Bilanz

So erfolgreich war die Obsternte in diesem Jahr

Obstbauer Michael Altmeyer baut auf seinen Feldern rund 20 Sorten Äpfel an, darunter Rubinette, Elstar und Wellant.
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Obstbauer Michael Altmeyer baut auf seinen Feldern rund 20 Sorten Äpfel an, darunter Rubinette, Elstar und Wellant.

Obstbauer Michael Altmeyer zieht eine erste Bilanz – Durchschnittspreis für Äpfel liegt bei 2,60 Euro pro Kilo.

Von Holger Hoeck

Solingen. Auf dem Obsthof von Michael Altmeyer herrscht kein Stillstand, und 10-Stunden-Arbeitstage (zumeist aber mehr) an allen sieben Wochentagen sind Normalzustand. Seit rund 40 Jahren ist Altmeyer Obstbauer in Leichlingen. 2014 pachtete er zu seinem Beerenobstbetrieb den traditionsreichen Obsthof Flügel, was zum zusätzlichen Äpfelvertrieb führte.

„Wir bieten rund 20 Sorten Äpfel auf unseren Feldern an, darunter etwa die beliebten Sorten Elstar, Rubinette oder Wellant“, erläutert der 60-Jährige. Mit der diesjährigen Ernte zeigt sich der studierte Agrarwissenschaftler zufrieden. „Aufgrund des trockenen Sommers haben einige Äpfel Sonnenbrand bekommen, was sie eher bräunlich erscheinen lässt, da die äußeren Zellen verbrannt sind. Generell ist es aber eine gute Ernte, wenn auch keine Rekordernte.“

Rund 25 Tonnen pro Hektar wird Altmeyers Bilanz am Ende der Erntezeit aufweisen, wovon annähernd bis zu 90 Prozent auf dem eigenen Hof vermarktet werden. „Die Konsumenten besuchen gerne unsere Verkaufshalle, da sie bei uns auch Sorten finden, die im Supermarkt nicht erhältlich sind. Sie lieben diese Vielfalt und schätzen die Gelegenheit, die unterschiedlichen Äpfel auch bisweilen probieren zu können.“ Äpfel, die nicht den eigenen Qualitätsansprüchen genügen, werden vor Ort zu Saft verarbeitet.

„Wir müssten eigentlich die Preise erhöhen.“

Michael Altmeyer, Obstbauer

Michael Altmeyer weiß eine treue Kundenklientel – auch aus Solingen – hinter sich, die bewusst ihre Äpfel auf seinem Hof bezieht. „Es ist schon ein Unterschied, wo man Äpfel kauft. Wir pflücken die Äpfel mehr auf Haltbarkeit und hierbei jede Sorte mindestens dreimal durch, aber auch nur dann, wenn sie wirklich reif sind.“

Aktuell liegt der Durchschnittspreis für ein Kilo Äpfel bei 2,60 Euro. „Der Preis ist dabei ähnlich wie im vergangenen Jahr. Wir müssten aber eigentlich die Preise erhöhen, denn wir haben extrem hohe Energiekosten. So ist der Diesel für die Traktoren teuer, und die Kühlhäuser schlucken viel Energie. Aber aufgrund der landesweit guten Ernte wären diese schwer vermittelbar.“

Für die Zukunft sieht der Obstbauer die Landwirtschaft in einer schwierigen Situation. „Die Umweltauflagen werden immer höher, und wir benötigen viel mehr Arbeitskräfte, die wir aber leider nicht finden. Und wenn, macht es uns der aktuelle Mindestlohn extrem schwer, einen Obstbauernhof wirtschaftlich optimal weiter führen zu können.“ Generell wünscht sich Altmeyer ein positiveres Bild seines Berufsstandes: „Ich kann es nicht mehr hören, dass wir als Umwelt- und Grundwasserverseucher respektive Bodenzerstörer hingestellt werden. Das macht uns das Leben schwer und verdirbt uns den Spaß. Wir arbeiten alle mit einem riesigen Knowhow und großer Erfahrung. Kein Landwirt hat doch Interesse daran, unserer Umwelt zu schaden oder unsere Böden zu vergiften.“ Mehr Achtung und Wertschätzung für seinen Berufsstand seien sehr begrüßenswert.

Obstpresse: Ein Verwertungsangebot für überschüssige Äpfel gibt es vom Arbeitskreis Obstwiesen Bergisches Städtedreieck. Dieser bietet am Sonntag, 23. Oktober, von 9 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz des LVR-Industriemuseums an der Merscheider Straße die Möglichkeit, aus den Früchten des Apfel-Überschusses eigenen Apfelsaft pressen zu lassen. Die Äpfel sollten dabei möglichst pflückfrisch oder in luftigen Säcken gelagert, sauber und frei von Faulstellen sein. Eine mitgebrachte Mindestmenge von 50 Kilogramm wird erwartet.

Börse: Die Tausch- und Verschenkbörse der Technischen Betriebe Solingen (TBS) in Kooperation mit den Städten Remscheid und Wuppertal bietet auf ihrer Webseite die Möglichkeit, Obstretter zum Pflücken einzuladen, wenn die reifen Äpfel nicht rechtzeitig gepflückt werden können. Eine kostenlose Meldung in der Rubrik „Lebensmittel“ oder „Garten“ genügt. Organisatorische Details müssen persönlich geklärt werden.
https://t1p.de/8uh5l

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