dessen Vorsitzender Horst Koss. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft bei diesen Themen eigentlich recht gut. So gibt es zum Beispiel inzwischen längere Parkplätze vor den Arztpraxen an der Bergstraße, so dass Menschen mit Rollstuhl dort problemlos ein- und aussteigen können.“

Dank der Digitalisierung: Drei Prozent der Autofahrer zahlen beim Parken per App.

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