Reparaturarbeiten laufen

Auf Schloss Burg wird trotz Lockdown gearbeitet

Diese Mauer, die sich links hinter dem Eingang im Innenhof befindet, wird entfernt. Sie stammt von etwa 1930.
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Für Besucher sind die schweren Türen von Schloss Burg wegen des Lockdowns zurzeit geschlossen.

Der touristische Anziehungspunkt hat zurzeit pandemie-bedingt geschlossen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das große Holztor ist geschlossen. Nicht einmal ein Blick vom leeren Vorplatz in den ersten Burghof ist aufgrund des Lockdowns möglich. Schloss Burg, ansonsten lebhafter Anziehungspunkt für Touristen im Bergischen Land, scheint im Dornröschenschlaf versunken zu sein.

An der Nordterrasse, die bald ständig geöffnet werden soll, wird ein Rosengarten angelegt.

Der Novemberdunst hüllt Plätze, Mauern und Standbilder ein, nur Hausmeister Lutz Luchs ist im ehemaligen Kassenhäuschen mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Der Rest der Belegschaft ist in Kurzarbeit und wechselt sich in Schichten ab. „Allein, um als Ansprechpartner für die Baustelle an der Alten Schule zur Verfügung zu stehen“, erläutert Museumsleiter Gregor Ahlmann, der im Bürotrakt über der Kapelle sitzt. Sein Team bereite sich optimistisch auf das kommende Jahr vor.

Die Sanierung des Palas steht an sowie Umbauten in den Innenhöfen. Ein bauliches Großprojekt, das für Ahlmann und seine 25 Mitarbeiter (viele davon in Teilzeit) viele Aufgaben mit sich bringt und zu klärende Fragen aufwirft: Welche Veranstaltungen können überhaupt noch durchgeführt werden, wenn der Großteil der Burg dann Baustelle ist? Wie organisiert man einen Rundweg durch die bereits fertiggestellten Burgteile wie Grabentor und Bergfried, der die Besucherströme den Corona-Schutzauflagen entsprechend kanalisiert?

Geplante Konzerte – unter anderem sollen die Bon-Jovi-Tribute-Band „Bounce“ sowie die Kölschrock-Band „Kasalla“ im Juni 2021 auf Schloss Burg spielen – könnten auf dem Parkplatz unterhalb des Kräutergartens stattfinden.

Diese Mauer, die sich links hinter dem Eingang im Innenhof befindet, wird entfernt. Sie stammt von etwa 1930.

Ritterspiele sollen während der drei Jahre Ausnahmezustand auf den Sportplatz Höhrath verlegt werden. Ebenso könnte der Basar der Kunsthandwerker zumindest in abgespeckter Form dort stattfinden, während in der Burg gehämmert und gebohrt wird. Die Arbeiten beginnen Anfang des Jahres mit der Umgestaltung des Brunnenhofes. „Die Abgrenzungsmauer zum ersten Burghof soll fallen, eine Bausünde aus den 30er Jahren“, erklärt Gregor Ahlmann. „Eigentlich stand im Mittelalter der Bergfried einzeln im Hof, so soll es dann wieder sein.“ Künftig soll auch die derzeit ständig abgeschlossene Nord-Terrasse wieder zugänglich werden. „Da mündet künftig ein zweiter Zugang, der aus Brandschutzgründen dringend nötig ist“, so Ahlmann. „Derzeit gelangt man ja nur durch das Burgtor in die Innenhöfe.“

Das Thema Brandschutz war neben dem Aspekt der Barrierefreiheit wichtig bei der Planung der Sanierungsarbeiten. So soll künftig ein Aufzug Menschen mit Gehbehinderung vom Erdgeschoss an der Gaststätte am Kapellenvorraum vorbei hinauf in die Museumsräume bringen. Diese wiederum werden einladender gestaltet.

Exponate werden thematisch zusammengefasst

„An den sogenannten Prunkräumen wie Rittersaal, Ahnengalerie und Kemenate ändert sich bis auf die zu erneuernden Böden im Grunde nichts“, versichert Ahlmann.

Im Kapellenvorraum wird ein gläserner Aufzug für Menschen mit Gehbehinderung installiert, zeigt Gregor Ahlmann.

„Aber wir verändern das Konzept bei den Exponaten. Nicht mehr möglichst viele Teile pro Vitrine, sondern thematisch zusammengefasst, zum Beispiel ein gedeckter Tisch oder eine zusammengestellte Rüstung inklusive der dazugehörenden Waffen.“

Vieles ist zu bedenken, Planungen zu verfeinern, Absprachen sind zu treffen. Gregor Ahlmann schaut mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2020 zurück. Es sei wahrlich nicht alles schlecht gewesen im Corona-Jahr. „Im Vergleich zum letzten Jahr waren zum Beispiel im Juli deutlich mehr Gäste bei uns im Museum“, sagt er. „Wir haben gemerkt, dass bei vielen die Sommerreisen ausgefallen waren.“

Virtueller Rundgang

Ob die Burg in diesem Jahr noch einmal ihre Pforten für Besucher öffnen kann, ist fraglich. Als kleiner Ersatz für den ausgefallenen Weihnachtsmarkt arbeitet die Burgleitung derzeit gemeinsam mit der Firma Exit 3D an einem digitalen Markt. Genauere Informationen folgen.

In der Zwischenzeit können Interessierte einen virtuellen Rundgang durch Schloss Burg machen.

www.Schlossburg360.de

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