Weltweiter Aktionstag

Solingen setzt Zeichen gegen die Todesstrafe

Sie engagieren sich für die Aktion „Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe“ (v.l.): Daniela Tobias, Tim Kurzbach, Ariane Bischoff, Helmut Eckermann, Simon Oelgemöller und Bernhard Erkelenz. Foto: Andreas Tews
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Sie engagieren sich für die Aktion „Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe“ (v.l.): Daniela Tobias, Tim Kurzbach, Ariane Bischoff, Helmut Eckermann, Simon Oelgemöller und Bernhard Erkelenz.

Stadt beteiligt sich erstmals am weltweiten Aktionstag – mit einer Veranstaltung und der grün erleuchteten Clemenskirche.

Von Andreas Tews

Der Tag, an dem der Stadtrat auf Vorschlag von Amnesty International beschloss, dass Solingen dem Bündnis „Cities für Life – Städte gegen die Todesstrafe“ beitritt, jährt sich am Freitag, 30. November, zum ersten Mal. Passend dazu beteiligt sich die Klingenstadt am Freitagabend erstmals mit einer besonderen Aktion am weltweiten Aktionstag des Bündnisses. Dazu wird unter anderem der Lichtkünstler Frank Göllmann die Fenster der Clemenskirche in der Solinger Innenstadt mit grünen Lichtstreifen in Szene setzen.

Zudem hat die Solinger Gruppe von Amnesty International für diesen Abend zusammen mit der katholischen Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord, dem Katholikenrat und dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid eine Veranstaltung organisiert. Dabei wird mit Kerstin Birke eine Vertreterin der weltweiten Aktion erklären, wie „Cities for Life“ zur Abschaffung der Todesstrafe beiträgt. Auch konkrete Fälle wird sie schildern. Das musikalische Programm gestalten Rüdiger Werk und Johannes Lindemeyer.

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Die Kampagne „Cities for Life“ hat vor 16 Jahren die katholische Laienorganisation Sant´ Egidio ins Leben gerufen. Dazu gehört, dass zum Aktionstag des Bündnisses jedes Jahr am 30. November weltweit Gebäude grün angestrahlt werden. Auch kulturelle Veranstaltungen gehören dazu. In Deutschland beteiligen sich nach Angaben der städtischen Nachhaltigkeitsbeauftragten Ariane Bischoff etwa 250 Kommunen.

Das Thema Todesstrafe ist auch in Deutschland von Bedeutung

Solche Aktionen seien ein wichtiges Zeichen, erklärt der seit Jahren für Amnesty International aktive Bernhard Erkelenz. Er erinnert daran, dass sein Verein bereits vor Jahren vorgeschlagen hatte, dass Solingen dem Bündnis beitritt. Nach dem Beschluss von 2017 sei allen klar gewesen, dass die Aktion in der Klingenstadt mit Leben gefüllt werden müsse. Nach Überlegungen in viele Richtungen sei man auf die Idee mit den erleuchteten Kirchenfenstern an St. Clemens gekommen. „Wir müssen über das Thema sprechen, damit es in der Öffentlichkeit präsent bleibt“, betont auch sein Mitstreiter Helmut Eckermann. Es mache Hoffnung, dass immer mehr Staaten von der Todesstrafe abkehrten.

Es gehe nicht nur um die Bekämpfung der Todesstrafe in anderen Staaten, betont Daniela Tobias von Amnesty International. Das Thema sei auch in Deutschland von Bedeutung. Dies habe sich nicht zuletzt bei einer Umfrage unter Jurastudenten gezeigt, bei der sich rund ein Viertel der Befragten für eine Wiedereinführung der Todesstrafe ausgesprochen habe.

AKTIONSTAG

DATUM Sant´ Egidio ist eine katholische Laienbewegung mit 70 000 Mitgliedern in 74 Staaten. Sie setzt sich mit anderen Organisationen für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Der 30. November wurde als Aktionstag ausgewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe abschaffte.

Für Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) geht es bei der Aktion auch darum, auf den Wert eines jeden menschlichen Lebens hinzuweisen. Wichtig sei ihm auch die Wahrung der Menschenwürde. Hier gebe es auch in Deutschland etliche Warnsignale, die nicht unterschätzt werden dürften. Dazu zählt er Attacken auf Migranten oder die Verrohung der Sprache. Kurzbach: „Jeder von uns muss sich selbst fragen, wie wertschätzend er mit anderen Menschen umgeht.“ Auch dafür gelte es die Menschen immer wieder zu sensibilisieren.

Nach Meinung von Erkelenz und Eckermann helfen beim Einsatz für Menschenwürde und -rechte vor allem Bildung und Aufklärung. Darum, so betont auch Simon Oelgemöller vom Katholischen Bildungswerk, unterstütze seine Organisation die Initiative. „Es geht um Denken, neu Denken und Nachdenken“, erklärt er. Durch Bildung könne man viele Prozesse vor Ort anregen.

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