Vokalmusik-Wettbewerb

Solala: Festival-Atmosphäre mit starken Stimmen

Den Vokalmusik-Wettbewerb eröffnete am Samstagabend die französische Sängerin Myon, kurzfristig eingesprungen und hier zu sehen an der Loopstation. Darüber kann sie Gesang live aufnehmen und einbetten.
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Den Vokalmusik-Wettbewerb eröffnete am Samstagabend die französische Sängerin Myon, kurzfristig eingesprungen und hier zu sehen an der Loopstation. Darüber kann sie Gesang live aufnehmen und einbetten.

Die Französin Myon eröffnete das Solala-Festival, die A-cappella-Gruppe Dezibelles gewann die goldenen Klingen.

Von Daniela Neumann

Solingen. Der siebte Wettbewerb des Solala-Festivals machte dem Namen der Reihe am Samstag alle Ehre. Nach über sechs Stunden Festival-Atmosphäre vom Einlass an kam der spannende Moment: Das Publikum hatte hybrid, also online und vor Ort im Konzerthaus, seinen Liebling gewählt.

Um 23.20 Uhr erhielt das vierköpfige A-cappella-Frauen-Ensemble Dezibelles aus dem schweizerischen Zürich von Initiator und Moderator Lars Wierum seine Siegertrophäen. Die sogenannten goldenen Klingen sind hochwertige Brotmesser im Wert von mehreren Hundert Euro, gestiftet von der Firma Güde. Die anderen drei Acts im Wettbewerb bekamen silberne Klingen. Da eine Gruppe kurzfristig coronabedingt ausgefallen war, konnten die anderen ihr Programm jeweils verlängern. Das wäre nicht nötig gewesen, zeigten sie doch schnell jeweils einen fulminanten Einblick in die Vielfalt der Vokalmusik.

Das Solala-Festival bot seinen Contest erstmals als Fernsehshow

Den Abend eröffnete die französische Gesangskünstlerin Myon. Sie hatte nach einer anderen, früheren Corona-Absage einspringen können. Nur mit Stimme, Erfahrung und einer Loopstation kreierte der klassisch ausgebildete Trip-Hop-Fan Klangwelten, die in den Bann zogen.

Ein Höhepunkt war neben der Aretha-Franklin-Hommage der Hit Teardrop von Massive Attack, den Myon einfühlsam und kraftvoll darbot. Das Technik-Team des gastgebenden Kulturmanagements hatte einen moderierten Live-Chat neben dem erstmaligen hybriden, fernsehshowartigen Format aufgezogen und wieder bewährt groß Lichtelemente aufgefahren, dieses Jahr in besonders feiner Farbabstimmung zu den Songs.

Perlende Lichtpunktketten, Standlichtstelen oder blumige Spots sorgten so für Eindruck und Eindrücke unter den insgesamt über 400 A-cappella-Fans. Sie waren im einzelnen sogar aus den USA zugeschaltet oder aus Indien, Italien und der Ukraine da.

Mit Letzterer teile Solingen ja seine Farben Blau und Gelb, bemerkte Moderator Lars Wierum und lud zu einem Abend zur Feier der Musik ein. Dabei wurde es durchaus politisch: Als Bands Ungerechtigkeiten thematisierten oder Wierum aus Publikumssicht augenzwinkernd das doch ausgewogene Angebot von veganen Gemüsebällchen bis Currywurst gespiegelt bekam. Erstmals war auch ein Käse-Spezialitäten-Geschäft mit Snacks dabei, dessen Angebot schon vor Programmbeginn rege angenommen wurde.

Ebenso viel zu tun hatte das AOK-Team, das Krankenkassenleistungen in Sachen Prävention näherbrachte. „Singen ist gesund“, nannten Biggi Hübner und Lars Wierum im ST-Gespräch den Schnittpunkt der Kooperation. Dank Gastfamilienaufnahme und Sponsoring gab es beim Solala-Wettbewerb erneut viel Bandbreite, etwa durch die Unterstützung der Sparkasse, die davor den bis 2019 bestehenden Jurypreis des Contests gestellt hatte.

Die goldenen Klingen des Solala-Festivals sind hochwertige Brotmesser der Solinger Firma Güde. Sie werden mit Standfuß als Trophäe mit Nutzwert den Erstplatzierten des A-cappella-Contests überreicht.

Gesanglich auf höchstem Niveau überzeugte die Gruppe Dezibelles. Die vier Frauen nahmen das Publikum mit auf eine Reise um die Welt und bis zum Mond, fast spielerisch mit Formen von Mash-up, aus Musical, Oper und Storytelling. Ihre eigene Version des Hallelujah von Leonard Cohen, intim mit dezenter Choreographie, sorgte für den absoluten Gänsehaut-Moment des Abends. Vogel- oder Blechblasimitationen schlugen den Bogen zu heitereren, lokaleren Passagen ihres Programms.

Einige „Groupies“ hatte die Band Nur wir am Start. Teilweise an Revolverheld erinnernd, waren sie da stark, wo sie inhaltlich Ecken, Kanten und Haltung zeigten. Die Fünflinge gaben als weitere Gruppe im Contest selbstironische Parts auf Deutsch, dankbar für ihre „Tenörin“, die eine vakante Stelle ersatzweise füllte.

Gäste und Termin

Als Gäste außer Konkurrenz waren wie immer die Vorjahresersten am Start, in diesem Fall The Knorke. Sie verbanden Punk mit Botschaft.

Beim nächsten Solala-Contest am 15. April 2023 treten somit auch die Dezibelles auf.

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