Berührungsängste abbauen

Tag der offenen Moschee: Sechs Solinger Gemeinden beteiligten sich

Ibrahim Erdogan führte an der Kasernenstraße durch die Gebetsräume der dortigen Ditib-Gemeinde.
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Ibrahim Erdogan führte an der Kasernenstraße durch die Gebetsräume der dortigen Ditib-Gemeinde.

Sechs Solinger Gemeinden beteiligten sich am Tag der offenen Moschee.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Dialog statt Distanz. Austausch statt Angst. Verständnis statt Vorurteile. Auch in diesem Jahr öffneten am Tag der Deutschen Einheit bundesweit Moscheen ihre Türen und luden zum Vorbeikommen ein. Der Tag der offenen Moschee existiert in dieser Form bundesweit seit 1997 und soll dazu beitragen, Schwellen abzubauen und den Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu fördern. In Solingen nahmen am Montag sechs Moscheen an der diesjährigen Aktion teil.

Was machen die eigentlich? Wie sieht eine Moschee aus? Viele Nicht-Muslime hätten Fragen wie diese, weiß Ibrahim Erdogan von der Ditib-Gemeinde Solingen-Mitte. Besucher führte er durch die Räume an der Kasernenstraße. Neben den, zwischen Frauen und Männern getrennten, Gebetsräumen gibt es eine Küche, einen Aufenthaltsraum sowie einen Versammlungsraum. Die Moschee sei nicht nur ein Gebetshaus, sondern zugleich ein Begegnungsort, stellte er klar.

Ein weiteres Thema an diesem Tag waren die Pläne der Ditib-Gemeinde für einen Moschee-Neubau an der Schlachthofstraße. Eine Video-Simulation verdeutlichte den Besuchern, was dort entstehen soll. Der planmäßige Baubeginn sei im nächsten Jahr, sagte Erdogan. Dazu gebe es viele Fragen. Das Ziel des Tages der offenen Moschee sei nicht nur, diese zu beantworten. Zudem gehe es darum, Ängste abzubauen. Das ist Erdogan zufolge vor allem dann notwendig, wenn eine Person keine Berührungspunkte mit dem Islam, seiner Kultur und seinen Traditionen hat. Daher stünde die Moschee auch nach dem Aktionstag offen: „Jeder kann jederzeit vorbeikommen.“

Kulturelle Unterschiede muss man aushalten

Das betonte auch Hidir Efetürk, Vorsitzender des Islamischen Zentrums Solingen. Er lud die Besucher der Moschee an der Florastraße ein, miteinander zu reden, Tee zu trinken und ein süßes Gebäck zu essen. Interessierten erklärte er, warum die rituelle Waschung wichtig ist, die Gebetsräume nicht mit Schuhen betreten werden dürfen und immer in Richtung Mekka gebetet wird.

Auch Doris Schulz, Leiterin des Christlich-Islamischen Gesprächskreises besuchte die Moschee und hob die Bedeutung des Austausches hervor: „Das Wichtigste ist, sich zu begegnen, kennenzulernen und miteinander zu reden.“

Natürlich gebe es kulturelle Unterschiede. Diese „Spannungen“ müsse man jedoch aushalten, erklärte sie. Sie wünscht sich, dass mehr Christen mal eine Moschee besuchen würden. Das würde auch Hidir Efetürk begrüßen: „Berührungsängste zu überwinden – das kann man nur schaffen, indem wir uns unterhalten, treffen.“ Am Tag der offenen Moscheen habe man natürlich mehr Zeit, merkte er an, aber grundsätzlich freue man sich über jeden Besucher.

Passend zum Thema: Modernes Design - Moscheeneubau startet im Herbst 2023

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