Gastfreundlichkeit am Tag der offenen Tür

Solinger besuchen Moschee-Gemeinden

Jugendleiter Ayhan Kurnaz führt in der Moschee der Milli Görüs an der Van-Meenen-Straße Interessierte durch die Moschee. Foto: Christian Beier
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Jugendleiter Ayhan Kurnaz führt in der Moschee der Milli Görüs an der Van-Meenen-Straße Interessierte durch die Moschee.

Kreis Solinger Muslime hatte in diversen Gemeinden die Türen geöffnet.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Tee für die Besucher zu kochen und leckeres Gebäck auf den Tisch zu stellen war für El About, Mitglied des islamischen Zentrums, am Sonntag selbstverständlich: Gastfreundlichkeit und eine offene Tür zeichnen die muslimische Gemeinde in Solingens City ohnehin aus – das galt freilich auch am Tag der offenen Moscheen, zu dem der Kreis Solinger Muslime in verschiedene Gemeinden geladen hatte. Unter anderem ins islamische Zentrum, das seit gut 16 Jahren in den Räumen einer ehemaligen Tanzschule heimisch ist.

Der Tag der offenen Moscheen soll seit 1997 bundesweit dafür sorgen, Schwellen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen abzubauen, einander besser kennen und somit verstehen zu lernen.

Wir sind mehr als eine Moschee, in der gebetet wird.

Ibrahim Erdogan, Ditib-Vorstand

Der vordere der beiden mit weichem Teppich ausgelegten Räume des Zentrums auf der Florastraße ist seit Beginn der Pandemie ein wenig verwaist. Er dient aktuell als Aufenthaltsraum – eigentlich ist er der Gebetsraum für Frauen und Kinder, die hier auch Treffen abhalten und unterrichtet werden. „Jetzt erst, wo viele Menschen geimpft sind, beginnen wir so allmählich und vorsichtig wieder, mehr Gemeinschaft zu ermöglichen“, sagt Hidir Efetürk, der Vorsitzende der Gemeinde, zu der vornehmlich Solinger mit arabischen Wurzeln gehören. „Wir sprechen hier in zwei Sprachen, nämlich arabisch und deutsch. Auch unsere Predigten gibt es immer mit deutscher Übersetzung.“

Gemeine an der Kasernenstraße will das Ankommen erleichtern

Neben den täglichen Gebeten und dem besonderen Freitagsgebet, steht die Moschee auch als Treffpunkt zur Verfügung. Er kenne das islamische Zentrum gut, so wie er viele andere muslimischen Gemeinden in Solingen seit vielen Jahren kenne, sagte Besucher Dr. Bert Moll, der ehemalige Vorsitzende und Mitgründer des Christlich-Islamischen Gesprächskreises, der inzwischen von Doris Schulz geführt wird. „Immer war hier viel Offenheit und das Bestreben, Verbindendes zwischen den Kulturen und Religionen herzustellen, wahrnehmbar.“

Auch in der rund 600 Mitglieder starken Ditib-Gemeinde an der Kasernenstraße hatte man sich auf interessierte Besucher vorbereitet. „Wir sind hier mehr als eine Moschee, in der gebetet wird“, sagt Ibrahim Erdogan vom Vorstand. „Unser Anliegen ist es, unseren Mitglieder Heimat zu sein und ihnen im Alltag Hilfestellungen zu geben, sei es bei den Kindern, bei der Betreuung der Senioren oder ähnlichem.“

Wichtig sei auch, insbesondere neuen Mitgliedern dabei zu helfen, in Solingen anzukommen. „Die Umstellung, nun in Deutschland zu leben, ist groß“, sagt Erdogan. „Wir erläutern die Bürokratie, geben konkrete Hilfestellungen und Tipps zur Lebensweise in Deutschland. Dass man zum Beispiel Sport hauptsächlich in Vereinen macht, in die man als Mitglied eintreten muss und solche Dinge mehr.“ Das A und O sei natürlich die Sprache: „Gut deutsch zu können ist der Schlüssel.“

Abgeordnete des Kreises Solinger Muslime stellten sich dieses Jahr zudem mit einem Info- Stand auf dem neuen Rathausplatz vor, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Hintergrund

Der Kreis Solinger Muslime ist die kulturelle und gesellschaftliche Vertretung der Moscheegemeinden in Solingen. Des Weiteren dient der Arbeitskreis als Ansprechpartner beispielsweise für Parteien, Stadtverwaltung oder andere, lokale Einrichtungen in Solingen.

Während der Corona-Pandemie mussten die Solinger Muslime während des Ramadans viele Einschränkungen hinnehmen.

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