Stresemannstraße

So lief der erste nachhaltige Flohmarkt in Wald

Bei „Beats & Trödel“ herrschte am Samstag eine entspannte Atmosphäre in der Walder Fußgängerzone.
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Bei „Beats & Trödel“ herrschte am Samstag eine entspannte Atmosphäre in der Walder Fußgängerzone. Foto: Tim Oelbermann

Der nachhaltige Flohmarkt „Beats & Trödel“ fand zum ersten Mal im Walder Schlauch statt.

Von Andreas Römer

Solingen. Der Wettergott meinte es am Samstag gut mit dem ersten „Beats & Trödel“ in Wald. So tummelten sich zahlreiche Besucher im Walder Schlauch, lauschten der Musik und trödelten. Die Veranstaltung ist eine Initiative des Jugendzentrums Stresi 23. „Wir haben schnell Unterstützung gefunden und sind allen anderen Mitmachern und Teilnehmern sehr dankbar“, sagt Marina Dirks, eine der beiden Leiterinnen des Stresi 23.

Es war aber kein gewöhnlicher Trödelmarkt. Vielmehr standen die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Jugendkultur im Vordergrund. „Es ist doch allemal besser, Sachen an andere weiterzugeben, als sie wegzuwerfen“, sagt Marina Dirks. Trödeln sei Spaß für die ganze Familie, nachhaltig und somit ein Beitrag zum Umweltschutz. Dazu erfüllte Musik von zwei DJs die Fußgängerzone, und am späten Nachmittag und frühen Abend gab’s Livemusik, Den Anfang machte der in Solingen bekannte Erwin Paech.

Und es war gemütlich. Ganze Familien hatten sich daran gemacht, ihren Kram anzubieten. Kinderspielzeug, Bücher, Platten und jede Menge Klamotten gab es zu kaufen. Der Bürgerverein verkaufte Kuchen für kleines Geld, man kam ins Gespräch, handelte oder tauschte sich beim Plattenhändler über die besten Langspielplatten aller Zeiten aus.

Verein „Die Itterthaler“ warb bei dem Markt um Mitstreiter

Die vierjährige Lena musste von ihren Eltern immer wieder vom Stand mit den Barbie-Puppen weggelotst werden. Der achtjährige Maximilian zeigte an jedem Trödeltisch stolz seine zwei Zwei-Euro-Münzen und war gespannt, was er dafür wohl bekommen konnte. Für das komplette Playmobil-Set reichte das dann allerdings doch nicht. Aber der Papa war ja auch noch da und half mit dem Rest der Summe aus.

Michael Willemse vom Verein die Itterthaler verkaufte mit seinen Mitstreitern allerlei Waren, die ursprünglich für den corona-bedingt abgesagten Weihnachtsmarkt in Wald bestimmt waren und rührte die Werbetrommel für den Verein, der sich in dem historischen Freizeitpark um den Märchenwald kümmert.  „Nicht jeder ist bei Facebook und so erzählen wir hier von uns“, so Willemse.

Len Königs und Lucy Sohnius nahmen das mit dem Verkaufen auch nicht ganz so ernst: „Wir feilschen nicht – jeder gibt, was es ihm wert ist“. Die beiden hatten vor allem eigene Klamotten aber auch von Freunden Gespendetes auf dem Tisch und alles, was die Menschen im Tausch für Kleidung oder auch einen kleinen Schokobrunnen geben wollten, geht an „Fridays for Future“. Sie waren mit dem Zuspruch sehr zufrieden und fanden „Beats & Trödel“ richtig gut.

Die beiden gehörten genau zur Zielgruppe der Organisatoren. „Natürlich wollten wir zunächst die junge Generation ansprechen“, sagt Marina Dirks vom Jugendtreff. Aber es ging auch darum, den Waldern den Jugendtreff noch ein bisschen vorzustellen. „Uns gibt es ja noch nicht so lange“, erläuterte Dirks. Man habe mitten in der Coronazeit angefangen und noch längst nicht alle kennen das Stresi 23. Außerdem wollte man mit „Beats & Trödel“ ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. „Wir zeigen, dass das mehr als nur eine Floskel ist“, so Dirks. Das Stresi 23 verkaufte auch noch ein paar Klamotten, die von der letzten Tauschbörse übriggeblieben waren.

Allerdings stehen bei der ganzen Veranstaltung die finanziellen Interessen nicht im Vordergrund. „Es war nicht das Ziel, hier tolle Einnahmen zu erzielen“, sagt Marina Dirks. Wenn etwas übrig bleibe, flössen die Einnahmen in Projekte im Stresi 23.

„Wir sind überrascht, wie gut das angenommen wird“, strahlten Hannah Jäger und Lisa Palenschat vom Unverpackt-Laden − mit den Bestellungen kamen sie kaum nach. Sie weihten ihre Außenterrasse ein, und die Kunden saßen bei ihnen fast in der ersten Reihe: Die Bühne – eine Palette – war schräg gegenüber.

Hintergrund

Verantwortliche: Organisiert wurde „Beats & Trödel“ vom Jugendzentrum Stresi 23 in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern aus der mobilen Jugendarbeit der städtischen Jugendförderung. Unterstützung leisteten der Walder Bürgerverein, der Unverpackt-Laden „Hanneliese“ oder der „Unikat-Manufaktur Miss Filz & Indie Bike“.

Projekt: Die Jugendeinrichtung „Stresi 23“ hat ihren Sitz in einem Ladenlokal an der Stresemannstraße. Das Projekt steht unter dem Dach der gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Solingen, kurz: PariSozial.

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