Entscheidung wird vertagt

So sollen Busse durch Ohligs fahren

Bisher wirkt sich Omikron nicht auf den Busverkehr aus. Archivfoto: cb
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Bisher wirkt sich Omikron nicht auf den Busverkehr aus. Archivfoto: cb

Vorschläge der Verwaltung stoßen auf Kritik.

Von Björn Boch

Solingen. Wie werden die Busse künftig durch den Solinger Westen fahren? Das war eines der Hauptthemen in der Bezirksvertretung für Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid am Montagabend. Die Stadtverwaltung stellte dort als Teil des Nahverkehrsplans die mögliche neue Linienführung in Ohligs vor. So ist unter anderem vorgesehen, dass die Busse der Linien 782, 791 und 792 nicht mehr durch die Ohligser City fahren, während die 691 (Stadtwerke) und die 783 einen Cityring bilden sollen.

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Neu ist, dass die Busse nicht mehr durch die Lennestraße fahren würden, sondern über die Weststraße beziehungsweise über Heiligenstock und Parkstraße oder Rennpatt. „Wir machen noch weitere Fahrversuche“, erklärte der städtische Verkehrsplaner Carsten Knoch in seiner letzten Bezirksvertretung vor seinem Wechsel nach Düsseldorf.

Er warb für die Routen, da so auch eine Haltestelle nahe dem Ohligser Markt betrieben werden könnte (). „So erschließen wir den Einkaufsbereich und die Ohligser City.“ Das Konzept sei ausgerichtet auf die Nachhaltigkeitsstrategie, die 30 Prozent Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr vorsieht. Knoch: „Das klappt nur, wenn der ÖPNV nah bei den Menschen ist.“ Für die Weststraße müsse es dann eine Umkehr der Einbahnregelung geben. „Mit dem großen Baum, der da steht, geht das nicht zusammen“, so Knoch.

Eine Zustimmung gab es von den Bezirksvertretern nicht, da die Vorlage erst fünf Tage vor der Sitzung erstellt worden sei. Vertreter mehrerer Parteien wiesen darauf hin, dass die Vorschläge gründlich geprüft werden müssten. „Wichtige Entscheidungen für die kommenden Jahre“ könnten nicht auf dieser Basis gefällt werden, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Schlücking.

Verkehrsplaner Knoch mahnte zur Eile, da die Zeit bei der Aufstellung des Nahverkehrsplans dränge. Da die nächste Sitzung der Bezirksvertreter allerdings kurz vor dem nächsten Mobilitätsausschuss stattfindet und der Beratungsweg eingehalten wird, entschieden sich die Stadtteilpolitiker für eine Vertagung.

Marc Westkämper als CDU-Fraktionschef machte darauf aufmerksam, dass die Umkehrung der Einbahnregel Weststraße Fahrverbindungen unmöglich mache. Das insgesamt 178-seitige Konzept zum Nahverkehr der Zukunft – die Vorschläge für Ohligs sind ein Teil dieses Konzepts – kritisierte er als in weiten Teilen nicht umsetzbar. „Wir wissen ja nicht mal, wie wir die 2,9 Millionen Euro aufbringen sollen, um den Status quo zu erhalten.“ Michael Bender (BfS) lobte, dass die Anbindung des Marktes besser gelinge als nur über eine Haltestelle an der Bonner Straße. „Denn das ist keine wirkliche Anbindung.“ Er vermisste Anmerkungen des Fahrgastbeirats zu den Plänen.

Monhofer Feld: per Bus oder per Bahn?

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Claudia Ring regte an, das Gewerbegebiet Monhofer Feld nebst der Prinzenstraße über den Busverkehr anzubinden. Das sei aus Sicht der Grünen besser umsetzbar als über die Schiene. Dennoch wurde auch ein Prüfantrag der CDU an die Verwaltung beschlossen, der klären soll, wie das vorhandene Gleis zwischen Hauptbahnhof und dem Monhofer Feld durch die Stadt oder die Stadtwerke „zeitnah zu betreiben“ sei.

Kreisverkehre und die „Spinne“

Der doppelte „Kreisverkehr“ an der Lennestraße wird auch oft als „Spinne“ bezeichnet. Die Politiker wollten wissen, ob die Umbaupläne der „Ohligser Jongens“ – dort soll Fläche für Gastronomie entstehen – mit der neuen Routenführung noch umzusetzen wären. Das sei auf der westlichen Seite möglich, so die Verwaltung. Die Jongens setzen sich dafür ein, den Busverkehr ganz aus diesem Bereich zu verbannen.

Passend zum Thema: Hotelneubau in Ohligs verzögert sich

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