Online-Workshop

So gelingt ein guter Start in die Kita

Die beruhigende Botschaft für Eltern ist: Man kann auf sich und seine Intuition vertrauen im Umgang mit dem eigenen Kind. Archivfoto: Gunnar Freudenberg
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Die beruhigende Botschaft für Eltern ist: Man kann auf sich und seine Intuition vertrauen im Umgang mit dem eigenen Kind. Archivfoto: Gunnar Freudenberg

Diplom-Pädagogin Andrea Völkel informiert in einem Online-Workshop über Voraussetzungen für einen guten Kita-Start.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wer sich vom ersten Lebenstag an geliebt fühlt, baut Urvertrauen auf: die Basis für die Liebe zu anderen und zu sich selbst. Die Diplom-Pädagogin Andrea Völkel vom Wuppertaler Schulungszentrum „Gewaltfrei bewegt“ setzte diese starke These an den Anfang ihres Online-Workshops. Der fand am Donnerstag im städtischen Familienzentrum Altenberger Weg in Kooperation mit der Bergischen VHS statt. Zwölf Mütter und Erzieherinnen hatten sich zu der gut zweistündigen Veranstaltung zugeschaltet, die einen Mix aus Vortrag mit anschließender Arbeit in Kleingruppen bot.

Was bedeutet sichere Bindung für Kinder?

Sich geliebt zu fühlen, ist die Wurzel, aus der Selbstvertrauen entspringt und damit schließlich die Fähigkeit und die Lust, sich im Kleinkind- und Kindergarten-Alter stundenweise von den Eltern zu lösen. Neugierde auf die Welt und das Leben, also das Streben nach Autonomie, fußt auf dieser „sicheren Bindung“ zu einer Bezugsperson, die dem Kind Liebe schenkt.

Macht es nicht großen Druck, diese sichere Bindung vielleicht nicht hinzubekommen?

Die beruhigende Botschaft für Eltern ist: Man kann auf sich und seine Intuition vertrauen im Umgang mit dem eigenen Kind. Man interagiert vom ersten Moment an mit zärtlichen Worten und „streichelnder“ Stimmlage, aber auch nonverbal, etwa durch Lächeln, Schäkern, Blickkontakt und Reaktion auf das, was das Kind vorgibt. Andrea Völkel erklärt: „Als Mutter und Vater handelt man im Umgang mit dem eigenen Kind aus dem vielzitierten Bauch heraus und damit genau richtig, weil es dem Kind Sicherheit und Geborgenheit gibt. Es fühlt sich wahrgenommen, befriedig und umsorgt“.

Dabei gibt die Diplom-Pädagogin einen wichtigen Hinweis: Keine Mutter und kein Vater müsse perfekt sein, sagte die Fachfrau. Sicherheit zu bieten, bedeute nicht, dem Kind jedes Problem zu lösen, sondern es in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen. „Kinder dürfen traurig sein oder zornig, mitunter kann man da nur begleitend zur Seite stehen, und das gilt auch schon für junge Babys, die aus unerfindlichen Gründen weinen. Nicht abschieben und schreien lassen, aber auch nicht mit sich selbst hadern, wenn das mit dem Trösten nicht klappt. Die Tatsache, dass man da ist, reicht“. So entstehe Empathie: Wer sich verstanden fühlt, kann auch andere verstehen.

Was kann man aus diesem Wissen beim den Start in den Kindergarten beachten?

Wichtig ist, jedem Kind sein eigenes Tempo zu lassen, mit dem es sich der neuen Umgebung und den neuen Menschen zuwenden kann. In der Regel brauchen Kinder zunächst Körperkontakt mit dem begleitenden Elternteil: Schoß oder Hand, um Kraft zu tanken. Je sicherer die Bindung zu den Eltern ist, desto mehr Raum kann das Kind nun seinem Autonomie-Bestreben geben. Freude und Neugierde am Entdecken, an anderen Kindern und neuen Situationen sind umso größer, je mehr Vertrauen das Kind durch die sichere Bindung zu den Eltern in sich verankert hat.

Was sollten Erzieherinnen und Erzieher in dieser Situation beitragen?

Sie sollten feinfühlig sein, das Kind ernst nehmen in seinen Ängsten oder Sorgen und Steinchen für Steinchen mit Kind und Eltern eine Brücke bauen in diesen neuen Lebensabschnitt. Es gilt auch hier immer das Motto : Mehr von dem tun, was gut funktioniert, und nicht lange mit dem hadern, was nicht geklappt hat.

Kindergartenjahr

Am 1. August beginnt das neue Kindergartenjahr. Viele Kinder haben durch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen weniger soziale Kontakte außerhalb der Kernfamilie erlebt als frühere Generationen und sind ungeübter, sich auf neue Situationen und bis dato fremde Menschen einzulassen. Bei Fragen stehen Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen den neuen Kita-Eltern immer gerne hilfreiche zur Seite

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