Natürlich nachhaltig

So lebt es sich nachhaltig: Die kleinen Dinge machen den Unterschied

Angela Thiel (l.) und Isabell Bienick betreiben einen Second-Hand-Laden. Nicht nur dort zeigt sich Nachhaltigkeit. Archivfoto: Christian Beier
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Angela Thiel (l.) und Isabell Bienick betreiben einen Second-Hand-Laden. Nicht nur dort zeigt sich Nachhaltigkeit.

Angela Thiel und ihre Familie achten in allen Lebensbereichen auf Nachhaltigkeit.

Von Katharina Birkenbeul

Bergisches Land. Eine Mauer aus alten, ausgegrabenen Steinen im Garten oder Einkaufen im Unverpackt-Laden. Für die Familie von Angela Thiel steht umweltbewusstes und nachhaltiges Leben an erster Stelle. Wie Remscheiderin Tina Diepschlag es schafft, umweltbewusst zu leben, lesen Sie hier.

„Das hat schon früh angefangen. Mein Sohn wollte immer neue Kleidung einer bestimmten Marke haben. Ich habe dann ein gut aussehendes Teil gebraucht gekauft und es ihm als neu verkauft. Erst Jahre später hab ich ihm das dann erzählt“, berichtet Thiel. Für die 53-jährige Inhaberin des Second-Hand-Laden Thibie auf der Schlagbaumer Straße in Solingen ist es wichtig, dass das Thema Nachhaltigkeit immer weiter verfolgt wird. „Während zwischendrin wenig auf Qualität von Kleidung, Spielwaren oder Deko geachtet wurde, hat sich das in meinen Augen durch das Corona-Jahr und die Flutkatastrophe gewandelt. Dadurch ist das Thema wieder mehr in die Öffentlichkeit geraten.“, sagt Thiel.

„Wieso gibt es bei Trinkpäckchen Strohhalme aus Papier, aber das Trinkpäckchen an sich ist aus Plastik, der Strohhalm ist in Plastik verpackt und der Kleber ist auch aus Plastik. Beim Papierstrohhalm darf es nicht aufhören“, regt sich Tochter Isabell Bienick auf, die darauf achtet, wenig Plastik zu kaufen und deshalb auch im Unverpackt-Laden einkaufen geht. Das macht auch unsere Volontärin Valeria Schulte-Niermann im Selbstversuch. Machen Thiel und Bienick etwas im Haus neu, in dem auch Opa, Papa und drei Kinder wohnen, schauen sie zunächst, ob sie Dinge zweckentfremden oder gebraucht kaufen können. Für neue Wände im Keller haben sie zum Beispiel kostenlose gebrauchte Steine abgeholt.

  • Ein nachhaltiges Leben fängt im Kleinen an. Dabei gilt: Wer sich selbst sagt, ich möchte etwas ändern, hat bereits einen guten Anfang geschaffen. Hier sind einige Beispiele:
  • - beim Einkaufen im Supermarkt wenig Verpacktes kaufen oder die Lebensmittel schon im Supermarkt auspacken
  • - in einen Unverpackt-Laden oder einen Bauern-Laden gehen
  • - Regenwasser in einer Regentonne zum Blumengießen auffangen
  • - Müll richtig trennen
  • - Dinge reparieren anstatt sie wegzuschmeißen
  • - kürzer Duschen, um weniger Wasser zu verbrauchen
  • - keinen Perfektionismus etwa von selbstgebauten Möbelstücken erwarten
  • - im Second-Hand-Laden einkaufen
  • -alte Kartons wiederverwenden

Der Nachhaltigkeitsgedanke macht auch vor dem Garten kein Halt: Aus alten Steinen unter der Erde wurde eine Mauer, Himbeeren gibt es vom eigenen Strauch, Pflanzen werden getauscht, die Getränkebar besteht aus alten Paletten, einen Tisch haben sie gebraucht gekauft und Regenwasser fangen sie in einer Tonne auf, um damit die Blumen zu gießen. „Wir versuchen, in jeglicher Hinsicht nachhaltig zu leben“, betont Angela Thiel.

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Dass auch die Kleinsten auf ihre Umwelt achten können, zeigt sich in der Familie: Bei einem Projekt im Kindergarten mussten sie zu Fuß oder mit dem Bus in die Einrichtung anstatt mit dem Auto. „Mich haben die Kinder immer weit vorher darauf hingewiesen: ,Oma wir müssen ab hier laufen‘“, berichtet Thiel. „Daran ist gut zu sehen, dass jeder was tun kann. Es fängt im Kleinen an.“

Das Argument, dass ein nachhaltiges Leben teuer ist, können Thiel und Bienick nicht verstehen. „Zwar kostet der Einkauf im Unverpackt-Laden mehr Geld als im Supermarkt, dafür ist recycelte oder gebrauchte Ware billiger.“

Serie

Alle Folgen der Serie „Natürlich nachhaltig“ finden Sie hier.

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