Theater und Konzerthaus

Schriftzug setzt Zeichen gegen Diskriminierung

„Die Kunst bleibt frei“ – der Schriftzug spiegelt die Haltung des Theater und Konzerthauses wider. Foto: Christian Beier
+
„Die Kunst bleibt frei“ – der Schriftzug spiegelt die Haltung des Theater und Konzerthauses wider.

„Die Kunst bleibt frei“ steht auf der Fassade des Theater und Konzerthauses

Von Anna Lauterjung

Solingen. Die Buchstaben sind groß, pink und dort, um – erst mal – zu bleiben: Ein neuer Schriftzug mit der Aussage „Die Kunst bleibt frei“ ziert die Fassade des Theaters und Konzerthauses Solingen. Die Aktion wurde von dem lokalen Zweig der Organisation „Die Vielen“ ins Leben gerufen und von dem Kulturmanagement der Stadt sowie von dem Programm „Demokratie leben“ unterstützt.

Hinter den Buchstaben stehe ein wichtiger Grundsatz, der Künstler und Kulturschaffende aktuell beschäftige, erklärten die Organisatoren gegenüber der Presse. Die Aussage „Die Kunst bleibt frei“ beleuchte den Zusammenhang zwischen Kunst und Freiheit und sei gleichzeitig eine Antwort für Außenstehende, die versuchten, Künstler und Kulturschaffende zu beeinflussen – unter anderem durch Gewaltandrohungen.

In der letzten Zeit habe die Gewaltbereitschaft bundesweit gegenüber vielen Künstlern zugenommen, sagt Andreas Schäfer von „Die Vielen“. Glücklicherweise sei das in der Klingenstadt momentan noch kein so großes Problem wie in anderen Regionen, aber man merke einen Wandel im Umgang – vor allem auf Facebook. „In Facebook erleben wir auch öfter Shitstorms unter unseren Beiträgen“, sagt Schäfer. Der Koordinator der Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit der Stadt Solingen, Michael Roden, betont: „Wir sagen Nein zu Versuchen, die kreative Freiheit anzugreifen.“ Ziel der Aktion sei es nun, nicht nur ein Zeichen für die Freiheit der lokalen Kunst zu setzten, sondern auch durch die gut lesbaren Buchstaben die Solinger im Vorbeigehen zum Nachdenken motivieren, erläutert Barbara Klenter von „Die Vielen“. Klenter: „Es soll vorsichtig begeistern, erstaunen und eine Debatte um die Kunstfreiheit auf eine unterschwellige Art anregen.“

Aktion ist Zeichen für bessere Zeiten nach der Pandemie

Dabei wurde der Ort der Aktion nicht zufällig gewählt. Das Theater und Konzerthaus biete ein vielfältiges Angebot für alle Solinger, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung sowie Identität, sagt Sonja Baumhauer vom Kulturmanagement Solingen. „Wir möchten sicht-bar ein Zeichen unserer Haltung zeigen“, betont Baumhauer. Menschen, die versuchten die Freiheit der Kunst mit verschiedenen Methoden einzuschränken, seien im Theater nicht willkommen. Wie lange der Schriftzug nun auf der Fassade des Theaters zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. „Das hängt unter anderem mit der Schließung des Hauses zusammen“, erklärt Baumhauer.

Allerdings gehe sie von einem längeren Zeitraum aus. Die Aktion sei auch ein Zeichen für bessere Zeiten nach der Pandemie, sagt Rode. Er will den Künstlern mit den großen Lettern Mut machen und ihnen versichern, dass das Publikum nach den Beschränkungen wiederkommt. Dem stimmt auch Barbara Klenter zu. „Wir haben gemerkt, dass in Solingen ein Bedürfnis nach Kultur da ist“, sagt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Solinger nach Vulkanausbruch auf La Palma in Sicherheit gebracht
Solinger nach Vulkanausbruch auf La Palma in Sicherheit gebracht
Solinger nach Vulkanausbruch auf La Palma in Sicherheit gebracht
Coronavirus: Chefs in Solingen fordern Fragerecht für Impfstatus
Coronavirus: Chefs in Solingen fordern Fragerecht für Impfstatus
Coronavirus: Chefs in Solingen fordern Fragerecht für Impfstatus
Corona: Inzidenzwert unter 50 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert unter 50 - Impfzentrum schließt am 30. September
Corona: Inzidenzwert unter 50 - Impfzentrum schließt am 30. September
Bussche-Kessel-Weg: Grüne wollen Sicherheit für Kleingärtner und Unterstützung der SPD
Bussche-Kessel-Weg: Grüne wollen Sicherheit für Kleingärtner und Unterstützung der SPD
Bussche-Kessel-Weg: Grüne wollen Sicherheit für Kleingärtner und Unterstützung der SPD

Kommentare