ST vor Ort

Aufderhöhe: So will die Politik das Verkehrsproblem lösen

Ein gewohntes Bild auf der Aufderhöher Straße: Autos stehen Schlange. Das soll sich ändern.
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Ein gewohntes Bild auf der Aufderhöher Straße: Autos stehen Schlange. Das soll sich ändern.

Seit Jahren belasten Staus im Aufderhöher Zentrum die dortigen Anwohner.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Seit Jahren beklagen Aufderhöher Anwohner das hohe Verkehrsaufkommen zwischen Landwehr und der Löhdorf. Vor allem in den Stoßzeiten bilden sich regelmäßig Staus. Das ST hat die Solinger Politik befragt, welche Vorschläge sie hat, um die Situation zu verbessern.

CDU: Das sagt Daniel Flemm

CDU: Fraktionsvorsitzender Daniel Flemm sieht drei Hebel, um die Situation zu verbessern. Zum einen spricht er sich für eine auf den tatsächlichen Verkehr ausgerichtete Ampelschaltung aus. Flemm wirbt dafür, dabei in Verkehrsachsen zu denken: von der A 3 aus nach Ohligs auf der einen, in Richtung Aufderhöhe auf der anderen Seite. „Wir müssen die Knotenpunkte vernetzt in den Blick nehmen.“

Flemm misst dem diskutierten Kreisverkehr an der Bonner Straße einen hohen Stellenwert bei. Dieser könnte die Anfahrt nach Aufderhöhe und Ohligs entzerren und den Lkw-Verkehr durch Aufderhöhe verringern. Im Zentrum des Stadtteils plädiert Flemm dafür, die Abbiegespur nach Löhdorf verändern, damit der Verkehr besser abfließen kann.

Wichtig ist Flemm das Thema Radinfrastruktur. Nicht sinnvoll sei, ein Fortbewegungsmittel zu stärken und damit anderen Verkehrsteilnehmern Platz zu nehmen, vor allem auf Hauptverkehrsachsen. Stattdessen benötige die Stadt Fahrradstraßen. Um die Aspekte zu vereinen, fordert Flemm ein gesamtstädtisches Gutachten der Verkehrsströme.

SPD: Das saht Gundhild Hübel

SPD: „Man sollte anerkennen, dass sich die Lage seit dem Ende der Sanierungsarbeiten deutlich gebessert hat“, stellt SPD-Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel fest. Sie erkennt jedoch an, dass Aufderhöhe „im Berufsverkehr zu den stärker belasteten Stellen im Solinger Verkehrsnetz“ zähle.

Abhilfe schaffen könne lediglich „eine durchgreifende Mobilitätswende“: „Trotz des Nadelöhrs wird Aufderhöhe aus den meisten Stadtteilen immer als kürzeste Verbindung zur A 3 bevorzugt. Daran würde selbst ein Weiterbau der Viehbachtalstraße nichts ändern. Und den gesamten Aufderhöher Ortskern abzureißen, damit an der engen Einmündung die 40-Tonner ohne Stopp durchfahren können, wird wohl niemand fordern.“

Grüne: Das sagt die Grünen-Fraktion

Grüne: „Um die Staus zu vermindern, muss der Autoverkehr weniger werden“, betonen die Grünen. Dazu beitragen soll das Stärken anderer Verkehrsmittel wie Busse und Fahrräder. Als kurzfristige Maßnahme empfehlen sie, die Pünktlichkeit der Buslinie 694 durch eine veränderte Route zu gewährleisten. Diese in beiden Richtungen über die Opladener Straße zu führen, würde verhindern, dass die Fahrzeuge auf der Landwehrstraße im Stau stehen. Zudem bemängelt die Fraktion, dass es keine Busverbindung zwischen Aufderhöhe und Langenfeld gibt.

Ein verbesserter Verkehrsfluss lasse sich erreichen, indem Parkplätze nahe der Kreuzung von Aufderhöher und Löhdorfer Straße gestrichen werden. Dadurch werde der Bereich geräumiger und es komme zu keinen behindernden Ein- und Ausparkmanövern. Insbesondere stadtauswärts und an den Schulen sei bessere Radinfrastruktur wichtig. Außerdem wollen sich die Grünen für einen Bahnhaltepunkt Landwehr einsetzen.

Grundsätzlich spricht sich die Fraktion für eine größere personelle Ausstattung der Abteilung Mobilität im Rathaus aus, um die Verkehrswende zu beschleunigen.

FDP: Das sagen die Liberalen

FDP: Die FDP geht nicht davon aus, „dass eine Verkehrswende hin zu mehr Fahrradverkehr und ÖPNV kurz- bis mittelfristig“ zu einer spürbaren Entlastung in Aufderhöhe führt. Auch der Anschluss der Viehbachtalstraße an die A 3 könne das nicht leisten, da er „keine Chance auf eine Realisierung“ habe.

Stattdessen spricht sich die FDP für einen Mix verschiedener Maßnahmen aus. Dazu zählt die Zahl der Ampeln auf der B 229 zu prüfen und die Anlagen intelligent zu schalten. Dies sei auch für Busse wichtig, die an der Kreuzung mit der Löhdorfer Straße immer wieder den Verkehr aus Richtung Landwehr blockieren.

„Langfristig könnte die Planung des neuen Gewerbegebietes, das als Ersatz für den Erhalt der Kleingartenanlage Bussche-Kessel-Weg entwickelt werden soll, Abhilfe schaffen.“ Die Erschließung müsse so erfolgen, dass sie Entlastung der B 229 ermöglicht.

Weitere Stimmen

Die Linke/Die Partei: Die Fraktion Die Linke/Die Partei sieht vor allem die Linksabbiegespur von der Aufderhöher auf die Löhdorfer Straße kritisch. Diese führe häufig zu Rückstau. Abhilfe könnte eine Verkehrsführung schaffen, „die eine frühere Trennung der Fahrzeuge, die links abbiegen wollen, ermöglicht und die Kurve entschärft“. Auch eine smarte Ampelschaltung könne sich positiv auswirken.

BfS: Die BfS bemängelt, dass „SPD, Grüne und FDP den Bürgerinnen und Bürgern in Aufderhöhe und auf der Bonner Straße eine wichtige Perspektive für eine Entlastung genommen“ haben. Damit meint die Bürgergemeinschaft die Entscheidung zur Rettung der Kleingartensiedlung Bussche-Kessel-Weg, die eine Anbindung der Viehbachtalstraße an die A 3 praktisch ausschließt. Im Zuge der Entscheidung sei versäumt worden, „ein umfassendes Verkehrskonzept in Auftrag zu geben“. Für ein solches spricht sich die BfS aus.

Serie

Alle Teile der Stadtteilserie
Kommende Woche geht es in der ST-Stadtteilserie um Höhscheid. Unter anderem berichtet Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) über die wichtigsten Verkehrsprojekte im Stadtteil. Ein Jahr nach der Hochwasser-Katastrophe beleuchtet das ST zudem die Situation im Wipper- sowie Balkhauser Kotten.

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