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Schließung St. Lukas Klinik: Versorgung soll „lückenlos“ gesichert werden

2026 soll die St. Lukas Klinik an der Schwanenstraße schließen, Klinik-Abteilungen und Mitarbeiter wechseln nach Hilden. Foto: Christian Beier
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2026 soll die St. Lukas Klinik an der Schwanenstraße schließen, Klinik-Abteilungen und Mitarbeiter wechseln nach Hilden.

Die Nachricht vom Weggang der St. Lukas Klinik aus Ohligs sorgt weiter für Unruhe.

Von Björn Boch

Solingen. Gundhild Hübel, SPD-Bezirksbürgermeisterin für Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid, sprach von einem „Schock für die gesamte Stadt, vor allem aber für den Stadtteil“. Die Klinik sei tief in Ohligs verwurzelt, angesehene Chefärzte, eine leistungsstarke Medizin und gute Pflege hätten sie zu einer wichtigen Säule des Solinger Gesundheitswesens gemacht. „Jetzt trennt sich ein katholischer Konzern von Herz und Seele des Verbunds.“ Wie berichtet hatte die Kplus Gruppe am Dienstag bekanntgegeben, die St. Lukas Klinik in Ohligs zu schließen und dafür das St. Josefs Krankenhaus in Hilden auszubauen. 2026 soll der Umzug vollzogen werden, alle Abteilungen blieben erhalten, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant.

Unter anderem die CDU hatte kritisiert, dass ein kirchlicher Träger ein Krankenhaus schließe und wirtschaftlichen Aspekten Vorrang einräume. Andreas Degelmann, Sprecher der Geschäftsführung der Kplus Gruppe, weist das zurück: „Wir sind ein gemeinnütziges Unternehmen, das keine Gewinne ausschüttet und auch keine maximale Gewinnabsicht hat. Wenn wir mal einen Gewinn verzeichnen, dann wird er reinvestiert.“

Solingen: Seit 2017 keine Gewinne aus eigener Kraft erzielt

Seit 2017 habe Kplus aber keine Gewinne aus eigener Kraft erzielt. Das liege an der Kleinteiligkeit der Strukturen und zu vielen Standorten in einem engen Umfeld. „Dies wollen wir ändern, damit wir weiter für die Bevölkerung da sein können. Mit Kirche hat das nichts zu tun.“ Gesellschafter und Teilhaber der Kplus Gruppe sind die katholischen Kirchengemeinden und das Erzbistum Köln.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bedauerte im ST-Gespräch den Entschluss der Kplus Gruppe: „Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht.“ Weder Stadtverwaltung noch Politik hätten dies beeinflussen können. „Wir stellen aber bereits die Weichen, damit der hohe Standard der Gesundheitsversorgung in Solingen erhalten bleibt.“ Dazu gehöre die Notfallversorgung von Schlaganfall-Patienten. So werde die neurologische Notfallbehandlung von Kplus zwar nach Hilden verlegt, es entstehe aber eine vollwertige Dependance im Städtischen Klinikum.

Auch Kai Sturmfels (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender des Städtischen Klinikums, ist zuversichtlich, die medizinische Versorgung „lückenlos und ohne Qualitätseinbußen“ sicherstellen zu können. So werde es etwa bei der künftig für Schlaganfälle zuständigen Stroke Unit am Klinikum eine Versorgung „rund um die Uhr auf höchstem Niveau geben“. Man habe mit Kplus gute Gespräche geführt und werde diese elementare Versorgung gemeinsam sicherstellen. Laut Andreas Degelmann folgt aus der Kplus-Dependance am Städtischen Klinikum sogar für einige Bereiche Solingens „eine echte Verbesserung“.

Solingen: Notfallversorgung bleibt gewährleistet

Seit Jahresbeginn sei man auch mit der neuen Klinik für Geriatrie, Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie „sehr gut aufgestellt“, so Sturmfels weiter. Der einzige Bereich, der aus Solingen abwandere, sei die Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie. Eine Notfallversorgung bleibe aber gewährleistet.

Kritik an der Schließung von St. Lukas gab es am Mittwoch auch von der Fraktion Die Linke/Die Partei: „Dass zwei Krankenhäuser in Solingen dieselbe Versorgung gewährleisten können wie drei, ist Augenwischerei“. Die SPD kündigte derweil an, das Thema Notfallversorgung umgehend auf die Tagesordnung im Gesundheitsausschuss zu setzen.

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