Start des Impfzentrums

620 Senioren werden nächste Woche geimpft

Montag starten die Impfungen im ehemaligen Kaufhof-Gebäude. Über 80-Jährige dürfen nur mit Termin kommen. Der muss telefonisch oder online vereinbart werden. Foto: Christian Beier
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Montag starten die Impfungen im ehemaligen Kaufhof-Gebäude. Über 80-Jährige dürfen nur mit Termin kommen. Der muss telefonisch oder online vereinbart werden.

Untersuchungen zur Verbreitung der Virus-Mutation belegen die schnelle Infektion etwa im Familienkreis.

Von Simone Theyßen-Speich

KORREKTUR: Es wird auch am Wochenende geimpft.

Am kommenden Montag, 8. Februar, startet die Impfung der über 80-Jährigen im Solinger Impfzentrum. Anders als die Stadt Solingen uns berichtet hatte, sind die fünf Impftage jedoch Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 20 Uhr. „Der Dienstag und Donnerstag ist vorgesehen, um Sonderkontingente zu verimpfen“, erklärt Udo Stock, Leiter des Solinger Impfzentrums.

Im gesamten Februar werden 620 Senioren pro Woche geimpft. Im März kommen dann zu den wöchentlich 620 über 80-Jährigen, die ihre Erstimpfung erhalten, jeweils nochmals 620 Solinger hinzu, die dann bereits ihre Zweitimpfung erhalten.

Unser Bericht:

Solingen. Der Start des Impfzentrums am kommenden Montag nimmt konkrete Züge an. Die stellte Udo Stock, der Leiter des Solinger Impfzentrums, gestern bei einer digitalen Pressekonferenz der Stadt vor. So werden in der ersten Woche ab dem 8. Februar 620 Senioren über 80 Jahre geimpft: Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 20 Uhr. Auch für die beiden darauffolgenden Wochen bis Ende Februar sind 620 Senioren pro Woche zur Erstimpfung terminiert. Stock betont: „Es können nur Personen geimpft werden, die einen Termin haben.“

Ab dem 1. März gehen die Erstimpfungen dann in gleicher Größenordnung weiter. Zusätzlich kommen pro Woche dann jeweils 620 Zweitimpfungen der Menschen dazu, die im Februar ihre erste Impfung erhalten haben. „Somit kommen wir ab März auf 1240 Impfungen pro Woche“, so Stock. Für diese Gruppen sei auch der Impfstoff von Biontec/Pfizer fest zugesagt. Ab März hat das Impfzentrum dann auch von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

Die Mitglieder des städtischen Corona-Krisenstabs blicken positiv auf den Impfstart. „Wir sind ab Montag mit genügend städtischen Mitarbeitern und DRK-Helfern vor Ort“, so Stock. Auch die Dienstpläne für die Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Impfungen durchführen, lägen vor. (Infos zu Impfablauf und mitzubringenden Unterlagen am Samstag im ST)

Schon seit dem 15. Dezember steht Solingen, wie vom Land gefordert, mit dem fertig eingerichteten Impfzentrum parat. Seitdem zahlt die Stadt auch die Miete für das ehemalige Kaufhof-Gebäude. Wie viel – darüber habe man vertraglich Stillschweigen vereinbart. „Wir gehen aber fest davon aus, dass diese Kosten vom Land erstattet werden“, so Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU).

Ab kommender Woche erhält die Stadt auch Sonderkontingente des Astrazeneca-Impfstoffes, der derzeit nicht für über 65-Jährige empfohlen ist. Nächste Woche sind es 600 der landesweit 74 000 Dosen. Die Menge soll wachsen. Damit werden ambulante Pflegekräfte und Rettungssanitäter geimpft.

Solingen: 82 Prozent der Senioren in den Heimen sind zweimal geimpft

Auch die Impfungen in den Senioreneinrichtungen schreiten voran. Bis heute haben 82 Prozent der Bewohner bereits beide Impfungen erhalten. In den Krankenhäusern sind 40 Prozent der Mitarbeiter mindestens einmal geimpft.

Weiter große Sorge bereitet der Stadtspitze die Ausbreitung der britischen Corona-Mutation B.1.1.7. „Wir werden weiterhin alle positiven PCR-Tests zusätzlich in der Uni Köln darauf untersuchen lassen“, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD).

163 dieser Positiv-Tests wurden bereits eingeschickt, 138 Ergebnisse liegen vor. „Davon konnte in 36 Fällen die britische Mutation nachgewiesen werden“, erklärte Dr. Annette Heibges, Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit. Man könne daraus aber nicht schließen, dass 26 Prozent der Solinger Corona-Fälle schon auf die Mutation zurückzuführen seien, so Heibges. „Die 36 Fälle beziehen sich auf nur sechs verschiedene Ausbruchsgeschehen.“ Es habe beispielsweise eine Familie gegeben, in der sich in kürzester Zeit zwölf Personen mit der Virus-Mutation infiziert hätten. „Das zeigt aber auch, wie ansteckend diese neue Mutation ist“, warnt Heibges.

Weil die Corona-Inzidenz mit einem Wert um 90 zwar stabil ist, aber auch nicht deutlich sinkt, fordert Oberbürgermeister Kurzbach ein Umdenken bei den Maßnahmen. „Wir brauchen jetzt langfristige und innovative Strategien.“ So sei das Einkaufen stundenweise für bestimmte Gruppen denkbar. Auch ein Wechsel zwischen Distanz- und Präsenz-unterricht für die Schulen, den Solingen schon im Oktober mit dem „Solinger Weg“ vorgeschlagen hatte, müsse jetzt umgesetzt werden.

Kurzbach setzt zudem auch auf die Tests in den Altenzentren. „Derzeit werden pro Woche 6000 bis 7000 Schnelltests in den Solinger Senioreneinrichtungen durchgeführt. Dafür bieten wir den Einrichtungen auch personelle Unterstützung an.“ Auch Jan Welzel hofft auf eine langfristige Strategie statt des „Schalter-An-Schalter-Aus-Prinzips“. „Wir brauchen eine Strategie mit Dimmer.“ | Standpunkt

Kitas

Betreuung: Die Nachfrage nach Kita-Betreuung sei von 42,4 Prozent vergangene Woche auf 45,4 Prozent gestiegen, informierte Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne). Bis auf eine seien alle 95 Kitas in der Stadt geöffnet. Corona-bedingt gebe es nur in einzelnen Gruppen Schließungen oder Quarantäne-anordnungen.

Standpunkt: Rennen gegen die Zeit

Von Simone Theyßen-Speich

Es bleibt ein Wettrennen gegen die Zeit. Noch ist nicht abzusehen, ob die Impfungen in den Impfzentren, die jetzt endlich am Montag beginnen, schnell genug hochgefahren werden können, um die Mutation mit ihrem erhöhten Infektionsrisiko einholen zu können. Wer bei diesem Rennen Sieger bleiben wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

simone.theyssen-speich@solinger-tageblatt.de

Bis dahin muss es weiter darum gehen, Kontakte und damit Infektionen zu vermeiden. Denn den erhofften Durchbruch mit einer angestrebten Inzidenz unter 50 hat auch der harte Lockdown, der mittlerweile acht Wochen andauert, nicht gebracht. 

Offensichtlich besteht die Infektionsgefahr nach wie vor hauptsächlich in den Familien und dem näheren Familienumfeld. Dort kann und will der Staat nur schwer eingreifen und reglementieren. Deshalb muss auch weiterhin an die Einsicht aller appelliert werden. Die AHA-Hygienemaßnahmen von Abstand, Handhygiene und Masken – wobei statt der Alltags- jetzt möglichst eine medizinische Maske verwendet werden sollte – müssen in allen Bereichen eingehalten werden, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. 

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Solingen? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Solingen.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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