Polizei bittet um mehr Rücksicht

Sicherheit an der Bushaltestelle Burger Höhe wird überprüft

An der Bushaltestelle Burger Höhe kam es vor 14 Tagen zu einem fast tödlichen Unfall zwischen einen Pkw-Fahrer und einen Radfahrer. Einen ausgebauten Radweg kann es an der Stelle aus diversen Gründen nicht geben. Die Polizei bittet um mehr gegenseitige Rücksicht. Foto: Michael Schütz
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An der Bushaltestelle Burger Höhe kam es vor 14 Tagen zu einem fast tödlichen Unfall zwischen einen Pkw-Fahrer und einen Radfahrer. Einen ausgebauten Radweg kann es an der Stelle aus diversen Gründen nicht geben. Die Polizei bittet um mehr gegenseitige Rücksicht.

Am ersten Juniwochenende gab es einen schweren Unfall eines Radfahrers.

Von Philipp Müller

Solingen. Nur knapp hatte ein Radfahrer am Sonntag, 7. Juni, an der Burger Landstraße einen Unfall mit einem Mercedesfahrer überlebt. Wie es zum Crash in Höhe der Bushaltestelle Burger Höhe gekommen ist, sei immer noch unklar, berichtet Polizeisprecher Stefan Weitkämper auf ST-Nachfrage. Auch die Laboruntersuchungen der Blutprobe, ob der vermeintliche Unfallverursacher, ein 54-jähriger Solinger Autofahrer, unerlaubte Medikamente genommen hatte, dauerten noch an. 

Solingen: Nicht als Unfallschwerpunkt ausgefallen

Bisher sei die Strecke jedoch nicht als besonderer Unfallschwerpunkt ausgefallen. Bei Straßen NRW, sie hatten zuletzt die Sanierungsarbeiten an der Unfallstelle abgeschlossen, will man jedoch schauen, ob man den Bereich noch besonders schützen kann. Auch die Stadtverwaltung wird das prüfen.

Die Burger Landstraße wurde mit einem neuen Straßenbelag versehen. Außerdem erhielt die Bushaltestelle Burger Höhe an beiden Seiten eine Aufwertung. Der Bereich ist so umgestaltet worden, „dass über den neuen Buskapstein am Fahrbahnrand mit einer Höhe von 16 Zentimetern ein bequemeres Einsteigen für Geh-eingeschränkte erreicht wird“, erklärt Straßen NRW. Doch dass dies eine Unfallursache sei, bezweifelt ein Sprecher der Behörde: „Der Straßenquerschnitt wurde durch diese Maßnahme nicht eingeschränkt.

Die Erkennbarkeit der neuen Anlage ist aufgrund von weißen Bordsteinen und Markierungen durchgängig gegeben.“ Trotzdem werde untersucht, ob zur Erhöhung der Erkennbarkeit der Anlage an den Buskapsteinen die Randmarkierung der Fahrbahn durchgezogen werden könne.

Grundsätzlich ist sich Straßen NRW der Situation bewusst, dass sich Radfahrer und Autofahrer durch den Boom der Freizeitradler häufiger und auch auf Landstraßen begegnen werden. Man sei daher immer bemüht, den Radverkehr in alle Überlegungen mit einzubeziehen. Jedoch seien bei reinen Sanierungsmaßnahmen wie an der Burger Landstraße und der Burger Höhe nicht viele Möglichkeiten vorhanden, für Radler auf dem bestehendem Querschnitt eine separierte Führung zu erreichen.

Dagegen stehe schon die

Straßenverkehrsordnung

. Sie verlangt nach Angaben des Landesbetriebs eine

Radwegbreite von 1,85 Metern

inklusive einer Breitstrichmarkierung, die vom Autofahrer nicht überfahren werden dürfe. Außerdem müsse die restliche Fahrbahnbreite 6,5 Meter betragen – an der Burger Landstraße, der Burger Höhe und der Solinger Straße nicht umsetzbar.

Solingen: Verwaltung soll Verkehrssicherheit auf der Landstraße prüfen

Bleibt die Frage, ob der Abschnitt zwischen

Dorperhof und Unterburg

andere Maßnahmen benötigt. Dazu erklärt der

Sprecher von Straßen NRW

: „Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Beschilderungen jeglicher Art müssen über die Straßenverkehrsbehörde auf der Grundlage der Straßenverkehrsordnung angeordnet werden.“ Deshalb soll auf Antrag der Fraktion der Grünen im

Verkehrsausschuss

die Verwaltung prüfen, ob und wie die Sicherheit der Radfahrer dort verbessert werden kann.

Eine

Tempo-30-Strecke

ließe sich aber nur an einer besonders gefährlichen Stelle begründen, teilte die Stadt auf ST-Anfrage mit. Das sei an der Unfallstelle aber nicht der Fall, sie liege auch nicht im

Bereich einer Kurve

. Grundsätzlich sei der Weg von und nach Burg eine typische bergische Landstraße: nicht sehr breit, in Teilen

kurvenreich

und abschüssig, mit Böschungen und Bäumen rechts und links, ohne Radweg und ohne Möglichkeit, einen Radweg einzurichten. Unter solchen Bedingungen sei es rechtlich zwingend geboten, dass Radfahrer nur unter Nutzung der Gegenfahrspur überholt werden können.

Hürde für Radweg

Polizist Stefan Weitkämper verweist auf Grundsätze: Radler und Pkw-Fahrer müssten aufeinader achten. Radfahrer sollten helle Kleidung, am besten mit Signalstreifen tragen. Obwohl es keine Helmpflicht gebe, rate die Polizei dringend dazu, einen solchen zu tragen, appelliert Weitkämper. Wichtig sei, den Sicherheitsabstand zwischen Rad und Pkw von 1,5 Metern innerorts und sogar 2 Metern außerhalb einzuhalten.

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