Mitarbeiter werden geschult

Schnelltests für Heime sind noch nicht da

Bei Einrichtungsleiterin Karin Götze (l.) und Empfangs-Mitarbeiterin Gordana Wendelcken im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße gehört die Temperaturmessung schon jetzt zum Konzept. Auf die Schnelltests wartet man noch. Foto: Christian Beier
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Bei Einrichtungsleiterin Karin Götze (l.) und Empfangs-Mitarbeiterin Gordana Wendelcken im Evangelischen Altencentrum Cronenberger Straße gehört die Temperaturmessung schon jetzt zum Konzept. Auf die Schnelltests wartet man noch.

Einrichtungen der Altenhilfe haben Konzepte entwickelt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Um betagte Menschen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen besser zu schützen und ein komplettes Besuchsverbot wie im Frühjahr zu vermeiden, sollen die Einrichtungen mit Corona-Schnelltests arbeiten. 20 Tests pro Bewohner und Monat sollen in den Einrichtungen zur Verfügung stehen – so lautet das Konzept von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Ab 9. November sollte die Testverordnung für die Heime greifen. Angekommen sind die Schnelltests, die anders als bei herkömmlichen Labortests ein Ergebnis mit etwa 90-prozentiger Sicherheit nach 15 Minuten vorweisen, noch nicht. Die Solinger Häuser haben sich aber auf die neue Herausforderung vorbereitet.

„Unser Konzept, wie wir die Schnelltests umsetzen werden, ist eingereicht“, erklärt Karin Götze, Leiterin des Evangelischen Altencentrums Cronenberger Straße. Geplant sei, die Bewohner nur bei Symptomen zu testen. Mitarbeiter, die corona-typische Symptome hätten, sollen natürlich nicht zur Arbeit kommen, sondern das beim Arzt abklären. „Zudem haben wir ein Testfenster am Gebäude eingerichtet, an dem Tests durchgeführt werden können.“

Die Bewohner selbst sollen bei Symptomen auf den Zimmern getestet werden. „Regelmäßig alle Bewohner zu testen, wäre kaum zu schaffen“, so Karin Götze. Denn die Mitarbeiter müssen für diese Tests auch speziell geschult werden. „Dafür haben sich die Kollegen, die sich das zutrauen, freiwillig gemeldet.“ Die Altenpfleger selbst können regelmäßig Labortests beim Arzt vornehmen lassen.

Ebenso wie an der Cronenberger Straße sind auch für die Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe die vom Land angekündigten Schnelltests noch nicht eingetroffen. Weder den Trägern noch den Kommunen seien die Abläufe ausreichend bekannt, so Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner. Deshalb hat Franziskus von Ballestrem, Geschäftsführer der Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe, an das Ministerium geschrieben – schließlich sei die Testverordnung mit der entsprechenden Verfügung seit dieser Woche in Kraft. „Eine Antwort aus dem Ministerium steht noch aus“, so Tschirner.

Die Testungen seien aber auf jeden Fall sinnvoll. „Daher möchten wir sie auch durchführen.“ Im St. Joseph Altenheim seien bereits vereinzelt Schnelltests eingesetzt worden, die in der Kplus Gruppe mit ihren 30 Gesundheitseinrichtungen vorhanden waren.

Wenn die Tests aus dem Landesprogramm dann vorliegen, sollen Bewohner, Mitarbeiter und Besucher engmaschig getestet werden. „Das ist eine weitere Aufgabe, die von den Mitarbeitern gestemmt werden muss“, so Cerstin Tschirner. Die Re-Finanzierung dafür sei noch ungeklärt. Die Mitarbeiter seien aber schon von niedergelassenen Ärzten geschult.

In städtischen Heimen wird bei Symptomen getestet

Auch für die drei städtischen Seniorenheime liegt das Testungskonzept vor und wurde beim Gesundheitsamt eingereicht. Martin Schlücking, Qualitätsbeauftragter der Altenzentren, geht davon aus, dass es in Kürze genehmigt wird. Auch hier laufe die Beschaffung der Schnelltests noch. Vorgesehen ist, dass Bewohner und Beschäftigte täglich einem Symptom-Monitoring unterzogen werden. Liegen Symptome vor, werden diese mit einem Test abgeklärt.

Das Konzept orientiert sich damit an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Ein regelmäßiges Screening sei nur dann vorgesehen, wenn das Gelände der Einrichtungen zum Beispiel für Besuche bei Verwandten verlassen werde.

Beschäftigte werden grundsätzlich monatlich getestet, Besucher nur dann, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. „Wir wollen Schnelltests sinnvoll und zielführend einsetzen und die Sicherheit für die Bewohner weiter steigern“, betont Schlücking.

Positiv-Fälle

Städtische Senioreneinrichtungen: Seit Beginn der Pandemie im März sei bei 370 städtischen Pflegeplätzen nur bei einem Bewohner und bei nur wenigen Beschäftigten eine Covid-19-Infektion nachgewiesen worden. Die Infektionsketten konnten schnell unterbrochen, Ansteckungen so vermieden werden. 

Aktuell: Derzeit gibt es in fünf Heimen stadtweit einzelne Infektionsfälle bei Bewohnern oder Mitarbeitern.

Die wichtigsten Corona-Regeln in Solingen im Überblick

In unserem Live-Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

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