Schule

Schulleiter kritisieren Zahlen zum Unterrichtsausfall in Solingen

Am Humboldtgymnasium, fielen 4,2 Prozent des Unterrichts aus. Es schnitt im Vergleich zu Einrichtungen anderer Schulformen aber noch positiv ab.
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Am Humboldtgymnasium, fielen 4,2 Prozent des Unterrichts aus. Es schnitt im Vergleich zu Einrichtungen anderer Schulformen aber noch positiv ab. Die Schulleiter kritisieren die Zahlen der Statistik.

Lehrer reagieren auf die von der SPD veröffentlichte Statistik der Landesregierung. Das seien die eigentlichen Gründe für die hohen Zahlen.

Von Andreas Tews

Die von der SPD veröffentlichten Zahlen des Landes zum Unterrichtsausfall haben nach Meinung von Schulleitern wenig Aussagekraft. Zum einen orientieren sich die Quoten laut Dirk Braun, Leiter der Gesamtschule Höhscheid, an den von den Schulen gemeldeten – oft aber schon reduzierten – Stundenplänen. Dadurch schnitten Schulen schlechter ab, die den Schülern die vollen Stundenpläne böten, auch wenn dafür benötigte neue Lehrer erst im Laufe das Halbjahres anfingen. Außerdem gibt es laut Sabine Riffi, eine der Sprecherinnen der Solinger Grundschulen, einen großen Interpretationsspielraum, was als Unterrichtsausfall gelte.

Riffi kritisiert, dass die Zahlen – es sind die aktuellsten, die vorliegen – zwei Jahre alt seien und damit keinen Rückschluss auf die aktuelle Situation zuließen. Laut Braun zeigen die Zahlen nur eines: „Wir brauchen mehr Lehrer.“

Unterrichtsausfall habe viele Ursachen, auf die Schulen keinen Einfluss hätten. Dazu zählt auch Riffi den Lehrermangel. Es gebe zu wenige Bewerber auf offene Stellen. Ein Grund hierfür sei, dass Lehrer im Vergleich zu anderen von Uniabsolventen angestrebten Berufen nicht üppig verdienen. Außerdem seien die Zugangsvoraussetzungen zu entsprechenden Studiengängen oft zu hoch. An Grundschulen gebe es keine Vertretungsreserve. Falle ein Lehrer aus, müsse dies durch Mehrarbeit anderer aufgefangen werden.

Braun hatte es an seiner Schule in einem Halbjahr mit hoher Ausfallquote außer mit der Einführung der gymnasialen Oberstufe auch mit dem Umstand zu tun, dass ein Viertel seiner Lehrer durch unterschiedlichste Krankheiten langfristig ausgefallen waren. Erschwerend kam hinzu: Vertretungsstellen würden nur genehmigt, wenn eine Krankschreibung über mindestens acht Wochen vorliege. Ärzte stellten diese aber oft nur über vier bis sechs Wochen aus. Hier fordert er flexiblere Möglichkeiten – und mehr Personal für die Bezirksregierung, die über Vertretungsstellen oft verzögert entscheide.

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