Digitalisierung

Schulen in Solingen sind bald alle im schnellen Netz

Petra Hobrecht (l.) und Schulleiterin Monika Schneider in einem von vier Klassenräumen in der ADS, in denen Displays und Whiteboards vorhanden sind.
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Petra Hobrecht (l.) und Schulleiterin Monika Schneider in einem von vier Klassenräumen in der ADS, in denen Displays und Whiteboards vorhanden sind.

Zehn Einrichtungen sind bereits komplett angeschlossen. In 38 Gebäuden sind schon Glasfaserleitungen verlegt. Stadt hält Zeitplan.

  • Die Stadt Solingen investiert in ihre Schulen.
  • Neben der Sanierung der Gebäude steht auch die Digitalisierung der Schulen auf dem Programm.
  • Dafür erhält die Stadt Solingen 7,5 Millionen Euro vom Bund.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In Schulen und Bildung zu investieren, das hat sich die Stadtspitze in Solingen zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht. Im Mittelpunkt des Ausbaus steht neben der Sanierung der Gebäude auch die Digitalisierung der Schulen. Mit deren Ausbau sei man gut im Zeitplan, bestätigt Stadt-Sprecherin Stefanie Mergehenn.

Zehn Schulen in Solingen sind bereits in das neue Schulnetzwerk aufgenommen worden und können in der Verwaltung und im Unterricht das schnelle Internet nutzen. In weitere 38 Schulgebäude wurden schon die Glasfaserleitungen verlegt, so die Auskunft der Stadt Solingen. „Bis Ende des Jahres werden, wie geplant, alle Schulen angeschlossen sein.“

Finanziert wurde die erste Ausbauphase aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Daraus sind seit 2017 bereits 16 Millionen Euro in Solingen angekommen und verbaut. In diesem Jahr wird die letzte Rate von rund 4 Millionen Euro abgerufen.

Solingen erhält 7,5 Millionen Euro vom Bund für die Digitalisierung der Schulen

Diskussionsrunde im Englischunterricht. Teilweise bringen ADS-Schüler ihre eigenen Tabletts mit, die sie im Unterricht nutzen können.

Auch aus dem bundesweiten Fünf-Milliarden-Paket des Digitalpakts fließen 7,5 Millionen Euro nach Solingen. Das Geld soll für die Digitalisierung der Schulen eingesetzt werden. Seit September 2019 können die Schulträger Anträge bei der Bezirksregierung stellen. Der Förderzeitraum geht bis 2024. „Für diese Investitionen muss die Stadt Solingen allerdings einen zehnprozentigen Eigenanteil bereitstellen“, erklärt Stadt-Sprecherin Stefanie Mergehenn.

Das Geld kann eingesetzt werden für besseres Internet, interaktive Tafeln, digitale Arbeitsgeräte und Endgeräte wie Laptops oder Tablets. Die Stadt Solingen will die anstehenden Investitionen auf Basis des Medienentwicklungsplans und in Abstimmung mit den jeweiligen Schulen vornehmen. „Insgesamt sind für den Haushalt in diesem Jahr 11,8 Millionen Euro für Maßnahmen an Schulen eingestellt worden. Davon sollen 4 Millionen Euro durch die Förderung des Digitalpakts gedeckt werden.“ Das restliche Geld aus den Mitteln des Bundes seien für die Folgejahre bis 2023 in den Haushalt eingestellt worden.

Solingen: Schulen konnten Wünsche mit einbringen

An den Schulen in Solingen, die bereits ans schnelle Internet angeschlossen sind, ist man sehr zufrieden. „Wünsche, bezüglich der Ausstattung und der Anschaffung von digitalen Geräten konnten wir mit einbringen“, betont Monika Schneider, Schulleiterin der August-Dicke-Schule. Das Gymnasium an der Schützenstraße in Solingen ist derzeit noch im digitalen Ausbau-Prozess.

Der Medienentwicklungsplan sei Grundlage für Geld aus dem Digitalpakt, betont Schneider. An der ADS in Solingen werden die Lehrkräfte den „Pädagogischen Tag“ am kommenden Mittwoch dazu nutzen, fächerspezifisch die digitalen Module für den Unterricht auszuarbeiten.

Auch an den anderen Schulen des Schulnetzwerks könne jetzt „zeitgemäß unterrichtet werden“, so die Stadt. So nutzt die Theodor-Heuss-Schule Dokumentenkameras, um Ergebnisse zu präsentieren. An der Gesamtschule Höhscheid können die Schüler eigene Erklärfilme produzieren.

Auch in den 17 städtischen Kindertagesstätten hat die Digitalisierung bereits begonnen. In den Familienzentren wurden bereits Glasfaseranschlüsse verlegt. Alle weiteren Kita-Standorte sollen nach und nach breitbandig angeschlossen werden. „Schon heute haben alle städtischen Kitas zwei IT-Arbeitsplätze pro Einrichtung“, so Mergehenn.

Die Stadt saniert 22 Schulen bis zum Jahr 2022. Mit 106,2 Millionen Euro sei dies die größte Investition im Bereich der Bildung seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte OB Tim Kurzbach im vergangenen Sommer.

SCHULNETZWERK SOLINGEN

SCHULEN MIT SCHNELLEM NETZ Grundschule Bogenstraße, Grundschule Klauberg, Sekundarschule (Alt- und Neubau) Theodor-Heuss-Realschule, Humboldtgymnasium, Gymnasium Schwertstraße (Standort Schützenstraße), Friedrich-Albert-Lange-Schule (beide Standorte), Gesamtschule Höhscheid (Zweig- und Kanalstraße), Geschwister-Scholl-Schule (Quer- und Uhlandstraße) Friedrich-List-Kolleg.

Standpunkt: Medien sinnvoll einsetzen

simone.theyssen-speich @solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Simone Theyßen-Speich

Die Digitalisierung an den Solinger Schulen ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie es funktionieren kann. Frühzeitig haben die Schulleiter im Sprecherrat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Schnell war die Schulverwaltung dabei, wenn es darum ging, Fördermittel und Geldtöpfe anzuzapfen. Denn es ist unumgänglich, auch in den Schulen die digitalen Medien zu nutzen. 

Richtig eingesetzt, können sie sinnvoll in Unterrichtsgestaltung und Recherche eingebaut werden. Und Schüler lernen einen kritischen Umgang mit dem weltweiten Netz – abseits von Instagram und Snapchat. Gut ausgestattete Schulen, moderne Unterrichtsräume und ein ansprechendes Umfeld – da macht Lernen in der Schule Spaß.

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