IT-Experte gibt Tipps

So unterstützen Sie mit „Schneeflocken“ die Meinungsfreiheit im Iran

Christian Miralto vom Systenhaus Erdmann erklärt, wie die „Snowflakes“ funktionieren.
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Christian Miralto vom Systenhaus Erdmann erklärt, wie die „Snowflakes“ funktionieren.

Solinger IT-Experte zeigt, wie PC-Nutzer in Deutschland den Iranern freies Internet ermöglichen können – und das mit wenigen Klicks

Von Kristin Dowe

Solingen. Von einem freien Zugang zum Internet können die Menschen im Iran derzeit nur träumen. Und auch in anderen nicht demokratisch regierten Ländern wie China oder Nordkorea ist es für die Bevölkerung schwierig, die staatliche Zensur zu umgehen und an unabhängige Informationen zu gelangen. Mit sogenannten „Snowflakes“ können PC-Nutzer in Deutschland Menschen in diesen Ländern helfen, auf staatlich verbotene Seiten wie soziale Netzwerke zuzugreifen und beispielsweise Proteste zu organisieren. „PC-Nutzer gehen damit absolut kein Risiko ein“, versichert Christian Miralto, Teamleiter Technik beim Solinger IT-Unternehmen Systemhaus Erdmann. „Das Instrument ist noch nicht besonders bekannt. Wenn mehr Menschen es nutzen würden, wäre das ein Fortschritt für die Meinungsfreiheit.“

Bei „Snowflakes“ (englisch für „Schneeflocken“ ) handelt es sich um eine Browser-Erweiterung, die bei den Browsertypen Google Chrome, Mozilla Firefox und Microsoft
Edge möglich ist. Jeder PC-Nutzer mit einem internetfähigen Rechner kann sie mit wenigen Klicks installieren. (siehe Anleitung)

„Die Menschen im Iran können einen Tor-Browser nutzen, der die tatsächlich aufgerufene Seite hinter einer Google-Anfrage versteckt“, erklärt Miralto. So sei es möglich, von außen jede beliebige Internetseite aufzurufen, ohne dass die Anfrage von außen zurückzuverfolgen wäre. Die Verbindung erfolgt komplett verschlüsselt – so kann auch der Bereitsteller des Browsers nicht erkennen, aus welchem Land seine Snowflake gerade genutzt wird. „Damit es funktioniert, muss der Rechner allerdings angeschaltet und das Browser-Fenster geöffnet sein“, ergänzt Miralto. Beim Browser Mozilla Firefox funktioniert das so:

Add-ons auswählen: Rechts oben am Bildschirmrand befindet sich das Anwendungsmenü, das mit drei horizontalen Strichen symbolisiert wird. Dort wählen Sie den Menüpunkt „Add-ons und Themes“ aus.

„Snowflake“ eingeben: Sie geben im Suchfeld unter „Weitere Add-ons finden“ das Suchwort „Snowflake“ ein und drücken die Eingabetaste.

Funktion auswählen: Unter den Suchergebnissen wird der Menüpunkt „Snowflake“ angezeigt. Klicken Sie auf den Button und installieren Sie die Funktion. Bei einigen Browsern taucht die Frage auf, ob der Nutzer Snowflake tatsächlich zu seinem Browser hinzufügen möchte. Dies bestätigen Sie mit „Ja“.

Symbol wird angezeigt: Fertig! Sie sehen nun am rechten Bildschirmrand eine kleine, violette Schneeflocke. Ist dieses Symbol grün, wird Ihr Browser gerade aktiv von einem Nutzer in einem Land mit beschränktem Zugang zum Internet genutzt. Eine Zahl unter dem Schneeflocken-Symbol zeigt Nutzern außerdem an, wie viele Zugriffe bereits über Ihren Browser erfolgt sind.

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