Seltene Krankheit

Siegfried Rimkus wollte anderen Betroffenen Mut machen

Siegfried Rimkus auf seinem Balkon: Andere zu motivieren, sei die Stärke ihres Mannes gewesen, sagt Regina Rimkus. Foto:Regina Rimkus
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Siegfried Rimkus auf seinem Balkon: Andere zu motivieren, sei die Stärke ihres Mannes gewesen, sagt Regina Rimkus.

Siegfried Rimkus plante einen Spendenlauf – aber der 64-Jährige starb, bevor er auf seine Lungenkrankheit aufmerksam machen konnte.

Von Anja Kriskofski

Solingen. An seinem 65. Geburtstag wollte Siegfried Rimkus mit Unterstützern von der Lungenfachklinik Bethanien bis zu Lohmanns Romantik Hotel in Wiescheid laufen. Der Monheimer wollte über die seltene Erkrankung Lungenfibrose informieren, an der er seit Anfang 2020 litt. Und gleichzeitig für die Forschung Spendengelder sammeln. Doch dazu ist es nicht mehr gekommen. Am 24. Juni starb Rimkus an der Lungenkrankheit. In seinem Sinne möchten seine Frau Regina und das Bethanien-Team nun auf sein Anliegen aufmerksam machen. „Er war ein sehr positiver Mensch, der anderen Betroffenen Mut machen wollte“, sagt Regina Rimkus.

„Er war ein sehr positiver Mensch, der anderen Mut machen wollte.“

Regina Rimkus

Siegfried Rimkus war seit Anfang 2020 mehrfach zur Behandlung in der Lungenfachklinik Bethanien. Eine Düsseldorfer Lungenfachärztin hatte die Diagnose gestellt, die sich in Bethanien bestätigte. „Das war ein Schlag ins Kontor“, sagte Rimkus in einem Interview, das er einer Mitarbeiterin der Klinik Bethanien vor seinem Tod gegeben hat. Darin schilderte er auch die Symptome der Erkrankung: „Ich habe keine Luft mehr bekommen und kam nur noch eine Etage hoch. Dann musste ich erst mal fünf Minuten Pause machen.“ In Bethanien sei er bestens behandelt worden. Dafür wollte Rimkus Danke sagen und gleichzeitig andere Betroffene motivieren: „Ich rate jedem, nicht aufzugeben. Die eigene Motivation ist das Wichtigste.“ Seinem Spendenlauf hatte er deshalb auch das Motto „Motivation zu leben“ gegeben, berichtet seine Frau.

„Das hat uns tief berührt, als er uns seine Idee vorgestellt hat“, sagt Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Klinik Bethanien. „Wir fanden es toll, dass er für unser wissenschaftliches Institut und die Erforschung der Lungenfibrose Spenden sammeln wollte.“ Aber noch wichtiger sei das Anliegen, auf die seltene Krankheit hinzuweisen. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland sei betroffen. Auf die Einwohnerzahl Solingens umgerechnet, seien das dennoch bis zu 40 Neuerkrankungen pro Jahr.

Bei der Lungenfibrose entstehen Entzündungen und Vernarbungen der Lungenbläschen, die dadurch Sauerstoff nicht mehr gut aufnehmen. „Die Sauerstoffreserven der Patienten sind ganz klein.“

Die Ursache könnten Schadstoffe ebenso sein wie Schimmelpilze oder Allergene. „Das kann jeden treffen.“ Die Krankheitsschübe würden mit hochdosiertem Cortison behandelt, weitere Medikamente könnten die Verschlechterung bremsen. Siegfried Rimkus wollte ursprünglich von seinem Wohnort Monheim aus nach Aufderhöhe laufen. Auch das Tageblatt hatte er bereits über sein Projekt informiert. „Er lebte für diese Aktion und hat viele Briefe geschrieben. Als es ihm schlechter ging, hat er den Lauf auf einen Abschnitt reduziert“, berichtet Randerath.

Bei seinem Lauf wollten ihn Nachbarn, Freunde und andere Unterstützer begleiten. Andere Menschen zu motivieren, das sei die Stärke ihres Mannes gewesen, sagt Regina Rimkus, die ihn bei seiner Idee gerne unterstützte. „Er hat noch gekämpft, wo andere schon längst aufgegeben hätten.“ Deshalb habe er sich den Ordner mit den Unterlagen zu seinem Spendenlauf auch noch ins Krankenhaus bringen lassen. „Aber letztendlich hatte er keine Kraft mehr.“

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