Pandemie

Solinger Schulleiter planen jetzt den Wechselunterricht

Noch sind die meisten Stühle in den Schulen hochgestellt.
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Noch sind die meisten Stühle in den Schulen hochgestellt.

Grundschüler sowie Jugendliche der Stufen 10, Q1 und Q2 gehen ab 22. Februar wieder zur Schule.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Etwa 6000 Solinger Grundschüler und die Schüler der Abschlussklassen der Jahrgänge 10, Q1 und Q2 haben ab dem 22. Februar wieder Präsenzunterricht – abwechselnd in halben Klassenstärken. Schulleiter nutzen jetzt die freien Karnevalstage bis Dienstag, um diesen Wechselunterricht zu organisieren. „In den Grundschulen hatten wir ab Mai ja schon mal den tageweisen Wechsel der Gruppen. Damals gab es ein rollierendes System der Jahrgänge, einige Erfahrungen können wir nutzen“, erklärt Sabine Riffi, Leiterin der Grundschule Uhlandstraße und Sprecherin der Schulform.

Anders als damals ist jetzt geplant, alle Klassen zu halbieren. „Unsere Eltern erhalten übers Wochenende einen Plan, wann welches Kind kommen soll“, so Riffi. Sie geht davon aus, dass die meisten Grundschulen tageweise wechseln werden. „Es ist wichtig, wieder einen engeren Kontakt zu den Kindern zu bekommen.“

So können an dem Präsenztag Beziehungsarbeit geleistet und Materialien ausgegeben werden. An dem Distanztag müssten die Schüler dann zu Hause eigenständig arbeiten. „Da alle Lehrer in den Schulen eingebunden sind, wird es wenig Zeit für zusätzliche Video-Konferenzen geben“, befürchtet die Schulleiterin. Das könne höchstens von Kollegen, die mit Attest nicht in die Schulen kommen dürfen, geleistet werden.

„Wir sind froh, endlich wieder direkten Kontakt zu den Kindern zu haben“, hält sie den Schritt zum Wechselunterricht grundsätzlich für richtig. Aber es gebe auch vorsichtige Stimmen in den Kollegien. „Wir werden versuchen, nicht zu viele Lehrer in die Klassen zu bringen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren.“ Geklärt werden müsse noch, ob die Turnhallen für den Schulsport wieder geöffnet sind. An der Uhlandstraße wird man den Stundenplan angepasst an den Wechselunterricht umsetzen.

„Schule bekommt wieder eine größere Wertschätzung.“

Anna Fröhlich, Schulleiterin

Kinder, die zu Hause nicht betreut werden können, dürfen weiterhin jeden Tag in die Betreuung der Grundschulen kommen. „Dafür brauchen wir natürlich jetzt andere Räume, da die Klassenzimmer ja alle besetzt sind“, so Riffi. Personell setzt man auch auf die Mitarbeiter des Offenen Ganztags. Alleine an der Uhlandstraße waren in den vergangenen Wochen täglich 70 Kinder in der Notbetreuung.

Auch an der Grundschule Westersburg wird Schulleiterin Anna Fröhlich die Eltern Mitte der Woche über den Wechselunterricht informieren. „Wir haben auch für den Distanzunterricht die Gruppen schon geteilt.“ Das sei sinnvoll gewesen, um mindestens zweimal pro Tag Video-Konferenzen mit kleineren Gruppen durchführen zu können.

Es sei wichtig, die Kinder wieder tageweise vor Ort zu haben und zu sehen. „Das System des digitalen Unterrichts läuft bei uns gut, wir sind aber trotzdem froh, dass die Kinder jetzt im Wechselmodell wieder kommen“, so Fröhlich, die derzeit daran arbeitet, den Stundenplan auch im Wechselunterricht möglichst abzubilden. „Rückmeldungen von Eltern und Kindern zeigen auch, dass Schule wieder eine viel größere Wertschätzung bekommt.“

An den weiterführenden Schulen planen die Schulleiter die Rückkehr der Stufen 10, Q1 und Q2. „Das ist nicht einfach in so einem komplexen System“, so Andreas Tempel, Leiter der Alexander-Coppel-Gesamtschule (ACG), und Sprecher der Schulform. Die Lehrer könnten ja nicht gleichzeitig in der Klasse und digital unterrichten. „Es wird nur in Einzelfällen möglich sein, die andere Kurshälfte online zuzuschalten.“

Geklärt werden müsse auch, wie und von wo aus die Lehrer die Klassen 5 bis 9 und 11 digital unterrichten, wenn sie abwechselnd Präsenzstunden in den Abschlussklassen geben und damit in der Schule anwesend sein müssen. An der ACG wird überlegt, Oberstufenkurse, die weniger Schüler haben, nicht zu teilen. „Größere Kurse könnten, auf zwei Räume aufgeteilt, parallel unterrichtet werden.“

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