Versorgung

Situation auf Intensivstationen noch im Griff

Intensivpfleger Marek Wodicka mit einem der von der Kette gespendeten Nierenersatzgeräte, die im Klinikum bei einem Covid-Patienten im Einsatz sind. Foto: Michael Schütz
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Intensivpfleger Marek Wodicka mit einem der von der Kette gespendeten Nierenersatzgeräte, die im Klinikum bei einem Covid-Patienten im Einsatz sind.

Von der „Kette der helfenden Hände“ gespendete Geräte sind in den Kliniken im Einsatz.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Die medizinische Versorgung der Covid-19-Patienten ist eines der großen Themen in den Solinger Kliniken. Aber eben nur eines von vielen. Auch die anderen, teilweise schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen machen in der Coronazeit keine Pause. „Es ist deshalb sehr wichtig, dass Patienten bei Notfällen oder zur Behandlung ihrer Krankheiten weiter ins Krankenhaus kommen“, appelliert Prof. Dr. Thomas Standl, Medizinischer Direktor im Städtischen Klinikum. Wie schon in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr sei auch jetzt die Sorge, sich im Klinikum anzustecken, unbegründet. „Im Krankenhaus ist es sicherer als bei einem Einkauf im Supermarkt“, so Prof. Standl.

Für die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern werde im Klinikum alles getan. Derzeit werden im Eingangsbereich drei neue Aufnahmeplätze eingerichtet, die in den nächsten Tagen fertig werden. „Wir möchten die Einlass-Kontrolle am Eingang weiter entzerren und Warteschlangen draußen vermeiden“, so Prof. Standl. Für Klinikum-Mitarbeiter wird es zukünftig einen separaten Eingang geben. In der Cafeteria wurde eine Patienten-Abstrichstelle eingerichtet. „Alle Patienten, stationäre, ambulante, geplante Eingriffe und Notfälle, werden vorab getestet“, skizziert Prof. Standl das umfangreiche Testkonzept.

Auch die Versorgungslage auf der Intensivstation hat er täglich aktuell im Blick – vor allen Dingen die personelle Situation. „Weil es weniger Operationen gibt, werden derzeit Kräfte der Anästhesie auf der Intensivstation eingesetzt. Aktuell ist die Intensivstation mit 75 bis 80 Prozent ausgelastet“, so der Chefarzt.

Engpässe bei den benötigten Geräten für die Covid-Patienten gebe es zum Glück nicht. „Die zwei von der Kette der helfenden Hände gespendeten CVVH-Nierenersatzgeräte waren eine große Hilfe, da bei vielen gerade älteren Covid-Patienten nicht nur die Lunge, sondern auch die Nieren betroffen sind“, so der Mediziner.

Kette spendet Geräte für alle drei Solinger Kliniken

Neben den zwei Geräten für das Klinikum hat die ST-Wohltätigkeitsaktion auch ein Beatmungsgerät sowie ein Nierenersatzgerät an die Lungenfachklinik Bethanien gespendet. Die St. Lukas Klinik wurde mit einem mobilen Beatmungsgerät ausgestattet.

100 der 550 Betten im Klinikum, die derzeit – reduziert durch das Hygienekonzept – belegt werden, seien im Schnitt jeden Morgen frei. „Das relativiert sich etwas über den Tag“, erklärt Prof. Standl. Erkennbar sei – typisch für die Jahreszeit – eine Zunahme an Patienten mit Hirnblutung, Herzinfarkt oder anderen akuten Erkrankungen. „Bei diesen und allen anderen Erkrankungen ist eine schnelle medizinische Behandlung extrem wichtig“, appelliert der Mediziner, die Kliniken nicht aus Angst vor Corona zu meiden.

Das unterstützt auch Prof. Dr. Marcel Dihné, Neurologie-Chefarzt und Hygienebeauftragter der St. Lukas Klinik. „Wir spüren noch immer eine reduzierte Fallzahl – nicht nur auf der Schlaganfallstation, sondern auch in den anderen Fachbereichen. Das ist nicht nur bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen besorgniserregend.“ Prof. Dihné appelliert, bei akuten Problemen zum Arzt zu gehen, der dann über einen Krankenhausaufenthalt oder eine notwendige Operation entscheidet. „Verschleppen Sie nichts!“, so sein eindringlicher Hinweis. Im Frühsommer habe es viele Patienten gegeben, die erst gekommen waren, als die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren. Patienten nähmen teilweise gesundheitliche Einschränkungen in Kauf, die im Zweifel nicht rückgängig gemacht werden könnten. „Auch wenn wir in der St. Lukas Klinik gerade einige infizierte Mitarbeiter haben, konnten wir eine weitere Ausbreitung durch die vielen Maßnahmen, die wir seit Monaten durchführen, verhindern.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Schutzmaßnahmen in den Kliniken

Masken: In allen drei Kliniken tragen alle Mitarbeiter FFP2-Masken, um die Patienten und sich selbst ausreichend zu schützen.

Tests: Alle Patienten werden in den Kliniken vor einem geplanten Aufenthalt auf Covid getestet, bei Notfällen wird ein Schnelltest gemacht.

Besuche: Besuche sind derzeit nicht gestattet, Ausnahmen sind Sterbebegleitung, Kinderklinik, Kreißsaal oder wichtige Gespräche.

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