Traditioneller Messer-Gabel-Scherenmarkt

Schneidwaren begeistern die Besucher - Markt bietet Forum für Dialog mit Kunden

Am Stand der Firma RSG zeigte Roland Dewey, wie man mit Wetzstahl richtig schärft.
+
Am Stand der Firma RSG zeigte Roland Dewey, wie man mit Wetzstahl richtig schärft.

20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.

Von Holger Hoeck

Solingen. Nach coronabedingter Zwangspause kehrte der Messer-Gabel-Scherenmarkt zurück. Die 20 Aussteller und viele Besucher zeigten sich im Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs erfreut darüber, dass ihnen diese Form des Dialogs untereinander wieder möglich war.

Besucher, die keine Karte gebucht hatten, mussten warten.

Wohl dem, der dabei wusste, was er wollte. „Ich suche glatte Steakmesser mit einer Länge von zwölf Zentimetern. Sie sollen edel und modern aussehen, aber mein Budget möglichst nicht sprengen“, wandte sich Bernd Seeger, der mit seiner Frau Jutta aus Haan angereist war, an eine Fachberaterin am Stand der Manufaktur Güde. Schon kurz darauf hielt er das gewünschte Schneidegerät in den Händen. „Sieht toll aus! Und auch der Preis passt. Dann bleibt jetzt noch genügend Zeit fürs Umschauen“, zeigte sich Seeger zufrieden.

Unentschlossene Besucher mussten sich bei der Auswahl unter der Vielfalt an Messern, Klingen, Küchenhelfern oder weiterem Zubehör dieses Mal etwas beeilen. „Aufgrund von Zulassungsbeschränkungen gelten die Eintrittskarten nur für ein Zeitfenster von zwei Stunden, so dass wir jeweils nur bis zu 500 Personen gleichzeitig hineinlassen können“, erklärt Museumsleiterin Nicole Scheda. Über die Zahl der mitwirkenden ortsansässigen, überwiegend inhabergeführten Unternehmen zeigte sie sich erfreut.

„Einige Anfragen kamen schon vor längerer Zeit.“

Nicole Scheda, Museumsleiterin

„Einige Anfragen kamen schon vor längerer Zeit, ob der Markt wieder stattfindet. Es ist hier fast schon wie ein Familientreffen, denn gerade die anwesenden Chefs der Betriebe finden es toll, sich in diesem Rahmen wiederzusehen.“ Auch viele Besucher seien dem Markt eng verbunden, berichtete Scheda aus der 20-jährigen Historie.

Güde präsentierte unter anderem Brotmesser.

„Sie schätzen die Bandbreite der Produkte und können bisweilen auch noch ein Schnäppchen, etwa durch einen Angebotskauf hochwertiger und somit kostspieligerer Waren, machen.“ Gut komme auch die Atmosphäre in den historischen Gemäuern an, in denen bis 1986 täglich mehrere Tausend Scherenhälften geschmiedet wurden.

Auch am Stand von „Hubertus Messer“, aktuell von Beate Ritter und ihrem Mann Henning in dritter Generation geführt, herrschte großer Andrang. „Wir produzieren primär Jagd- und Taschenmesser mit organischen Griffschalen aus Hirschhorn oder Holz. Rund 400 Messer umfasse das Sortiment, die meist umgehend lieferbar seien.

Burgvogel zeigte eine Vielfalt an Griffen.

Roland Dewey, Filialleiter der RSG Rostfrei-Schneidwerkzeuge GmbH, lud derweil Neugierige zum praktischen Ausprobieren einiger Messer aus der Serie „Dimension“ an Brot, Schinken oder Obst ein. „Bei einem Brotmesser ist es wichtig, bis nach unten schneiden zu können, ohne dabei die Finger am Griff zu verletzen oder zu quetschen“, klärte er auf. Viele Kunden seien seit Jahren dabei und nutzten den Markt, um ihre Serie durch den Kauf aktueller Produkte zu vervollständigen. „Und uns bietet der Markt die einzigartige Chance, im direkten Dialog auch kritische Rückmeldungen von unseren Kunden zu erfahren. Das schätzen wir sehr.“

Besucher, die sich nicht im Vorfeld eine Karte gesichert hatten, mussten auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. „Das macht aber überhaupt nichts, denn das lohnt sich. Wir haben hier schon einiges gekauft, und wir freuen uns, wenn wir die Sachen, häufig zu besonderen Anlässen, verwenden können“, berichtete die gut gelaunt wartende Merscheiderin Ingeborg Gloss. | Standpunkt

Lage in der Schneidwarenindustrie

Die Geschäftslage in der Schneid- und Haushaltswarenindustrie ist durchaus positiv. Im Vergleich zum vergangenen Jahr können die meisten Betriebe steigende Umsätze verzeichnen. Einziger Wermutstropfen: die anhaltend hohen Kosten für Material und Fracht.

20 Unternehmen präsentierten sich

20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt.
20 Unternehmen präsentierten ihre Waren auf dem traditionellen Messer-Gabel-Scherenmarkt. © Christian Beier

Umsatz: „Bei fast allen unserer Mitglieder sind die Umsätze im ersten Halbjahr gegenüber 2020 gestiegen“, erklärt Jens-Heinrich Beckmann, Geschäftsführer des Industrieverbands Schneid- und Haushaltswaren (IVSH). Demnach zogen die Umsätze in der Schneidwarenindustrie um 20 Prozent an, während die Besteckhersteller ein Plus von sieben Prozent erzielten. Die Entwicklung wirkt sich auch auf die Produktion aus, die im ersten Halbjahr um 7,6 Prozent gewachsen ist. Im dritten Quartal setzt sich der Trend fort. Bei einer IVSH-Umfrage gaben vor wenigen Wochen 86 Prozent der Betriebe steigende Umsätze an. „Wir erleben weiterhin ein rasantes Wachstum des Online-Geschäfts“, erläutert Beckmann. Der Internethandel habe im Vergleich zu 2020 um 80 Prozent zugelegt.

Beschaffung: Den guten Nachrichten gegenüber stehen „erhebliche Probleme bei der Beschaffung und hohe Kosten“. Bei 65 Prozent der Betriebe seien diese „nennenswert bis schwer“. Neben den Preisen für Stahl, Kunststoff, Holz und Energie seien vor allem die Frachtkosten explodiert. -böh-

Standpunkt: Wir haben es in der Hand

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Die Sehnsucht nach mehr Normalität ist nach 20 Monaten Pandemie groß. Das ist bei Veranstaltungen wie dem Messer-Gabel-Scherenmarkt deutlich zu spüren. Nicht nur die Kunden haben solche Formate vermisst. Auch die Unternehmen sind darauf angewiesen, den Kontakt zu ihren Kunden zu pflegen und neue Interessenten auf sich aufmerksam zu machen. Von daher ist es positiv für alle Beteiligten, dass inzwischen wieder mehr möglich ist als in Zeiten der Pandemie, als es noch keine Impfung gab. Dennoch bleiben alle größeren Veranstaltungen vor dem Hintergrund von Rekord-Infektionszahlen eine Gratwanderung. Dies gilt für Fußball- und Handballspiele genauso wie für Kinoaufführungen, Weihnachtsmärkte oder eben einen Messer-Gabel-Scherenmarkt. Über allem schwebt die Mahnung, dass vor allem Erwachsene sich impfen lassen sollen und dass wir alle vorsichtig bleiben sollen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Verbote und Gebote können natürlich einiges bewirken. Vor allem liegt es aber an uns allen. Durch unser Verhalten bestimmen wir mit, was möglich ist und was nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Autofahrer verliert Kontrolle über sein Auto und kollidiert mit dem Gegenverkehr
Autofahrer verliert Kontrolle über sein Auto und kollidiert mit dem Gegenverkehr
Autofahrer verliert Kontrolle über sein Auto und kollidiert mit dem Gegenverkehr
Händler in Solingen bereiten sich auf 2G-Regel vor
Händler in Solingen bereiten sich auf 2G-Regel vor
Händler in Solingen bereiten sich auf 2G-Regel vor
Sexueller Missbrauch: Gericht verhängt kein Berufsverbot
Sexueller Missbrauch: Gericht verhängt kein Berufsverbot
Sexueller Missbrauch: Gericht verhängt kein Berufsverbot
44 Solinger Hausärzte erreichen bis 2026 das Rentenalter
44 Solinger Hausärzte erreichen bis 2026 das Rentenalter
44 Solinger Hausärzte erreichen bis 2026 das Rentenalter

Kommentare