Preiserhöhungen im gesamten Energiesektor

Solinger müssen mehr für Gas, Strom und Heizöl bezahlen

Die Gaspreise steigen. Das wirkt sich auf laufende Verträge erst später aus. Für Heizöl hat sich der Preis verdoppelt. Foto: Michael Schütz
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Die Gaspreise steigen. Das wirkt sich auf laufende Verträge erst später aus. Für Heizöl hat sich der Preis verdoppelt.

Für einige Kunden ist es schon jetzt teurer. Die Stadtwerke gehen von einer „moderater Preiserhöhung“ aus.

Von Philipp Müller

Solingen. An der Tankstelle steigen die Preise gerade scheinbar unaufhörlich. Doch nicht nur dort: Im gesamten Energiesektor laufen Preiserhöhungen. Referentin Christina Wallraf vom Bereich Energiemarkt aus der Landesgeschäftsstelle der Verbraucherzentralen NRW weist auf die aktuell größte Belastung hin: „Wer Kunde für Heizöl ist und nun tanken muss, den trifft es besonders. Aktuell werden 2500 Euro für eine Tankfüllung mit 3000 Litern Heizöl fällig. Letztes Jahr waren es durchschnittlich nur 1500 Euro.“

Strom- und Gaskunden wird die Bewegung am Markt, die nur das Ziel nach oben zu kennen scheint, später treffen, berichtet die Referentin. „Es kommt dann drauf an, bei wem man den Strom- oder Gasliefervertrag hat. Es herrscht Wettbewerb, viele Kunden und Kundinnen lassen sich von ihrem Stadtwerk beliefern. Die Stadtwerke Solingen haben angekündigt, die Preise in 2021 stabil halten zu wollen und erst in 2022 moderat zu erhöhen.“

Solingen: Stadtwerke wollen noch diesen Monat zu den Preisen informieren

Das bestätigt Stadtwerkesprecherin Lisa Nohl: „Anders als andere Energieversorger, die ihre Preise sowohl im vergangenen als auch schon in diesem Jahr deutlich angehoben haben, profitieren wir von unserer langfristigen Beschaffungsstrategie und konnten unseren Kunden lange Zeit stabile Preise anbieten.“ Nohl fährt fort, dass sich die Stadtwerke bezüglich der Preise noch in der internen Abstimmung befänden. „Wir sind nach wie vor dabei, den Markt genau zu analysieren.“ Trotzdem sei davon auszugehen, dass auch die Stadtwerke die Preise zu Jahresbeginn in einem moderaten Rahmen anpassen müssten. „Die genauen Infos dazu werden wir voraussichtlich noch im Laufe dieses Monats kommunizieren – auch per Brief an unsere Kunden“, erläutert sie.

Wie sich die steigenden Preise am Ende bei den Verbrauchern generell niederschlagen, ist beim Heizöl klar: Da wird der Tagespreis bezahlt – der schnellt in die Höhe. „Als Gaskunde kann man hoffen, dass die Preise des eigenen Vertrags noch ein paar Monate so bleiben. Und wenn nicht, kann man immerhin den Anbieter wechseln“, erläutert Christiane Wallraf. Zur Höhe der Preise könne man momentan nicht viel sagen. Alles beruhe auf Schätzungen. Die Referentin nennt aber Zahlen: „Ein Haushalt mit drei Personen, der 2000 Liter Öl pro Jahr verbraucht, zahlt jetzt pro Person 150 Euro mehr für Heizöl als vergangenes Jahr.“

Für die Gaspreise kalkuliert sie eine Steigerung von 11 Prozent: „Das sind pro Person im Dreipersonenhaushalt 40 Euro mehr im Jahr. Hier hängt es stark vom individuellen Gasliefervertrag ab.“ Aktuell gibt sie folgenden Tipp: „Man sollte auf jeden Fall in ein Vergleichsportal gehen, um zu schauen, ob der Wechsel lohnt. Oft sind dreistellige Ersparnisse drin.“

Dagmar Blum, Leiterin der Solinger Verbraucherzentrale, weist darauf hin, dass dort das Thema Energieberatung großgeschrieben wird: „Die Verbraucherzentrale bietet Mietern und Hauseigentümern Hilfe bei den Themen Energiesparberatung, Nutzung erneuerbarer Energien inklusive der Fördermöglichkeiten, Anbieterwechselberatung und zu weiteren Themen rund um die Energieversorgung an.“

Aufgepasst! Stadtwerke warnen vor Betrugsmasche: Kunden werden am Telefon nach ihren Zählernummern gefragt. Dahinter stehen nicht die Stadtwerke selbst.

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