Coronavirus

Unterricht ab Montag weiter auf Distanz

In dieser Woche war für viele Distanzunterricht angesagt. Foto: mis
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Es bleibt beim Distanzunterricht.

Eigene Allgemeinverfügung der Stadt sollte für Klarheit sorgen – dann legte das Land nach

Solingen. Es war eine Hängepartie in den vergangenen Tagen – für die Stadt, für die Schüler, Eltern und Lehrer. Um die jetzt endlich zu beenden, hat die Solinger Stadtspitze am Freitagmorgen eine Entscheidung getroffen. „Wir brauchen jetzt endlich Klarheit, auch die Schulen haben händeringend um eine Entscheidung gebeten“, betonte Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) im Gespräch mit dem ST.

Zuvor hatte am Freitagmorgen der Ältestenrat der Stadt ebenso wie die Verwaltungsspitze die Entscheidung getroffen, dass die Stadt eine Allgemeinverfügung auf den Weg bringt. Darin ist festgelegt, dass alle Solinger Schüler auch ab kommenden Montag weiter im Distanzunterricht unterrichtet werden. Eine Ausnahme gibt es weiterhin nur für die Abschlussjahrgänge 10, Q1 und Q2 an den weiterführenden Schulen. Auch die „Notbetreuung“, die jetzt „pädagogische Betreuung“ heißt, und schwerpunktmäßig an den Grundschulen angeboten wird, soll weiter angeboten werden.

Schuldezernentin Dagmar Becker will Klarheit für die Schulen.

Am Freitag unterstützten die Fraktionen von SPD und CDU diesen einvernehmlich beschlossenen Weg. „Ein kommunaler Sonderweg hätte mit Sicherheit nur einige Tage Gültigkeit gehabt, es geht aber darum, nicht noch mehr Unruhe in die Schulen zu tragen“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz. Das sei der Weg, um „Kinder, Lehrer und Familien bestmöglich zu schützen und andererseits Schulen endlich Planungssicherheit bei der Unterrichtsorganisation der kommenden Wochen zu geben“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Flemm.

Die Solinger Schulen haben Freitagvormittag erleichtert auf die Nachricht der Schulverwaltung reagiert. „Die Regelung ist im Moment alternativlos, weil die Zahlen dramatisch gestiegen sind“, erklärte Joachim Blümer, Leiter der Theodor-Heuss-Schule und Sprecher des Schulleiter-Sprecherrates. Es gebe keine andere Möglichkeit, als diese Regelung weiterzuführen. Es sei auch „höchste Zeit“ gewesen, eine Entscheidung zu fällen, erklärte er mit Blick auf die lange Hängepartie. Umgehend habe er Eltern und Lehrer informiert und die Informationen auf der Schul-Homepage veröffentlicht.

Um dieses Hin und Her zu beenden, hat die Stadt selbst die Verantwortung übernommen.

Dagmar Becker, Schuldezernentin

Andere Schulen reagierten ebenso prompt. „Auch die August-Dicke-Schule wird am Montag die Woche im Distanzmodus für die Jahrgangsstufen 5 bis EF beginnen“, informierte die Schulleitung die Eltern am Freitagmorgen schon frühzeitig.

Ulrich Nachtkamp, Leiter des Gymnasiums Schwertstraße, wies in seinem Elternbrief auch auf die nicht eindeutigen Regelungen seitens des Landes hin. Die Schulmail von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vom Mittwoch kündigte grundsätzlich noch den Wechselunterricht für NRW an und verwies auf „die in parlamentarischer Beratung befindliche Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene“. Auf Rückfrage bekam die Stadt vom Land die Auskunft, dass die Stadt eine eigene Allgemeinverfügung auf den Weg bringen müsse, weil die Schulschließung ab einer 200er-Inzidenz „kein Automatismus“ sei. „Um dieses Hin und Her zu beenden, hat die Stadt selbst die Verantwortung übernommen“, betonte Dagmar Becker. Die Eigeninitiative verschiedener Städte hat dann wohl das Land zum Handeln gezwungen.

Schulleiter Joachim Blümer sieht keine Alternative. Archivfotos: cb

„Das ist eine harte Entscheidung, die für die Familien und Schulen wieder große Herausforderungen bedeutet“, betonte Jens Merten, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Solingen. „Allerdings sorgt die Stadt mit der konsequenten Linie dafür, dass ein Hin und Her in der nächsten Woche verhindert wird. Zumindest wissen alle Beteiligten nun endlich, wie die nächste Woche ablaufen wird. Fest steht, dass Präsenzunterricht für die Kinder weiterhin nicht zu ersetzen ist.“

Die Abschlussklassen im Präsenzunterricht werden weiterhin zweimal pro Woche getestet. „Ich möchte Schüler und Eltern nochmal darauf hinweisen, dass diese Tests verpflichtend sind, alternativ nur ein Bürgertest, nicht älter als 48 Stunden, den Schulbesuch ermöglicht“, so Blümer.

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