Corona-Krise

Schulen suchen Lösungen für Sportstunden

An der Friedrich-Albert-Lange-Schule findet Sportunterricht zum größten Teil draußen statt. Sportklassen trainieren jedoch auch in der Halle. Foto: Christian Beier
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An der Friedrich-Albert-Lange-Schule findet Sportunterricht zum größten Teil draußen statt. Sportklassen trainieren jedoch auch in der Halle.

Während Vereinssportler in der Halle trainieren, müssen Schüler nach draußen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Bis zu den Herbstferien sollen Schulen ihren Sportunterricht möglichst im Freien abhalten. So hat es das NRW-Schulministerium mitgeteilt. Für Sportvereine gilt diese Regelung nicht: Bis zu 30 Sportler dürfen laut aktueller Corona-Schutzverordnung in der Halle zusammen Sport treiben. Ein Widerspruch, der viele irritiert.

„Das passt nicht zusammen“, bestätigt Andreas Lukosch vom WMTV. „Aber wir sind froh, dass die Vereine wieder so Sport anbieten dürfen.“ Die Verantwortlichen müssten jedoch viel Aufklärungsarbeit leisten. „Besonders ältere Menschen machen sich Sorgen.“ Der Walder Verein verweist auf sein Hygienekonzept. Auf den Wegen wird empfohlen Maske zu tragen, Geräte werden nach Gebrauch gereinigt. Außerdem werde viel gelüftet, erklärt Lukosch. „Oft lassen wir die Fenster auch die ganze Zeit auf oder gehen mit Kursen nach draußen.“

Auch beim Solinger Sportbund versucht man, auf Bedenken Rücksicht zu nehmen: „Wir wollen, dass unsere Teilnehmer sich wohlfühlen“, betont Geschäftsführerin Karen Leiding. „Wir haben unsere Angebote deshalb teilweise nach draußen verlegt oder splitten Gruppen.“ Bei manchen Kursen habe man zudem die Teilnehmerzahl reduziert. Wenn sich jemand trotzdem nicht wohlfühle, werde die Anmeldung kulant storniert.

„Es wird eine Begutachtung der Hallen geben.“

Stadtsprecher Thomas Kraft

Schulsport wurde in den meisten Hallen hingegen zuletzt im März getrieben. Körperliche Ertüchtigung findet seit Beginn des Schuljahres unter freiem Himmel statt. Das Gymnasium Schwertstraße nutze dafür unter anderem die Herbert-Schade-Sportanlage am Schaberg, erklärt Ulrich Nachtkamp, Schulleiter und Sprecher der Solinger Gymnasien. Dabei gibt es jedoch praktische Probleme: So dürften die Schüler die Umkleiden am Schaberg nicht benutzen, weil die Stadtverwaltung die Zwischenreinigung nicht sicherstellen könne. „Also versuchen wir, Umkleidemöglichkeiten im Schulgebäude zu schaffen.“

Dass es zwar einen mehr oder oder weniger regulären Schulbetrieb gibt, aber keinen Sportunterricht, sei „schwer zu verstehen“, sagt Joachim Blümer, Rektor der Theodor-Heuss-Schule. Mit Blick auf den Herbst würden die Schulen Lösungen suchen, wie Sport in der Halle trotzdem stattfinden könne, sagt Blümer, der die Realschulen im Sprecherrat der Solinger Schulen vertritt: „Indem wir die Stunden reduzieren, um Kontaktmöglichkeiten unter den Lerngruppen zu vermeiden, um zu reinigen und zu lüften.“

An der Friedrich-Albert-Lange-Schule als NRW-Sportschule hingegen läuft der Sportunterricht schon jetzt teilweise in der Halle. In jeder der beiden Dreifach-Sporthallen an der Wittkuller Straße trainiere derzeit maximal eine Lerngruppe – „bei geöffneten Türen und Dachluken“, erklärt Schulleiter Peter Wirtz. Das seien in der Regel die Sportklassen, bei denen auch das Frühtraining normal stattfinde. Alle anderen Klassen treiben Sport im Freien. „Wir überlegen jedoch, ob bereits vor den Herbstferien auch der übrige Sportunterricht in der Halle gegeben werden kann.“

Das Schulministerium schließt Sport in der Halle auch nicht kategorisch aus. Dieser könne stattfinden, wenn der Schulträger eine gute Belüftung sicherstellen könne, heißt es. Demnach liegt die Verantwortung bei der Stadt Solingen. Die wolle das Thema Belüftung nun prüfen, erklärt Stadtsprecher Thomas Kraft auf Anfrage. Die Stadtverwaltung habe „das Ziel, dass nach den Ferien Schulsport in den Hallen wieder möglich sein soll. Es wird zeitnah eine Begutachtung der Hallen vorgenommen.“

Die Schulen müssten die Lösungen bald kennen, betont Schulleiter Ulrich Nachtkamp. „Wenn schlechtes Wetter einsetzt, sehe ich beim Sportunterricht im Freien praktische Probleme.“

Verordnungen

Vereine: Laut Corona-Schutzverordnung dürfen bis zu 30 Personen Kontaktsport in geschlossenen Räumen ausüben. Dabei muss die Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein, zudem ist eine gute Durchlüftung sicherzustellen.

Schulen: Laut Schulministerium gilt: „Der Sportunterricht soll bis zu den Ferien in der Regel im Freien stattfinden. Er kann in der Sporthalle stattfinden, wenn durch den Schulträger eine mit anderen Unterrichtsräumen vergleichbare, gute Be- und Durchlüftung der Sporthalle gesichert werden kann.“

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