Neuer Ausbildungsjahrgang

Solinger Kaufhaus bietet Perspektive

Sozialpädagogin Marie Schnelle (l.) und Sören Jakobs (r.) mit den angehenden Verkäufern, die im SoKa an der Schlagbaumer Straße jüngst ihre Ausbildung begonnen haben. Foto: Christian Beier
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Sozialpädagogin Marie Schnelle (l.) und Sören Jakobs (r.) mit den angehenden Verkäufern, die im SoKa an der Schlagbaumer Straße jüngst ihre Ausbildung begonnen haben.

Auf mehr als 1500 Quadratmetern gibt es an der Schlagbaumer Straße Waren aus zweiter Hand

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Produktpalette im Solinger Kaufhaus (SoKa) reicht von Haushaltswaren über Kleidung bis hin zu Möbeln. Ähnlich vielfältig ist die Belegschaft an der Schlagbaumer Straße. Sozialpädagogen, angehende Verkäufer und Lageristen sowie AGH-Kräfte arbeiten dort. Jüngst ist in der Einrichtung der Gabe gGmbH ein neuer Ausbildungsjahrgang gestartet.

Den jungen Menschen bietet das Angebot eine Perspektive. Das Jobcenter hat ihnen den Platz zugewiesen, weil sie Schwierigkeiten hatten, auf dem gewöhnlichen Weg eine Lehrstelle zu finden. Einen Nachteil haben sie dadurch nicht, betont Kaufhausleiter Sören Jakobs: „Unsere Lageristen und Verkäufer müssen die gleichen Prüfungen ablegen wie alle anderen.“

An der Schlagbaumer Straße erhalten sie Stützunterricht und die Möglichkeit, Praktika in anderen Betrieben zu machen. Immer wieder resultieren daraus Festanstellungen. „Das sind teilweise tolle Geschichten“, sagt der 56-Jährige. Durchaus gebe es im Sozialkaufkauf allerdings auch Auszubildende, die ihre Chance nicht nutzten. Um eine Perspektive geht es auch bei den AGH-Kräften (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung). Sie sollen durch die Tätigkeit im SoKa wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden.

Solingen: Spenden der Solinger müssen zuerst gesichtet werden

Aufgaben warten an der Schlagbaumer Straße genug. Auf vier Etagen mit insgesamt mehr als 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche werden Waren aus zweiter Hand angeboten. Die Spenden der Solinger müssen gesichtet, ins Lager oder direkt in die Regale gebracht werden. „Was dreckig, kaputt oder unbrauchbar ist, müssen wir entsorgen“, erklärt Jakobs. Die Spendenbereitschaft der Solinger sei ungebrochen, stellt der Diplom-Kaufmann fest. „Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen ausgemistet.“

Auch das SoKa war von den Lockdowns betroffen. Die Folge: 2020 sank der Umsatz um etwa zehn Prozent. In diesem Jahr dürfte das Minus wegen der längeren Schließung etwas größer ausfallen. Die Nachfrage habe inzwischen aber wieder angezogen. „Wir werden sehr gut angenommen“, betont Sören Jakobs.

Solingen: Für Betroffene des Hochwassers gibt es Rabatte

Wer über einen Solingen-Pass verfügt, erhalt im Sozialkaufhaus 20 Prozent Rabatt auf den Verkaufspreis. Das Dokument wird Menschen ausgestellt, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen. Diese Gruppe macht rund 70 Prozent der SoKa-Umsätze aus. Der Leiter betont: „Vom Studenten bis zur Familie – wir sind für alle Solinger da.“

Das gelte auch für die Betroffenen des Hochwassers vor vier Wochen. Zwar seien nur wenige Sachspenden für die Opfer im Sozialkaufhaus eingegangen. Auch die Nachfrage sei gering. Dennoch gelten bis Ende Oktober vergünstigte Konditionen für Betroffene. Der Preis von Hausrat, Möbeln und Elektrogeräten werde etwa halbiert, auf Bekleidung gibt es 30 Prozent Rabatt, Ausstattung und Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren werde kostenneutral abgegeben. „Ein höherer Rabatt ist nicht möglich, da wir kostendeckend wirtschaften müssen“, bedauert Jakobs. Das gelte insbesondere nach den coronabedingten Umsatzeinbußen.

Öffnungszeiten

Das Solinger Kaufhaus in der Schlagbaumer Straße 12 hat montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es per Mail und telefonisch unter Tel. (02 12) 2 31 34 44 75.

soka@gabe-ggmbh.de

Jobcenter sehen unterschiedliche Probleme im Bergischen Land.

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