Lieferservices

So kommen die Lebensmittel direkt nach Hause

Der Ohligser Einzelhändler André Hitzegrad ist Geschäftsführer des gleichnamigen Ohligser Familienunternehmens und springt im Zweifel beim Liefern auch selbst ein, falls Mitarbeiter ausfallen. Foto: Christian Beier
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Der Ohligser Einzelhändler André Hitzegrad ist Geschäftsführer des gleichnamigen Ohligser Familienunternehmens und springt im Zweifel beim Liefern auch selbst ein, falls Mitarbeiter ausfallen.

Der Liefer- und Versand-Service in Solingen wird immer vielschichtiger. Das zeigen einige Beispiele.

Von Dirk Lotze

Solingen. Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs an der Wohnungstür zu erhalten, ist nicht nur bequem – es ist in der Corona-Pandemie eine riesige Erleichterung. Solinger Geschäftsleute sind in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Seit 2020 haben die Betreiberinnen und Betreiber unterschiedliche Liefer-, Abhol- und Versandangebote für eine Vielzahl von Warengruppen eingerichtet und ausgebaut.

Für das im Stadtteil Ohligs ansässige Familienunternehmen Hitzegrad sagt Geschäftsführer André Hitzegrad: „Wir sind durch unsere Gastronomie sowieso im Lieferdienst.“ Falls Mitarbeitende ausfallen, springt die Geschäftsleitung am Steuer ein.

„Wir wollen uns gegen große Lieferdienste und deren Angebote positionieren.“

Einzelhändler André Hitzegrad

Wie die Lieferung abläuft, ist in Solingen von Geschäft zu Geschäft unterschiedlich. Für Hitzegrad heißt das: Kundinnen und Kunden rufen an oder bestellen per E-Mail; im Angebot sind alle Grundnahrungsmittel. Die Zustellung erfolgt wahlweise dienstags oder freitags. André Hitzegrad: „Ab 100 Euro Bestellwert liefern wir ohne Aufpreis.“ Das klare Ziel: „Wir wollen die Kundinnen und Kunden halten.“ Und: „Wir wollen uns gegen große Lieferdienste und deren Angebote positionieren.“

Eine Übersicht über Liefer- und Abholmöglichkeiten bis hin zum kleinen Spezialitätenladen „um die Ecke“ bietet die Handy-App „Solingen liefert“, deren Angebot parallel in die Solingen App integriert ist.

Das Projekt wurde wegen der Corona-Krise zur Hilfe für die Einzelhändler entwickelt, erläutert Erfinder und Geschäftsführer Deniz Balnak vom Software-Unternehmen Rocket Apes in Wald: „Viele sind damals einfach herumgefahren und haben geliefert. In der Tüte lag dann eine Rechnung mit dem Hinweis: bitte überweisen.“ Die App benennt die Händler und ihre Angebote, listet Mindestbestellwerte, Lieferkosten oder -zeiten. Die Bestellung erfolgt je nach Anbieter über Telefon oder E-Mail. Der Eintrag ist für die Geschäftsleute kostenfrei, fügt Balnak hinzu: „Das Ziel ist im Grunde, alle Solinger Einzelhändler zu gewinnen.“

Das Ergebnis ist eine möglichst vollständige Übersicht. Stand heute sind über 400 Solinger Gewerbe gelistet.

Anholservice bei Rewe in Höhscheid und Ohligs

Im Rewe-Verbund bieten zwei Standorte in Höhscheid und Ohligs kontaktreduziertes Einkaufen an: Bei dem Abholservice genannten Angebot nutzen Käufer das Internet, um aus dem vollen Sortiment zu bestellen. Die Lieferung steht zur gewünschten Zeit verpackt an einer eigens eingerichteten Kasse bereit. Vom Parkplatz über Abholung, Bezahlung und Einladen rechnet das Unternehmen im Schnitt fünf Minuten für einen kompletten Supermarkt-Einkauf. Ein Unternehmenssprecher erläutert: „Ein gemeinschaftlicher Online-Einkauf kann in separate Kassenbons gesplittet werden, um die Abrechnung zu erleichtern. Der Service bringt Vorteile für diejenigen, die Personen in Quarantäne oder Angehörige einer Corona-Risikogruppe mit versorgen möchten.“

Ein neuer Anbieter auf dem Markt ist Picnic

Edeka Rhein-Ruhr überlässt seinen Mitgliedsunternehmen, ob und wie sie liefern. Eine Großhandlung der Kette kooperiert aber mit dem neuen Anbieter Picnic, der laut eigenen Angaben derzeit die Hälfte der Solinger Einwohnerinnen und Einwohner beliefern kann. Eine Ausweitung sei beabsichtigt. Ein Sprecher des Unternehmens erläuterte: „Auf unserer Homepage kann man überprüfen, ob man im Liefergebiet wohnt und seine Lebensmittel online bestellen kann.“

Das Unternehmen sehe seine Stärken darin, ohne Filialen zu betreiben, „frischere und günstigere Produkte als herkömmliche Supermärkte“ zu liefern, bei vollem Sortiment mit 10.000 Artikeln. Geliefert wird mit Elektro-Fahrzeugen.

Hintergrund

Eine Vielzahl von Geschäften bieten Alternativen zum Kauf vor Ort im Laden an. Die Idee zu Click and Collect wurde während der Pandemie geboren.

Click and Collect: Mitarbeiter der Geschäfte kommen zum verabredeten Termin, oder es wird ein Zeitfenster abgesprochen. Manche Anbieter fahren feste Touren je nach Wochentag und versprechen pünktliches Erscheinen „wie der Milchmann“. Die Ware wird an der Wohnungstür übergeben. Manche Geschäfte versenden Pakete auf Rechnung. Bezahlt werden kann in der Regel bar. Einige Anbieter akzeptieren auch Bank- und Kreditkarten oder Überweisungen.

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