Kultur trotz Krise

So sieht ein Theaterbesuch in Corona-Zeiten aus

25 Besucher verfolgten die Aufführung des Stückes „Leben mit Männer“ vom Ensemble Profan. Foto: Michael Schütz
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25 Besucher verfolgten die Aufführung des Stückes „Leben mit Männer“ vom Ensemble Profan.

Nach der Zwangspause wurde im Pina-Bausch-Saal die Bühnensaison eröffnet – auf dem Spielplan: „Leben bis Männer“.

Von Stephanie Licciardi

Solingen. Maskiert und kostümiert sind im Theater und Konzerthaus normalerweise nur die Schauspieler oder Darsteller. Etwas anderes ist es, wenn rund 25 Besucher mit Mund-Nase-Maske zu einer Vorstellung kommen. So war es dieses Mal im Pina-Bausch-Saal. Mit dem Stück „Leben bis Männer“ von Thomas Brussig eröffnete das Ensemble Profan des Solinger Stadtensembles die Bühnensaison nach der zwölfwöchigen Zwangspause aufgrund der Corona-Krise.

Und die Freude darüber ist groß. „Endlich wieder ins Theater gehen zu dürfen“, das hat Besucherin Annegret Winkler gefehlt. „Ich bin sehr froh darüber. Auch für die Ensembles und Künstler war die Schließung sicher eine harte Zeit“, meint sie. An die Maske hat sie sich inzwischen gewöhnt, daher sei es für sie und ihre Begleitung keine besondere Sache. „Die muss ja jetzt überall getragen werden.“

Auch die anderen Gäste nehmen die Abstands- und Hygieneregeln im Theater- und Konzerthaus ernst. Zu Beschwerden oder gar Unverständnis sei es bisher nicht gekommen. Im Gegenteil, so das Team vom Kulturmanagement, die Besucher zeigen Verständnis für die derzeitige Situation. Und endlich seien wieder Gäste im Haus.

Laut der aktuellen Bestimmungen dürfte das Kulturmanagement sogar mehr als 100 Besucher für Veranstaltungen zulassen. Derzeit sind im Großen Konzertsaal bis zu 100 Personen, für den Pina-Bausch-Saal 76 und im Kleinen Konzertsaal 30 Gäste zugelassen. Die Einhaltung von Abständen gilt auch in den jeweiligen Sälen, deshalb bleiben so viele Plätze unbesetzt.

„Wenn alles weiterhin gut verläuft, ist es denkbar, dass wir nach der Sommerpause, ab September, wieder in gewohnter Stärke loslegen können“, so der technische Leiter Michael Reitz. Falls eine zweite Coronawelle nach Deutschland kommen sollte, ist das Kulturmanagement darauf vorbereitet, dass das Haus seine Pforten wieder schließen muss.

„Wenn alles weiterhin gut lauft, ist es denkbar, dass wir nach der Sommerpause wieder in gewohnter Stärke loslegen können.“
Michael Reitz, technischer Leiter

Für Schutz ist nicht nur unter den Mitarbeitern gesorgt, auch die Gesundheit der Gäste hat natürlich oberste Priorität. Im Einbahnstraßensystem dürfen die Besucher, nachdem sie ihre Hände desinfiziert und ihre Masken aufgesetzt haben, die Foyers betreten. Kontaktdaten müssen zudem hinterlegt werden, um im Ernstfall die Infektionskette zurückverfolgen zu können.

Insgesamt sind sechs Ein- und Ausgänge geöffnet, damit der Abstand von anderthalb Metern beim Betreten und Verlassen des Gebäudes gewährleistet ist. Für die Maskierung gilt, dass diese erst kurz vor der Aufführung abgenommen werden darf. Auch Pausen und Bewirtungen entfallen bei den Veranstaltungen.

„Es ist schon seltsam, nach dem Lockdown wieder ins Theater zu gehen“, meint eine Besucherin aus Wuppertal. „Anfangs stand schon die Frage im Raum, ob es in Ordnung ist, wieder zu kulturellen Veranstaltungen zu gehen oder lieber abzuwarten.“

Für die kommenden Aufführungen sind bis Ende Juni weitere Inszenierungen für Kinder und Erwachsene sowie das Abschlusskonzert der Bergischen Symphoniker geplant. Die Leitung hat Daniel Huppert. Für das Abschlusskonzert (| Kultur / S. 20) seien erfreulicherweise schon jetzt viele Karten verkauft worden, sagt Michael Reitz.

Ticketkauf

Das Kontingent ist für alle bis Ende Juni geplanten Aufführungen limitiert und ausschließlich online erhältlich.

www.theater-solingen.de

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