Aufwändiges Hobby

Schiwa: Er tanzt allein unter 20 Frauen

Auch bei den Tanztagen 2019 machten Michael Margagliotta und seine Kolleginnen auf der Bühne eine gute Figur. Foto: Dieter Wundes
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Auch bei den Tanztagen 2019 machten Michael Margagliotta und seine Kolleginnen auf der Bühne eine gute Figur.

Bei der Solinger Tanzformation ist Michael Margagliotta der einzige Mann. Sein Hobby teilt er mit seiner Frau und seinen Töchtern.

Von Kristin Dowe

Menschen, die Michael Margagliotta kennen, sind zuweilen erstaunt, wenn er von seinem Hobby erzählt, das wohl den maximalen Kontrast zu seinem Berufsleben als Zeitsoldat bildet: Als einziger Mann unter 20 Frauen tanzt der 42-Jährige in dieser Session bei der Tanzformation Schiwa mit. „Ich war mir anfangs unsicher, ob ich das schaffe. Denn ich hatte vorher nie etwas mit Tanz zu tun“, sagt er ehrlich. „Die Mädels machen das aber mit so viel Liebe, dass sie mir den Einstieg sehr erleichtert haben.“

„Die Mädels“, das sind unter anderem Ehefrau Simona und seine beiden Töchter Angelina (17) und Gioliana (13), die alle bei der Schiwa als Tänzerinnen mitwirken. Mit dem Einstieg des Vaters ist das Tanzen in der bekannten Solinger Showtanz-Gruppe bei den Margagliottas nun endgültig zum Familienprojekt geworden. „Der Verein hatte immer das Problem, dass zu wenige oder gar keine Männer dabei waren. Die Frauen waren dann immer etwas eingeschränkt, wenn es beispielsweise um Hebefiguren ging“, berichtet Margagliotta. „Meine Töchter tanzen beide schon seit zehn Jahren bei der Schiwa. Nachdem meine Frau auch dabei war, haben meine Töchter mich dann gefragt, ob ich nicht auch Lust dazu hätte. Dann bin ich irgendwann weich geworden.“

DER VEREIN

TRAINING Die Tanzformation Schiwa trainiert jeweils dienstags von 19.45 bis 21.30 Uhr in der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule sowie donnerstags von 19.30 bis 21.15 Uhr im Walder Stadtsaal. Interessierte Männer sind herzlich eingeladen, sich der Gruppe anzuschließen. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Schiwa oder per Mail.

www.schiwa-solingen.de

info@schiwa-solingen.de

Viel geholfen habe ihm in den Anfängen Bernd Heuschkel, der früher selbst bei der Schiwa mitgetanzt hat. Er und andere Männer der „Schiwa-Familie“, die ehemals dort aktiv waren, hätten ihn bei seiner neuen Aufgabe unterstützt. Das Training ist hart, zweimal in der Woche trifft sich die Gruppe in der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule und im Walder Stadtsaal, um die aktuellen Choreographien einzustudieren. Dass zurzeit keiner seiner Geschlechtsgenossen sich zu einer Mitgliedschaft durchringen kann, führt Margagliotta weniger auf ein überholtes Rollenverständnis als vielmehr auf berufliche Zwänge zurück. „Es gibt einige Männer, die gerne mitmachen würden. Allerdings nehmen die Proben schon viel Zeit in Anspruch, daran scheitert es dann leider bei vielen.“

Das gemeinsame Hobby schweißt die Familie enger zusammen

Auch für ihn selbst sind die Trainingszeiten manchmal ein organisatorischer Spagat, da Margagliotta als Soldat in Bonn stationiert ist und jeden Tag von Solingen aus pendelt. Doch der Aufwand ist es ihm wert. „Für mich ist das auch eine schöne Gelegenheit, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Es ist toll, so ein gemeinsames Hobby zu haben.“

So ist im Training manchmal auch ein wenig Improvisation gefragt. Vor allem bei den Hebefiguren ist Margagliotta als einziger Mann stets gefragt. „Wir müssen immer schauen, wie wir das machen. Ich kann mich ja nicht klonen“, sagt er scherzhaft. Auf die Frage, ob es bei so vielen Frauen auf einem Haufen manchmal „Zickenalarm“ gibt, antwortet er diplomatisch: „Klar gibt es ab und zu Meinungsverschiedenheiten. Die werden aber eher konstruktiv ausgetragen, die Frauen arbeiten alle sehr professionell.“

In den kommenden Wochen ist der Terminkalender der Schiwa-Tanzformation prall gefüllt. So begleitet die Gruppe das Solinger Prinzenpaar André I und Silke II – außerhalb seiner royalen Verpflichtungen hört das Ehepaar auf den Namen Wielpütz.

Für Michael Margagliotta ist klar, dass er dem Verein als Tänzer treu bleiben wird. „Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen.“ Bis Ende Februar richtet sich sein Leben nun nach dem Karneval.

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