Unser Leben mit Hund

Labradoodle Cara arbeitet mit Frauchen im Kindergarten

Auf der Decke ist Caras Platz: An zwei bis drei Tagen pro Woche nimmt Kita-Leiterin Andrea Praß (rechts) ihre Labradoodle-Hündin mit in den Kindergarten Kastanienburg. Foto: Michael Schütz
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Auf der Decke ist Caras Platz: An zwei bis drei Tagen pro Woche nimmt Kita-Leiterin Andrea Praß (rechts) ihre Labradoodle-Hündin mit in den Kindergarten Kastanienburg.

Andrea Praß hat mit ihrem Tier eine Ausbildung zum pädagogischen Begleithund gemacht

Solingen. Wenn Andrea Praß morgens zur Arbeit fährt, ist Cara meist dabei. Doch der graue Labradoodle – eine Kreuzung aus Labrador und Pudel – liegt bei ihrem Frauchen nicht nur neben dem Schreibtisch im Büro. Die Hündin arbeitet in der Kindertagesstätte Kastanienburg an der Wipperauer Straße mit – als pädagogischer Begleithund. Kita-Leiterin Praß hat dafür mit Cara eine einjährige Ausbildung beim Wuppertaler Verein Gesundheit durch Tiere absolviert. „Die Arbeit mit ihr läuft durchweg positiv.“

Wenn sich die 24 Kinder der eingruppigen Einrichtung mit ihren Erzieherinnen zum Morgenkreis zusammensetzen, ist Cara auf ihrer Decke oft dabei. An zwei bis drei Tagen in der Woche nimmt Praß ihre Hündin mit, sonst bleibt sie zu Hause. Denn der Job in der Kita sei durchaus anstrengend für den Vierbeiner. „Nach einer halben Stunde mit den Kindern braucht sie eine Pause.“ Dann zieht sich Cara in ihr Körbchen im Büro zurück. So dort zu stören, ist tabu. Auch sonst gelten Regeln im Umgang. Trägt Cara ihr mit dem Namen besticktes Halstuch, ist das für die Jungen und Mädchen das Zeichen, dass sie sie anfassen dürfen. Beim Essen ist der Hund nicht dabei. Und wer ihm ein Leckerchen geben darf, muss sich danach die Hände waschen.

Mit Hündin Cara lernen Kinder den richtigen Umgang mit Tieren

Cara wiederum nimmt eine Belohnung erst, wenn sie aufgefordert wird. Sie bleibt auch dann liegen, wenn die Kinder die Belohnungen um sie herum legen. „Das ist schon eine Kraftanstrengung für sie, das auszuhalten, denn sie ist ziemlich verfressen“, erzählt ihre Besitzerin.

Cara ist in erster Linie ein Familienhund, der mit Praß, ihrem Mann und den beiden Kindern zusammenlebt. „Aber gleichzeitig geht es mir darum, dass die Kinder lernen, mit Hunden umzugehen.“ Das sei der Grund für die Ausbildung gewesen: „Mir ist aufgefallen, dass manche Kinder Angst haben, andere wiederum laufen unkontrolliert auf Hunde zu.“ Mit Cara lernen sie den richtigen Umgang.

Auch in anderen Bereichen profitierten die Kinder vom Zusammensein mit dem Tier. „Zum Beispiel bei der Sprache: Kinder, die noch nicht richtig sprechen können, erzählen dem Hund oft etwas, weil der nicht wertet.“ Ein Junge habe lange geübt, bis er „los“ konnte. Denn erst auf dieses Kommando hin, nimmt Cara ein Leckerchen aus der Hand. „Viele müssen auch üben, bis sie den Namen Cara sagen können, denn nur darauf reagiert sie.“

Cara bereichert den Kindergartenalltag

Bei den Kleinen werde die Motorik geschult, wenn sie für den Hund Leckerchen in Zeitungspapier einwickeln. Mit einem selbstgebastelten Würfel wird das Hundespiel gespielt: Je nach Wurf, dürfen die Kinder Cara mit „High Five“ die Pfote geben oder ihr eine Belohnung reichen. Und die Vorschulkinder lernen jeden Donnerstag etwas Neues rund um die Vierbeiner. Bei Waldspaziergängen ist der Labradoodle selbstverständlich auch dabei und schleppt Stöckchen für den Tipi-Bau an. Und manchmal schlichte Cara sogar Streit: „Sie stellt sich dazwischen oder bellt. Dann hören die Kinder sofort auf.“

Die Jungen und Mädchen sind jedenfalls begeistert von ihrer tierischen Begleiterin. „Ich kann mit Cara kuscheln“, erzählt die fünfjährige Ida. „Sie begrüßt uns immer“, sagt Benno (6), und die sechsjährige Jonna versteckt draußen gerne Leckerchen für Cara.

Auch die Eltern hätten es sofort positiv aufgenommen, dass sie ihren Familienhund auch in die Kita mitbringen wolle, schildert Praß. „Manche neue Familien kommen gerade deswegen.“Auf Hygiene werde selbstverständlich geachtet. Caras Schlafplatz werde regelmäßig gewaschen, die Böden besonders gründlich gereinigt. Der Vorteil: Labradoodle Cara verliert kaum Haare.

Die Arbeit mit ihrem Hund in der Kita finde sie absolut bereichernd, sagt Andrea Praß. „Die Kinder lieben Cara, und ich sehe, wie sie sich dadurch auch positiv entwickeln.“

Die Serie

In der Serie „Unser Leben mit Hund“ berichtet ST-Redakteurin Anja Kriskofski, was sie mit ihrem Welpen Mascha erlebt, beleuchtet aber auch andere Hundethemen. In der nächsten Folge geht es um die welpensichere Wohnung. Alle bislang erschienen Teile der Serie finden Sie hier.

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