Großes Treffen Ehemaliger

Siedlung wird 50 Jahre alt: Hasseldelle ist Ort der Jugenderinnerung

Am Samstag hieß es „50 Jahre Siedlung Hasseldelle“. Dazu gab es ein großes Treffen Ehemaliger am Vereinstreff Hasseldelle. Foto: Michael Schütz
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Am Samstag hieß es „50 Jahre Siedlung Hasseldelle“. Dazu gab es ein großes Treffen Ehemaliger am Vereinstreff Hasseldelle.

Rund 80 ehemalige Bewohner der großen Siedlung trafen sich zum Wiedersehen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Fotos werden hin und hergezeigt, Erinnerungen ausgetauscht und viel miteinander gelacht. Am Samstagnachmittag sind um 16 Uhr bereits 50 der über 80 zum Ehemaligen-Treffen angemeldeten Ex-„Hasseldeller“ auf der Terrasse des Vereinsheims versammelt und trotzten unter aufgespannten Sonnenschirmen den wiederkehrenden Wolkenbrüchen. Zweimal musste das Treffen wegen Corona verschoben werden, jetzt fiel es ins Jahr, in dem die Siedlung das 50-jährige Bestehen feiert.

Doch das schlechte Wetter ist kein Thema bei der von Thomas Krengel zusammen mit Martin Hoffmann organisierten Feier. Dafür haben sich die „Jungs“ und „Mädchen“, die alle in den 1970er Jahren als Nachbarskinder in der damals frisch erbauten Siedlung aufgewachsen sind, viel zu viel zu erzählen. „Jeder kannte jeden“, sagt Martin Hoffmann.

„Die Siedlung war uns als Kindern vertraut wie die eigene Westentasche.“

Martin Hoffmann, Hasseldelle

„Ich kann heute noch runterrattern, welcher Balkon zu welcher Familie gehörte. Die Siedlung war uns als Kinder vertraut wie die sprichwörtliche eigene Westentasche.“ Aus dem Kopf zählt er auf, wie es vor dem heutigen Vereinsheim aussah: „Hier stand eine Telefonzelle, da war ein kleiner Bäcker.“ Streiche fallen ihm ein, wie etwa durch offene Nachbar-Kellerfenster gemopste Einmachgläser mit Kompott, die an Ort und Stelle leergelöffelt wurden – oder glimpflich ausgegangene Stürze aus Fenstern der dritten Etage. „Gottlob ist mein Freund damals weich auf einem hohen Berg Erde gelandet, der wohl für eine Grünanlagengestaltung angekarrt worden war.“

Sie seien in dem damals neuen Wohnblock regelrechte Pioniere gewesen, ergänzt Thomas Krengel. „Wenn ich mir jetzt hier die hohen Straßenbäume anschaue, muss ich den Kopf schütteln, denn damals wurden die erst so nach und nach gepflanzt.“ Heute wohne von den damaligen Freunden und Kumpeln keiner mehr in der Hasseldelle, berichtet Krengel, der zu vielen noch Kontakt hatte, bevor er für das Ehemaligen-Treffen die Adressen recherchierte.

Einer von ihnen ist Claudio La Carbonara, der seit den 1980er-Jahren in Süditalien lebt und extra fürs Wiedersehen nach Solingen gereist ist. Er bekomme jedes Mal freudige Gänsehaut, wenn er sich der Hasseldelle nähere, erzählt er. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, hier ist meine Heimat.“ Auch er erinnert sich an vieles, zum Beispiel an den Schulbus, der die meisten Grundschulkinder täglich nach Stöcken fuhr. Oder an Winter voller Schnee, in denen man im Pulk begeistert ganze Nachmittage rodelte. „Wir waren sowieso nur draußen“, sind sich die drei Jungs einig. „Man klingelte gegenseitig an den Haustüren, und dann wurde was miteinander unternommen, sei es Fußball auf dem Bolzplatz oder Buden bauen im Wäldchen.“

Als aus den Kindern von damals pubertierende Jugendliche wurden, gab es laut Krengel erste Probleme und Zoff, untereinander, aber auch mit Jugendlichen aus anderen Stadtteilen. „Schnell hatten wir in der Hasseldelle den Stempel ,Klein-Chicago‘ verpasst bekommen. Klar, es passierte ja tatsächlich immer wieder mal was, was Polizei-Einsätze nötig machte.“ Ihre positive Erinnerung und das heutige Heimatgefühl beim Anfahren auf die Hochhaus- Siedlung schmälert das nicht.

Hasseldelle

Die Hasseldelle besteht aus Beginn der 1970er-Jahre errichteten Wohnsiedlung des Solinger Spar- und Bauvereins (SBV) und der Bremer Treuhand. Die Ursprünge liegen in der nahen Hofschaft.

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