Dumm gelaufen

Solinger bestellte mit vollem Namen Haschisch per Post

Ein 33 Jahre alter Angeklagter bestellte sich Drogen per Post aus Holland nach Solingen und verwendete dabei seinen vollen Namen. 
+
Ein 33 Jahre alter Angeklagter bestellte sich Drogen per Post aus Holland nach Solingen und verwendete dabei seinen vollen Namen. 

Drogen-Päckchen fällt bei einer Stichprobe durch den Zoll auf.

Von Dirk Lotze

Solingen. Ein 33 Jahre alter Angeklagter bestellte sich Drogen per Post aus Holland nach Solingen und verwendete dabei seinen vollen Namen. Davon ist das Landgericht nach einem Berufungsprozess gegen den vorbestraften und arbeitslosen Mann überzeugt. Für 5,3 Gramm Haschisch in einem Briefumschlag habe er die Adresse seiner Großmutter in einem anderen Stadtteil benutzt: Dort steht derselbe Name an der Tür und der Angeklagte hat laut Zeugen Zugriff auf den Briefkasten. Die Richter bestätigten 1050 Euro Geldstrafe, die zuvor das Amtsgericht verhängt hatte. Gegen den Mann läuft ein weiterer Prozess und er muss damit rechnen, offene Bewährungsstrafen aus früheren Verurteilungen nun doch in Haft verbüßen zu müssen.

Laut Urteil fiel die Drogen-Post für den Solinger im Oktober 2018 bei einer Stichprobe durch den Zoll im Postzentrum Frechen auf. Der Inhalt: eine bräunliche, gepresste Menge Haschisch. Der Absender hatte darauf verzichtet, seine Adresse auf dem Umschlag zu vermerken. Vor dem Amtsgericht gab der 33-Jährige an, er habe damit nichts zu tun. Er könne sich aber vorstellen, dass ein bestimmter Verwandter ihn hereinlegen wollte, mit dem er sich schlecht stehe. Mit dieser Aussage hatte er in einem früheren Prozess gleichen Inhalts einen Freispruch „im Zweifel für den Angeklagten“ erreicht. Beim zweiten Mal klappte es indes nicht.

Solingen: Richter wertete den Fall als „klassischen Indizienbeweis“

Aussagen zufolge dirigiert der 33-Jährige seine Post regelmäßig zur Großmutter. Die Adresse hatte er sogar seinem Bewährungshelfer genannt, für Behördenbriefe. Er wohne teils bei den Eltern, teils bei seiner Freundin.

Vor dem Landgericht beantragte der Verteidiger des Mannes Freispruch. Sein Fazit: „Ein Adressaufkleber reicht nicht als Beweis.“ Dem hielt die Staatsanwältin entgegen: „Wenn man sich nur einzelne Punkte heraussucht, heißt das, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen.“

Dem schloss sich das Gericht an. Der vorsitzende Richter wertete den Fall als „klassischen Indizienbeweis“. In seiner Urteilsbegründung stellte er klar: „Wir haben keinen Grund, ernsthaft zu bezweifeln, dass es so war.“ Und: „Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass nur Leute verurteilt würden, die gestanden haben.“

Der Richter fügte hinzu, der Angeklagte habe seit einer früheren Verurteilung weder Arbeitsstunden abgeleistet noch Kontakt zur Bewährungshilfe gehalten.

Nach dem Gebrauch eines gefälschten 500-Euro-Scheins in einem Solinger Supermarkt hat das Landgericht Wuppertal die Strafe gegen einen 25 Jahre alten Angeklagten bestätigt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare