Durchsuchung in Wald

Solinger wollte Schaden an Düsseldorfer Schule anrichten und sorgt für Großeinsatz

Eine Spezialfahrzeug des Landeskriminalamtes ist vor Ort.
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Eine Spezialfahrzeug des Landeskriminalamtes war vor Ort.

Die Polizei ist am Mittwoch auf der Schellingstraße in Wald mit einem größeren Aufgebot im Einsatz gewesen. Hintergrund ist eine nächtliche Festnahme am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Von Verena Willing

Solingen. Große Aufregung an der Schellingstraße in Wald: Am Mittwochmorgen rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an einem Mehrfamilienhaus an. Mit Flatterband sperrten die Einsatzkräfte das Gebäude ab. Ein Lkw des Landeskriminalamtes traf ein. Das Fahrzeug kommt normalerweise nur in Zusammenhang mit Sprengstoff und schweren Waffen zum Einsatz. Die Beamten vor Ort hüllten sich in Schweigen. Erst später stellte sich der Grund für die Durchsuchung heraus.

Wenige Stunden zuvor, gegen 3.45 Uhr, war ein Solinger am Düsseldorfer Hauptbahnhof im Wachgebäude der Bundespolizei erschienen. Der 23-Jährige wollte sich selbst anzeigen. Als Grund nannte der verwirrt wirkende Mann, dass er den Gedanken habe, eine größere Sachbeschädigung herbeizuführen.

Ob er von einer Rohrbombe oder Sprengstoff sprach, ist unklar. Die Polizisten schalteten umgehend und durchsuchten die Sachen des Solingers. Währenddessen musste der Hauptbahnhof kurzfristig gesperrt werden. Eine konkrete Gefahr ging von den Habseligkeiten des 23-Jährigen nicht aus. Jedoch stehen noch genaue Labor-Untersuchungen aus. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Düsseldorfer Polizei.

Polizei durchsucht am Morgen auch Schule in Unterbilk

Der Solinger sprach in Zusammenhang mit seinem Vorhaben von einer Realschule in dem Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk. Wohl bewusst wollte er das Schulgebäude in der Nacht beschädigen, weil er keine Menschen verletzen wollte. Ob der 23-Jährige ein ehemaliger Schüler dieser Realschule ist, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Da die Polizisten nicht ausschließen konnten, dass der Solinger möglicherweise bereits einen Gegenstand in dem Schulgebäude platziert hatte, wurde die Schule abgesperrt und von Spezialkräften durchsucht. Da sie nicht fündig wurden, konnten die Beamten die Räume kurz darauf wieder für den Unterricht freigeben.

Der Einsatz am Wohnort des Mannes in Wald erfolgte dann wenige Stunden später. Die Polizei vermutete offenbar Sprengstoff in der Wohnung des Solingers. Aus diesem Grund waren auch Spezialkräfte des LKA vor Ort. Um Nachbarn nicht zu gefährden, riegelten die Beamten das Gebäude zunächst ab.

Die Polizei war an der Schellingstraße im Einsatz.

Einen terroristischen Hintergrund schließen die Beamten aus Düsseldorf bei dem jungen Mann derweil aus. Vielmehr gehen sie von einer psychischen Erkrankung aus, zumal der Mann die Polizisten um psychologische Unterstützung bat.

Unklar ist nun, wie es mit dem Solinger weitergeht. Möglicherweise wird er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Person werde nun durchleuchtet, um die Hintergründe seiner Absichten zu verstehen, sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf auf ST-Nachfrage.

Erst vor wenigen Wochen war es auf einem Spielplatz im Bereich der Schellingstraße zu einem Einsatz von Polizei und Ordnungsamt gekommen. Ein Senior verletzte sich, als er eine Plastikflasche berührte. Es stellte sich heraus, dass die Flasche mit Säure befüllt war. Der Spielplatz musste gesperrt werden. Der Einsatz sorgte in der Nachbarschaft und vor allem bei Eltern für große Aufregung – ähnlich wie die Durchsuchung am Donnerstagvormittag.

Die Polizei will sich im Laufe des Tages zu dem Einsatz und den genauen Hintergründen äußern.

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