Geburtstag

Solinger Gymnasium Vogelsang feiert sein 50-jähriges Bestehen

Bei gutem Wetter feierte das Gymnasium Vogelsang sein 50-jähriges Bestehen mit einem Schulfest und Festakt.
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Bei gutem Wetter feierte das Gymnasium Vogelsang sein 50-jähriges Bestehen mit einem Schulfest und Festakt.

50-jähriges Bestehen: Ungeplant groß war das Auditorium, das sich am Samstagnachmittag rund um die Bühne auf dem Hof des Schulzentrums Vogelsang eingefunden hatte.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das strahlende Wetter brachte viele Schulfest-Besucher dazu, sich unter die Schar der geladenen Gäste zu mischen, die den 50. Geburtstag des Gymnasiums mit einem offiziellen Festakt würdigten.

Viele Redner hatten Erinnerungen, Danksagungen, lobende Worte und auch Zukunftsvisionen für das Geburtstagskind mitgebracht, die sie im feierlichen Rahmen mit den Zuhörern teilten. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) machte nach den begrüßenden Worten von Schulleiter Karsten Wiemann den Anfang. Er betonte die Bedeutung von Schule als Ort geistiger wie sozialer Bildung. Zudem bekräftigte Kurzbach nachdrücklich das geplante Investitionspaket, das in absehbarer Zeit einen Neubau des maroden Schulzentrums beinhaltet.

Zudem stellte er die Liberalität des Vogelsang heraus, den atmosphärischen „Geist“, den er von außen immer wahrgenommen habe. „Hier wurde immer Wert darauf gelegt, den einzelnen Schüler zu sehen und individuell in seinen Möglichkeiten zu fördern.“

Der „Geist des Vogelsang“ war das Stichwort, das sich im Anschluss durch ausnahmslos alle weiteren Redebeiträge zog. Ehemalige Schüler, Eltern und Lehrer sowie der frühere Schulleiter Stephan Mertens bestätigten und bekräftigten die auffallend große Herzlichkeit, den gelebten Respekt im Umgang miteinander, wozu immer gehörte, zu diskutieren, ohne sich anzufeinden.

„Hier wurde immer Wert darauf gelegt, den einzelnen Schüler zu sehen.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister

„Wir sind als junge Schülervertretung immer ernstgenommen und wertgeschätzt worden“, sagte beispielsweise die ehemalige Schülersprecherin Susanne Marx-Mückel im Podiumsdialog mit der stellvertretenden aktuellen Chasar Hasan auf die Frage, was den Schülern der Vogelsang-Anfangszeit wichtig gewesen sei. „Durch Gremienarbeit wurden wir folgerichtig an die Arbeitsweise von Demokratie herangeführt, wurden gehört und konnten bereits in den 80er-Jahren unseren Teil zum Gelingen der Schulzeit beisteuern.“ Dass dieser Geist auch heute noch spürbar herrsche, mache sie sehr froh.

Katja Betzing und Dr. Heike Krämer nahmen für die aktuelle und ehemalige Schulpflegschaft den Faden auf und sponnen ihn in ihrem Redebeitrag weiter. Beide sind zugleich ehemalige Schülerinnen und betonten das geförderte und ausdrücklich durch die Schule gewünschte gute Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrer, das sich in vielen gemeinsamen Projekten, Festen und Ausflügen bemerkbar gemacht habe.

Ex-Lehrer Dirk Bodendorf hielt seinerseits eine geradezu flammendes Plädoyer für „seine“ Schule, die ihn vom „schüchternen“ Neuling in den 70er-Jahren bis zu seiner Pensionierung durch sein Berufsleben begleitet habe. Leidenschaftlich erinnerte er an zahlreiche Projekte, die den toleranten, innovativen und menschlichen Geist des Gymnasiums Vogelsang beschworen. „Wichtig war hier immer, die Schüler an eigenständiges Denken heranzuführen, sie fit für Meinungsbildung zu machen“, sagte er und führte als Methoden für dieses Ziel beispielsweise die ausgereifte Freiarbeit an.

Erwähnung fand auch die Vogelsanger Erklärung von 1993 als Reaktion auf den Solinger Brandanschlag, in der die antirassistische Haltung der Schule festgehalten ist, die bis heute spürbar ist.

Mirko Braschos, erst seit vier Jahren Lehrer an der Schule, schaute eher nach vorne als zurück. Auch er nehme den vielzitierten „Geist des Vogelsang“ wahr, sagte er. „Damit werden wir den aktuell spürbaren Zeiten-Wandel schaffen: Neben dem sich verjüngenden Kollegium und bald neuem Schulgebäude sowie neuen digitalen Lernmethoden werden wir uns den Aufgaben der Zukunft stellen: Nachhaltigkeit, Klimaschutz stehen auf der Agenda sowie verstärktes Bemühen um Toleranz im Miteinander.“

Jubiläumsfeier

Mit einem Theaterabend am Freitag hatte die Jubiläumsfeier begonnen. Die Theater-AG der Schule sorgte mit „Unfassbar frei nach Don Quijote“ für einen bemerkenswerten Auftakt des zweitägigen Festes. Bunt und quirlig ging es dann ab Samstagvormittag bei einer ungezwungenen Frühsommer-Party auf dem weitläufigen Schulgelände zu.

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