Karnevalsorden

Willy Weber: Seit 65 Jahren schlägt sein Herz für den Karneval

Das Solinger Prinzenpaar Jacky I. und Markus II. (rechts) überreichte Willy Weber (Mitte) sowie dem FSK-Vorsitzenden Axel Hawranke (links außen) jeweils einen Präsentkorb für ihr langjähriges Engagement im Karneval der Klingenstadt.
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Das Solinger Prinzenpaar Jacky I. und Markus II. (rechts) überreichte Willy Weber (Mitte) sowie dem FSK-Vorsitzenden Axel Hawranke (links außen) jeweils einen Präsentkorb für ihr langjähriges Engagement im Karneval der Klingenstadt.

Willy Weber ist einer der bekanntesten Jecken der Klingenstadt. Nun wurde er für sein langjähriges Engagement geehrt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Mit seinen Karnevalsorden, die er im Laufe der Jahrzehnte angehäuft hat, könnte Willy Weber locker drei Eimer füllen. Vorstellen muss man ihn vielen Solingern nicht mehr, denn einen Großteil seines Lebens hat der 85-Jährige dem Solinger Karneval gewidmet – genau genommen rund 65 Jahre. Das war für das amtierende Prinzenpaar Jacky I. und Markus II. sowie Reinhold Hawranke von der KG Rot-Weiß Klingenstädter kürzlich Anlass genug, ihren langjährigen Weggefährten mit einem gut gefüllten Präsentkorb zu ehren. Leckereien gab es auch für den FSK-Vorsitzenden Axel Hawranke, der eine Schnapszahl zu feiern hatte: Er ist bereits seit 55 Jahren im Solinger Karneval aktiv.

Schon mit zwölf Jahren stand Weber mit seinem Vater auf der Bühne

Über Weber sagt er: „Einer wie Willy fehlt heute einfach im Karneval. Wir brauchen heute mehr denn je solche Typen, die das alles von Herzen machen und nicht für Geld.“ Und das tut Willy Weber, bekennender Bühnenmensch, bis in die Haarspitzen, bis heute. „Lampenfieber hatte ich eigentlich nie. Auch wenn eine gewisse Anspannung immer dazu gehört, wenn man auf der Bühne steht.“

Schließlich lernte er das Rampenlicht schon früh kennen, als er mit zwölf Jahren die ersten Male gemeinsam mit seinem Vater, der im damaligen Männergesangverein Hoffnung Ketzberg Mitglied war, als „der Grute on der Kleïn“ auftrat. Später schrieb Weber eigene Büttenreden. „Es hat mich immer auf die Bühne gezogen“, sagt er rückblickend. Die Karnevalsszene bildete sich in Solingen nach dem Krieg allmählich und die ersten Vereine gründeten sich wieder – zuvor hatten die Nationalsozialisten die Karnevalsvereine verboten.

Lange war Weber zudem in der KG Muckemau 1900 aktiv, moderierte über Jahre die Zöppkesmahlzeit und das Gräfrather Heimatfest und saß dem „Stammtisch Solinger Unterhaltungskräfte“ vor, der sich im vergangenen Jahr zum großen Bedauern der Jecken aufgelöst hat. Heute ist er zwar nicht mehr an einen Verein gebunden, aus dem Solinger Karnevalsleben aber nach wie vor nicht wegzudenken. „Mit 75 habe ich meiner Frau versprochen, ruhiger zu werden“, scherzt er. Bei seiner Arbeit kreuzten auch schon prominente Vertreter des Kölner Karnevals wie das legendäre „Colonia Duett“ seinen Weg.

Dem Stammtisch Solinger Unterhaltungskräfte wurde 2021 der Nachwuchsmangel zum Verhängnis, mit dem gerade in Zeiten der Corona-Pandemie auch die Karnevalsvereine im FSK zu kämpfen haben, berichtet Axel Hawranke: „Die jungen Leute feiern zwar gerne, tun sich aber heute schwer damit, sich in einem Verein zu engagieren – denn das ist nun mal auch mit Verpflichtungen verbunden. Das finde ich schon etwas schade.“

Auch Willy Weber teilt die Einschätzung, dass der Karneval gerade eine schwierige Zeit erlebt: „Den Vereinen bricht momentan die finanzielle Basis weg. Das sind schon existenzielle Probleme.“ Gerade die Künstler im Karneval treffe Corona hart, da etwa politische Büttenreden das ganze Jahr über mit viel Mühe vorbereitet würden.

Seinen Optimismus lässt Willy Weber sich aber nicht nehmen – dies hat wohl auch mit seiner jecken Lebenseinstellung zu tun. Dabei sei der Kontakt mit dem Publikum manchmal eine kleine Sozialstudie: Die Witze, über die heute bei den Sitzungen gelacht wird, seien andere als noch vor 20 oder 30 Jahren. Auch sei das Humorverständnis von Region zu Region sehr unterschiedlich ausgeprägt. „Ich mache beispielsweise nicht so derbe Witze, wenn Kinder und Jugendliche im Publikum sitzen. Da braucht man ein feines Fingerspitzengefühl.“

Nun hoffen er und seine närrischen Mitstreiter, dass der Solinger Karneval bald wieder Fahrt aufnehmen kann.

Lesen Sie auch: Rosenmontagszug fällt auch dieses Jahr aus

Gewinnspiel

Aktion: Das Solinger Prinzenpaar verlost bei einem Gewinnspiel ein Gemälde von Lothar Ruthmann (Platz 1) sowie zwei Tankgutscheine im Wert von 30 Euro (Platz 2) und 20 Euro (Platz 3). Dazu muss nur eine kleine Frage beantwortet werden: Wie viele Vereine gehören dem Festausschuss Solinger Karneval an? Schicken Sie Ihre Antwort unter dem Betreff „Karneval“ bitte per Mail mit Ihrem vollständigen Namen, Ihrer Anschrift und Telefonnummer an:
redaktion@solinger-tageblatt.de

Verfahren: Die ersten zehn Einsender mit der richtigen Antwort werden ab der kommenden Woche benachrichtigt und können sich ihr Los zu den Öffnungszeiten am Empfang des Solinger Tageblatts, Mummstraße 9, abholen. Die Verlosung findet dann am Rosenmontag (28. Februar) um 11 Uhr vor der Galerie Ruthmann in den Clemens-Galerien, Mühlenplatz 1, statt. Dazu müssen die Teilnehmer persönlich mit ihrer Losnummer vor Ort sein. Für die Abholung des Loses beim ST gilt die 2G-Regel – gegebenenfalls wird es durchs Fenster ausgehändigt. Neben dem Impf- oder Genesenennachweis sollte der Personalausweis mitgebracht werden.

Teilnahme: Rechtsweg, Umtausch und Barauszahlung sind ausgeschlossen, ebenso die Teilnahme von Mitarbeitern des Verlags B. Boll und deren Angehörige. Teilnahme und Gewinnausschüttung ab 18 Jahren.

Datenschutz: Wir, die B. Boll Verlag des Solinger Tageblattes GmbH & Co. KG, nutzen und speichern die von Ihnen im Rahmen der Teilnahme angegebenen Daten nur so lange und so weit dies für die Durchführung des Gewinnspiels erforderlich ist. Weitere Infos zum Datenschutz, zur Geltendmachung Ihrer Rechte auf Auskunft, Löschung und Widerspruch finden Sie unter:
solinger-tageblatt.de/datenschutz

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